Mein Urlaub auf Norderney: Sonne, Strand und Mee(h)r

Unsere Kollegin Katrin ist verliebt! Und zwar in Urlaub in Deutschland, genauergesagt auf der schönen Insel Norderney. Was sie dort gemeinsam mit ihrer Familie erlebt hat und welche Tipps sie für euch mitgebracht hat, verrät sie euch in ihrem Reisebericht.


Inhaltsverzeichnis:


Landschaft der Insel Norderney

Norderney – einfach traumhaft und ein Paradies für Groß und Klein.

Sonne, Strand und Meer, so ein Urlaub muss einmal im Jahr einfach sein. Letztes Jahr im Frühling fiel uns bei der Planung auf, dass wir die gängigen Ziele in der Nähe wie Griechenland, Kroatien, Spanien und dergleichen alle schon mal in der ein oder anderen Form gesehen hatten. Dagegen gab es eine Urlaubsregion, die näher lag als alles andere, die aber bislang fast keiner von uns auf dem Schirm gehabt hatte: die Nordsee und ihre Inseln.

Unsere Wahl fiel schließlich auf Norderney. Die Insel, die ein bisschen wie eine Robbe geformt ist – und davon gibt es dort ja so einige. Außerdem gilt Norderney als besonders familienfreundlich und perfekt für Aktivurlauber, die von langen Wander- und Radwegen begeistert sind.

Karte von den Ostfriesischen Inseln

Darum entführe ich euch mit diesem Reisebericht auf Deutschlands Robbeninsel Norderney. Seht selbst, warum der Familienurlaub auf der deutschen Insel zu einem vollen Erfolg wurde und es sicher nicht unser letzter Strandaufenthalt in der Heimat sein wird.

Anreise nach Norderney

Mit insgesamt vier Erwachsenen und zwei Kindern ziehen wir los. Es ist zur Abwechslung mal richtig schön, nicht mit dem Flugzeug, sondern per Auto zu verreisen. Klar, ein Flug dauert nur zwei bis drei Stunden, dafür lässt sich die Fahrt gemütlicher gestalten. Wir sitzen um einiges bequemer und können jederzeit Pausen einlegen, um uns die Beine zu vertreten.

Beim Packen der Koffer durften wir um einiges großzügiger sein, es gibt ja kein Gewichtslimit und auch der ein oder andere zusätzliche Rucksack kann last minute noch problemlos mit auf Reise. Die Kids freuen sich außerdem, dass sie auf ihre Lieblingssnacks Zugriff haben und kein vorbestimmtes Menü akzeptieren müssen.

Etwa sechs Stunden, nachdem wir Frankfurt verlassen haben, erreichen wir die Nordseeküste. Die Autos bleiben im Parkhaus zurück und wir begeben uns auf die Fähre, die uns das restliche Stück Richtung Insel trägt. Nach knapp einer halben Stunde legen wir auf Norderney an.

Motorisierten Verkehr findet ihr auf der Insel fast gar nicht vor – ein weiterer Pluspunkt für die entspannte Atmosphäre und Ruhe. Zumindest einen Inselbus gibt es aber, der die Besucher zu ihren Hotels und Unterkünften fährt.

Wir haben uns für eine Ferienwohnung mit Garten entschieden. Hier gibt es so viel Natur zu entdecken, da bevorzugen wir ein heimisches Flair.

Der Weststrand von Norderney

Der nächstgelegene Strand unserer Unterkunft ist der Weststrand, der sich quasi direkt am Kopf der Robbenform der Insel befindet. Mit einer Länge von 500 Metern zählt er zwar zu den kleinsten Stränden von Norderney, doch für unseren Familienurlaub ist er genau der richtige. Hier gibt es nämlich einen großen Abenteuerspielplatz für kleine Piraten, außerdem einen Klettergarten.

Trotzdem bleibt das Meeresufer natürlich am spannendsten. Der Sand dieses Strandes ist wunderbar weich und fast weiß. Feucht eignet er sich perfekt zum Burgenbauen und fällt so flach ins Wasser ab, dass der Nachwuchs sorglos dort spielen kann.

Unter den vielen Strandkörben finden wir täglich einen freien Platz. Zwischendurch legen wir uns zwar mal mit dem Handtuch direkt unter die Sonne, ansonsten aber sind die Körbe einfach unglaublich praktisch, da sie Wind- und Sonnenschutz zugleich bieten. Außerdem sitzen wir auf sauberen, sandfreien Polstern und auch der mitgebrachte Proviant muss nicht auf dem Boden stehen.

