Was ist ein Kurort?

Ein gesundheitsstärkender Urlaub wird gern mit der Bedeutung von „Kur“ gleichgesetzt. Ein Aufenthalt in einer der zahlreichen Kureinrichtungen im In- und Ausland ist von den Bemühungen um eine Revitalisierung oder Rehabilitierung mit geeigneten therapeutischen Mitteln und Methoden geprägt. Doch welche Ortschaft oder Stadt darf sich offiziell „Kurort“ nennen? 


Inhaltsverzeichnis


Kurorte und ihre Besonderheiten: Welche Kriterien gelten?

Staatlich anerkannte Kurorte unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, haben jedoch eines gemeinsam: Sie verfügen über naturgegebene Quellen der Heilung, wie besonders wirkungsvolle Bodensubstanzen, heilende Gewässer und gesundheitsfördernde klimatologische Bedingungen. Ein attraktives und gepflegtes Landschaftsbild sowie ein respektables Angebot an Aktivitäten und Unternehmungsmöglichkeiten ergänzen zweckausgerichtete medizinische und therapeutische Behandlungen und Heilpraktiken der jeweiligen Kurortmedizin.

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Zu den grundlegenden Kriterien für die Erteilung des offiziellen Prädikates „staatlich anerkannter Kurort“ gehören: 

  • Die zweckdienliche Eignung des Ortes für gesundheitsfördernde Heilanwendungen durch das natürliche Vorkommen von ursprünglichen Heilmitteln.
  • Der Kurort hat für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes eine herausragende Bedeutung.
  • Ein perfekt funktionierendes System der Trinkwasserversorgung, der umweltverträglichen Abwasserentsorgung und nachhaltigen Abfallbeseitigung.
  • Die ständige Kontrolle der Wasserqualität und Hygiene in Bade- und Wellnesseinrichtungen.
  • Die artgemäße Gestaltung und Beibehaltung des spezifischen Charakters eines Kurortes mit der natürlichen Bepflanzung von Pärken und Grünanlagen sowie der artgemäßen Inneneinrichtung von Kurgebäuden.
  • Die zentrale Lage von Kureinrichtungen, die zu Fuß leicht erreichbar sind.
  • Der Kurortcharakter muss auch durch zukünftige Bauvorhaben sein ursprüngliches Gepräge beibehalten.
  • Die barrierefreie Gestaltung des Kurortes.
  • Minimalisierung des Verkehrs im Kurort und die überwiegende Nutzung von schadstoffarmen Verkehrsmitteln.
  • Die Abwendung von Schadstoffemissionen und die Gewährleistung von Lärmschutz.
  • Der gezielte Schutz aller naturgegebenen Heilmittelquellen und die Absicherung einer optimalen Umweltqualität.
  • Die konsequente landschaftliche und gärtnerische Bewirtschaftung des Kurparks und seiner Anlagen.
  • Kurortgemäße Unterkünfte in komfortablen Kurhotels, gastronomische Einrichtungen sowie eine kurortmedizinische Infrastruktur.
  • Die Einrichtung eines zentralen Informationsbüros für Kurortgäste.
  • Die Beschäftigung staatlich anerkannter Physiotherapeuten und anderer medizinischer Fachkräfte.
  • Ein facettenreiches Kultur- und Freizeitangebot.
Was ist ein Kurort

Was ist ein Kurort?

Um die stetige Qualität des Kurortes abzusichern, findet aller zehn Jahre eine Prädikatsüberprüfung statt. Die Vorteile prädikatisierter Kurorte liegen auf der Hand. Außer dem offensichtlichen finanziellen Nutzen aus dem ununterbrochenen Zustrom von Kurortgästen und der auferlegten Kurtaxe verfügen Kurorte über eine oftmals weitaus bessere Lebensqualität und können dank der Optimierung des Kurortprofils eine weitreiche Anerkennung ihrer Gemeinde auch über die regionalen Grenzen hinweg erhoffen.

Welche Kategorien von Kurorten gibt es?

