Was versteht man unter einem Ryokan?

Auf euren Reisen legt ihr Wert darauf, in kleinen charmanten Hotels zu übernachten, in denen ihr im Idealfall auch noch Kontakt zu Einheimischen bekommt? Dann seid ihr in einem Ryokan genau richtig. Dahinter verbirgt sich die japanische Form einer Pension, die aber sehr viel mehr ist als einfach nur ein Gasthaus.


Inhaltsverzeichnis


Was bedeutet Ryokan?

Das japanische Wort „Ryokan“ bedeutet wörtlich übersetzt „Reisegasthaus“ und bezeichnet eine charmante Pension in Japan. Diese Unterkünfte zeichnen sich aus durch gediegenen Luxus und den traditionellen Omotenashi, einer besonderen Form japanischer Gastfreundschaft. Die ersten Ryokan gab es im 10. Jahrhundert und wurden als Herbergen für Pilger, Kaufleute und Wanderarbeiter eingerichtet. Von dieser ursprünglichen, einfachen Form sind heutige Ryokan aber weit entfernt. Typisch für den Ryokan ist der Boden, der mit Tatami, also traditionellen Strohmatten ausgelegt ist. In der Regel findet ihr Ryokan eingebettet in malerische Landschaften außerhalb der großen Städte. Ein Teil der Ryokanphilosophie verspricht euch Ruhe und Entspannung, und die findet ihr selten mitten in der Großstadt.

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Was macht einen Ryokan besonders?

Wie bereits erwähnt, zeichnen sich Ryokan durch Omotenashi aus. Diese Form der Gastfreundschaft soll euch das Gefühl geben, willkommen zu sein und einfach nur zu genießen. Die Ausstattung mag euch spartanisch vorkommen, denn oft gibt es nur dünne Reispapierwände und Schiebetüren. Auf eurem Zimmer findet ihr einen Tatami-Futon und mit etwas Glück noch einen niedrigen Tisch mit Sitzkissen davor. Nach dem Check-in werdet ihr auf euer Zimmer geführt, wo ihr zur Begrüßung grünen Tee serviert bekommt und der Mitarbeiter euch die Besonderheiten des Hauses erklärt. Sehr viele Ryokan befinden sich direkt an einer heißen Quelle, sodass ihr ein traditionelles Bad im hauseigenen Onsen genießen könnt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ryokan und einem Hotel?

Der Hauptunterschied ist der persönliche Service. Natürlich werdet ihr in vielen Hotels herzlich empfangen, aber die meisten sind dann doch an westliche Standards angepasst. In einem Ryokan steht der Gast und sein Wohlbefinden eindeutig im Vordergrund. Hier erlebt ihr echte japanische Tradition und gemäß derer sind die in euren Augen einfache Einrichtung und der gepflegte Garten die höchste Form des Luxus. Ihr gebt eure Straßenschuhe an der Rezeption ab und wandelt auf Socken oder in speziellen Hausschuhen, gerne auch nur mit dem traditionellen Kimono bekleidet, durch das Haus. In keiner anderen Unterkunft könnt ihr so tief in die japanische Kultur eintauchen.

Ryokan Bedeutung

Echte japanische Tradition erlebt ihr in einem Ryokan

Welche Vorteile bietet ein Ryokan?

Wenn ihr euch für die Kultur Japans interessiert, seid ihr also in einem Ryokan an der richtigen Stelle. Neben traditioneller Gastfreundschaft habt ihr die Möglichkeit auch die Gartenkultur zu entdecken, da jeder Ryokan einen Zen-Garten hat. Passend zum Konzept der Entspannung werdet ihr auf eurem Zimmer auch keinen Fernseher finden und WLAN ist auch nicht unbedingt garantiert. Ein Aufenthalt im Ryokan dient der Ruhe und Erholung und nichts soll euch davon ablenken. Wenn ihr euch darauf einlasst, werdet ihr einen echten Wellness-Urlaub im Ryokan verbringen und habt ganz nebenbei auch noch den Digital Detox-Effekt. Japaner lieben pure und klare Dinge, und deswegen ist für sie ein Aufenthalt im Ryokan die höchste Form des Luxus.

Für wen ist ein Ryokan geeignet?

Ein Aufenthalt im Ryokan ist für alle diejenigen ein ganz besonderes Erlebnis, die Land und Leute kennenlernen wollen und sich nach Ruhe sehnen. Die Mitarbeiter eines Ryokan sind darauf trainiert euch jeden Wunsch von den Augen abzulesen, am besten noch bevor ihr überhaupt wisst, was denn dieser sein könnte. Hier könnt ihr euch fallen lassen und genießen. Exzellente japanische Küche wird euch in den meisten Ryokan auch geboten, da der Gastgeber ja schließlich sein Gesicht nicht verlieren will. Wenn euch die japanische Kultur fasziniert und ihr eure Reisen gerne individuell plant, seid ihr im Ryokan bestens aufgehoben.

Was muss man bei der Übernachtung in einem Ryokan beachten?

In Japan legt man Wert auf die Einhaltung der Regeln, die für uns Europäer teilweise sehr streng wirken. Dazu gehört, dass ihr eure Straßenschuhe beim Check-in „abgebt“ und im Haus auf Socken lauft. Der Rollkoffer wird ins Zimmer getragen, nicht über die empfindlichen Tatami-Matten gezogen. Nachdem ihr euer Zimmer erreicht habt, könnt ihr euch für den Rest des Aufenthalts mit dem Kimono bekleiden. Die linke Seite wird über die rechte gelegt und darunter tragt ihr zumindest Unterwäsche. Verfügt euer Ryokan über einen Onsen, badet ihr nach Geschlechtern getrennt und duscht euch gründlich ab, bevor ihr das Bad betretet. Tattoos sind im Onsen eigentlich tabu, aber bei ausländischen Gästen macht man da schon mal eine Ausnahme.

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