Strandkörbe auf Norderney

Als begeisterte Schwimmerin suche ich mir eine tiefere Stelle im Meer. Das Wasser ist angenehm klar, einzig die Quallen beunruhigen mich. Dabei sind die eigentlich ganz harmlos, weder brennt eine Berührung auf der Haut, noch haben sie irgendwelches Gift. Trotzdem gruselt es mich vor den großen ein wenig, aber zum Glück kann man problemlos um sie herumschwimmen, die Tierchen bewegen sich nämlich gar nicht.

Etwas windiger als im Süden geht es an den Stränden der Nordseeinseln natürlich zu, aber insgesamt lassen sich hier genauso tolle Strandtage wie in Urlaubsorten im Ausland verbringen. Außerdem genießt der Strand zusammen mit Umkleiden, Duschen, sanitären Anlagen und einem Kiosk eine großartige Ausstattung, sodass wir gerne gleich mehrere sorglose Stunden am Meer verbringen.

Must Dos auf Norderney: Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten

Mit Kindern im Gepäck konnten wir aber nicht jeden Tag nur am Strand faulenzen. Also haben wir uns für unseren Urlaub auf Norderney ein ganz typisches Freizeitprogramm zusammengestellt:



Unsere Wattenmeer-Wanderung

Wie für die Nordsee üblich sind die Gezeiten auf Norderney sehr ausgeprägt. Morgens ab etwa 8 Uhr gibt es Meer satt und die Strandabschnitte werden deutlich schmaler. Am Nachmittag zieht sich das Wasser dann sehr weit zurück und gibt den Meeresboden auf mehrere Kilometer hinweg frei. An manchen Teilen werden geführte Wanderungen angeboten, um mit Groß und Klein dieses Phänomen aus der Nähe zu beobachten und auf Entdeckungstour zu gehen.

Wattenmeer vor Norderney

Für dieses Unternehmen legen wir Strandkleidung an, die ruhig schmutzig werden darf, denn das wird sie früher oder später auf jeden Fall. Der freigelegte Meeresboden besteht immerhin aus Schlamm. Das klingt erst einmal etwas unangenehm, die weiche Konsistenz fühlt sich aber zwischen den nackten Zehen eigentlich sehr angenehm an. Warm von der Sonne, leicht samtig dank des feinen Sands.

Die Kinder sind auf jeden Fall begeistert davon, sich mal nach Herzenslust dreckig machen zu dürfen und sind schon bald komplett beschmiert, während wir es dabei belassen, nur bis zu den Knien schwarz zu werden. Zumindest vorerst, denn der Boden des Wattenmeers – auch Schlick genannt – besitzt heilende Kräfte für die Haut und ist ein echter Beauty-Booster. Mehr dazu später beim Thema Wellness.

Besonders interessant sind die Wattwürmer. Die Tierchen sind so eine Art inoffizielles Maskottchen auf der Insel. Beim Bummeln nach Souvenirs findet man sie als Stofftiere, fein gearbeitete Figuren und in vielen weiteren Formen überall.

Die Würmer selbst bekommen wir nicht zu Gesicht, da sie tief im Boden des Wattenmeers leben, dafür aber ihre Arbeit. Hier und da zeigen sich gehäufte Kringel, wie eine Miniportion Sandspaghetti sieht das aus. Daneben kleine Löcher, aus denen Luftblasen emporsteigen. Das und die Kringel deutet darauf hin, dass an dieser Stelle gerade ein Würmchen in der Tiefe durch den Schlick wühlt.

Auch zahlreiche Krebse in sämtlichen Größen begegnen uns unterwegs und die Kinder entdecken mehrere große Quallen, die wie Wackelpudding im Sand liegen. Ist das ihr Ende? Nein, erklärt uns unser Guide zu unserem Erstaunen, Quallen können mehrere Stunden problemlos auf dem Trockenen verbringen und haben dementsprechend kein Problem, während der Ebbe zu stranden. Die Flut nimmt sie später wieder mit.

Für ausnahmsloses Entzücken sorgt später die Seehundbank, ein Streifen Sand im Wasser, auf dem sich mehrere Robben die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Die Tierchen blicken ganz gelassen zu uns rüber während die Kameras und Smartphones wie wild klicken. Eine Robbe wedelt sogar passend mit der Flosse, als würde sie uns zuwinken.