Für folgende Kurortkategorien werden offizielle Prädikate erteilt: 

  • Heilbad: Mineral- und Moorheilbäder werden zur Prävention und Heilung angewandt.
  • Luftkurort: positive Luft- und klimaspezifische Bedingungen für den Gesundheitstourismus.
  • Seebad: Nutzung von Seeklima und Küstennähe für therapeutische Zwecke.
  • Kneippkurort: Wasserkurmethoden gemäß dem Prinzip des Pfarrers Sebastian Kneipp.
  • Heilklimatischer Kurort: mit besonders günstiger Luftqualität und Bioklima.
  • Heilquellen Kurort: verfügt über gesundheitsfördernde mineralhaltige Heilquellen.

Welche Kurarten gibt es?

Je nach Kategorie bieten Kurorte unterschiedliche Kurbehandlungen.

  1. Kurbäder, insbesondere Thermalkuren, sind die häufigste Kurform, welche die therapeutischen Komponenten von Mineral- und Moorbädern zur Krankheitsheilung und für gesundheitsfördernde Zwecke nutzen. Menschen, die unter rheumatischen Beschwerden und Arthrose leiden, finden in Kurbädern und Thermaleinrichtungen substantielle Linderung der das Knochen- und Muskelsystem betreffenden Symptome. Auch bei einer allgemeinen Erschöpfung können Kurbäder Wunder bewirken.
  2. Die Kneippkur als eine holistische therapeutische Methode setzt auf das effektive Zusammenwirken von Teiltherapien wie Hydrotherapie (Wassertreten, Kneippgüsse), Phytotherapie (Heilpflanzen), Ernährungstherapie (vollwertige Nahrungsmittel), Bewegungstherapie (Barfusslaufen) sowie die Ordnungstherapie (wissentliche Einhaltung von gesundheitsfördernden Lebensregeln). Besonders empfohlen werden Kneippkuren zur Linderung von orthopädischen Problemen, für eine Herz-Kreislauf Stärkung und zur Unterstützung des Immunsystemes.
  3. Thalassokuren werden als eine gesundheitsstärkende Meerestherapie immer beliebter. Probleme wie Rheuma, Durchblutungsstörungen, Hauterkrankungen und Stress werden effektiv mit einer Thalassotherapie angegangen. Das gesunde Meeresklima, Meerwassergymnastik sowie Algen- und Schlammbäder führen zur Anregung des Stoffwechsels und des Immunsystems.
  4. Zur Befreiung von Entzündungsbeschwerden und zur Förderung der Durchblutung gelten Fangokuren mit Schlammpackungsanwendungen aus einer ausgewogenen Tonerde-Humus Kombination als eine besonders wirksame alternative therepeutische Massnahme. Gesundheitliche Probleme wie Rheuma, Osteoporose, Neuralgien und Gicht können mit Fangotherapien gelindert werden.
  5. Klimakuren sind vor allem für Kurbesucher mit Atemwegbeschwerden, Herz-Kreislaufstörungen und Hautproblemen konzipiert. Das milde Klima, die klare, staubfreie Atmosphäre sowie die sonnengetränkte natürliche Umgebung in heilklimatischen Kurorten tragen essentiell zur Entspannung und Entlastung bei.
  6. Zahlreiche Kurorte bieten ausgezeichnete Entspannungs- und Erholungsprogramme für gesundheitsorientierte Touristen. Wellness Kuren werden in modernen Spa- und Wellnessanlagen hochwertiger Kurhotels durchgeführt. Der frequente Besuch von Thermalbädern und Heilwasserquellen in fasziniernder Umgebung führt definitiv zur Steigerung des rundum Wohlbefindens und der Gesundheit.

Einen Kururlaub erfolgreich planen

Die Wahl des Kurortes sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Um den gewünschten Rehabilitationseffekt einer Kur zu erzielen, sollte der Ratschlag eines Arztes befolgt werden, der auch über die Kurart entscheidet und einen passenden Kurort vorschlägt. Soll der Kurbesuch vom gesetzlichen Kostenträger finanziert werden, muss vorher ein Kurantrag gestellt werden. Der gesundheitliche Zustand bestimmt, ob der Kuraufenthalt stationär oder ambulant erfolgt.

Eine Kurreise ist für viele Menschen die ausgewogene Verbindung von Urlaub und gezielter Nutzung therapeutischer Heilmittel und vorteilhafter klimatologischer Bedingungen zu Heilungszwecken am jeweiligen Kurort. Es besteht die Möglichkeit, dass ein solcher Kururlaub von der gesetzlichen Krankenkasse zu einem kleinen Teil finanziell unterstützt wird.

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