Seehund auf Norderney beim Sonnenbad

Krebse angeln

Na gut, vielleicht ist „Krebse füttern“ der bessere Ausdruck, denn wer sie an der Nordsee zum Verzehr angeln will, braucht eine Anglererlaubnis. Wer dagegen die Krustentiere nur aus dem Wasser zieht und am Ende des Tages wieder freilässt, kann das jederzeit tun. Wie sich herausstellt, ist das eine beliebte Aktivität auf Norderney und sowohl die Kinder als auch wir wollen uns auf jeden Fall mal daran versuchen.

Spezielle Ausrüstung kann man dafür zwar erwerben, ist jedoch völlig unnötig. Die Nordseekrebse sind gierig und legen keinen Wert auf eine gut getarnte Angelroute. Ein Stück Schnur am Stock, eine Wäscheklammer mit Köder, schon ist die Angel fertig. Solange ein Leckerbissen am Ende hängt, ist ihnen alles egal. Mit dieser Ausrüstung, die schnell zusammengestellt ist, begeben wir uns zu den Anglerstellen.

Krebse sind ganz wild auf Fleisch und Fisch jeder Art. Mit ihren starken Scheren klammern sie sich sofort an sämtlichen Ködern fest. Wählerisch sind sie nicht. Eine geöffnete Muschel, ein Streifen Hähnchen, das alles funktioniert tadellos. Sogar ein Stück vom Leberkäse lassen sich die Krustentiere schmecken. Ein Krebs nach dem anderen wird aus dem Wasser gezogen und im mitgebrachten Wassereimer abgelegt. Vorsicht ist geboten: die Scheren sind für menschliche Finger nicht ungefährlich.

Das Angeln macht großen Spaß, es entsteht ein regelrechter Wettbewerb unter allen Beteiligten, wer den größten Krebs aus dem Wasser holt. Den Tierchen schadet das Abenteuer auch nicht, die freuen sich über die Gratismahlzeit. Später werden dann sämtliche Eimer umgedreht und die Krebshorde huscht zurück in die nasse Heimat.

Radtour an der Küste Richtung Kap

Selbst die weniger begeisterten Radfahrer unter uns treten auf der Robbeninsel plötzlich mit Begeisterung in die Pedale. Die Küste ist für Fahrradtouren einfach prädestiniert. Lange Radwege führen vorbei an wilden Landschaftsbildern. Mal schier endlose grüne Grasflächen, dann wieder raue Strandabschnitte. Auch die salzige, frische Luft sorgt für viel Motivation. Sie tief einzuatmen, tut richtig gut.

Ob mit oder ohne Ziel macht das Radfahren viel Spaß. Heute aber haben wir uns eines gesetzt, nämlich das Kap, ein Leuchtturm und Wahrzeichen von Norderney. Leuchttürme findet man auf der Insel ja fast schon wie den hellen Sand am Meer, doch das Kap sticht deutlich hervor. Schon allein, weil dieser Leuchtturm nicht wie seine typischen Vertreter rot-weiß gestrichen ist, sondern aus roten Backsteinziegeln besteht.

Radtour auf Norderney

Eine erhabene Erscheinung, die durch das große Holzdreieck auf der Spitze abgerundet wird, hinter dem früher ein Feuer entzündet wurde. Aktiv für Schiffe wird der Leuchtturm nicht mehr genutzt, dafür ist er jetzt eine kostenlose Sehenswürdigkeit, die ihr jederzeit betreten könnt.

Wir genießen die Sicht und machen ein paar tolle Fotoaufnahmen vom Kap, während sich der Nachwuchs als Belohnung für die Fahrt lieber auf dem Spielplatz nebenan vergnügt.

Watt Welten Besucherzentrum

Nachdem wir sowohl am Strand als auch im Wattenmeer einige Nordseebewohner aus der Nähe bewundern durften, wollen wir uns nun ansehen, was sich so in den tieferen Gefilden des Wassers tummelt. Darum besuchen wir das „Watt Welten“, eine Mischung aus Aquarium und interaktivem Besucherzentrum. Schon vor dem Betreten wirkt die Anlage beeindruckend, denn die dunklen Wände sind mit Holzelementen verziert, die wie Ströme im Meer wirken und sich bei Wind bewegen sowie die Richtung ändern.

Im Inneren erwarten uns verschieden Becken, Schautafeln, Film- und Hörstationen sowie Ausstellungsstücke zur Flora und Fauna der Nordsee. Die interaktiven Abschnitte sind interessant gestaltet und motivieren nicht nur Kinder zum Mitmachen.

Wir sind erstaunt, was die Unterwasserwelt um Deutschland herum alles so zu bieten hat. Sogar Haie in beeindruckender Größe gibt es dort, stellen wir fest, allerdings für den Menschen völlig ungefährlich.

Überhaupt ist der Besuch sehr lehrreich, was die ökologischen Verhältnisse sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeht. Auch der Souvenirshop ist auf umweltfreundliche Mitbringsel aus der Nordsee ausgelegt.

Norderneys kulinarische Highlights

Zugegeben, der größte Fan von Fisch und Meeresfrüchten bin ich für gewöhnlich nicht, aber selbst ich futtere mich auf Norderney begeistert durch das Angebot frisch aus dem Meer. So ein Fischbrötchen schmeckt eben noch einmal ganz anders, wenn man es von der buchstäblich wahren Nordsee erhält.

Aufgepasst mit allem, was sich unterwegs verspeisen lässt und in Küstennähe angeboten wird: Die Seemöwen sind nämlich immer hungrig und kennen keine Scheu.

Aber nicht nur die Meeresfrüchte solltet ihr hier unbedingt mal probiert haben. Norderney ist auch für sein „Deichlamm“ bekannt. Es heißt so, weil sich die Jungtiere auf den Deichen und Salzwiesen tummeln und eine ganze eigene Geschmacksnote besitzen.

Fisch wie Fleisch zeichnen sich hier generell durch eine besondere Frische und gute Haltungsbedinungen aus. Ansonsten finden wir auf der Robbeninsel Restaurants aller Art vor, sodass jeder täglich seinen Vorlieben nachgehen kann: asiatische Imbisse, Pizzerias, griechische Tavernen.

Ein Geheimtipp für alles Naschkatzen ist das Frieseneis. Diese Eisdiele nahe des Kurplatzes stellt köstliche Eiscremesorten mit bunten Toppings her und verwendet ausschließlich friesische Milch aus dem Umfeld. Mandeleis mit Baiserkrümmeln wird sofort mein neuer Liebling. Draußen gibt es viele Plätzchen, um sich mit einem größeren Eisbecher niederzulassen. Oder wir spazieren mit der Waffel in der Hand durchs umliegende Wäldchen.

Wellness auf Norderney

Schon die gesundheitsfördernde frische Meeresluft macht einen Urlaub an der Nordsee so beliebt. Mit ihrem hohen Salz- und Mineraliengehalt ist sie perfekt für Allergiker wie mich, die regelmäßig von Heuschnupfen geplagt werden.

Das Wasser selbst ist ein echter Jungbrunnen und ihr müsst nicht extra bis zum Hals ins kalte Nass eintauchen, um seine heilende Wirkung auf der Haut zu genießen. Das geht im Spa Thalasso gemütlicher, denn hier gleitet ihr in Wannen gefüllt mit warmem Meerwasser ein.

Auch den Schlick des Wattenmeers trefft ihr hier an, natürlich entsprechend gereinigt. Es wird als Ganzkörperpackung aufgetragen und später unter Duschen abgespült. Das ist ein bisschen angenehmer als so am Strand herumzulaufen.

Unsere Haut ist begeistert und zeigt sich schon nach wenigen Tagen wunderbar rein. Die Erholung sieht man uns noch Zuhause schon von Weitem an.

Mein Fazit zu Urlaub auf Norderney

Neun Tage haben wir auf Norderney verbracht und wirklich jeder davon war mit Entspannung und interessanten Entdeckungen angefüllt. Nicht nur zum Baden ist das Meer schön, es ist auch ein spannendes Ökosystem, das Groß und Klein zu begeistern weiß.

Zwar liegen die Sommertemperaturen nicht so hoch wie im Süden, aber es war warm genug, um sich fast täglich im Freien aufzuhalten. Sommerbräune haben wir ebenfalls mit nach Hause gebracht. Zusammen mit der gesundheitsfördernden Wirkung der frischen Salzluft blicken wir auf einen gelungenen Urlaub zurück und haben die Heimatsinseln bestimmt nicht zum letzten Mal besucht.

Wollt ihr jetzt auch einmal Norderney-Luft schnuppern? Dann hier entlang zu unseren aktuellen Angeboten!

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