Nachhaltig Reisen: 9 Tipps für umweltbewusste Urlaubsfreuden

Nachhaltig zu reisen, bedeutet nicht, auf Urlaub zu verzichten. Im Gegenteil: Achtet ihr auch in der schönsten Zeit des Jahres auf einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck, entdeckt ihr guten Gewissens unbekannte Ecken, schützt Mensch und Tier und könnt euch auf spannende Begegnungen freuen.

Nachhaltig Reisen

Wie jeder Urlaub beginnt auch umweltfreundliches Reisen bei der Planung, die je nach Wunschort und Ansprüchen, die ihr an eure Reise stellt, durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Dafür werdet ihr mit unvergesslichen Erlebnissen belohnt. Wir zeigen euch, wie ihr Nachhaltigkeit ganz einfach in eure Reisepläne integrieren könnt und geben euch dazu 9 Tipps an die Hand.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet nachhaltig Reisen?
  2. Die Wahl des Reiseziels
  3. Ökologische Unterkünfte buchen
  4. Das Reiseziel vorab kennenlernen
  5. Sozialverträgliches Reisen
  6. Fortbewegung vor Ort
  7. Die Unterkunft unterstützen
  8. Achtsam mit der Natur umgehen
  9. Die richtige Balance: Nach der Reise ist vor der Reise

Das Wichtigste im Überblick

  • Möchtest du nachhaltig Reisen, ist eine gute Planung wichtig. Informiert euch bereits vorab über geltende Regeln und nehmt etwa passende Kleidung oder euer eigenes Duschgel mit.
  • Verzichtet möglichst auf Flüge und Fernreisen – wenn es weiter weggehen soll, nehmt euch viel Zeit, um Land und Leute auch richtig kennenzulernen.
  • Es gibt eine ganze Reihe von nachhaltig geführten Unterkünften und Nachhaltigkeitszertifikate, die euch bei eurem Vorhaben bereits umweltfreundliche Alternativen aufzeigen.

9 Tipps zum nachhaltigen Reisen

Ob Urlaub am Meer, in den Bergen oder in den Metropolen der Welt: Möchtet ihr mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck unterwegs sein, gibt es einige Maßnahmen, die ihr beim Reisen recht einfach ergreifen könnt.

1. Was bedeutet nachhaltig Reisen?

Nachhaltiges Reisen ist ein ganzheitliches Konzept, das oft auch als „sanfter Tourismus“ bezeichnet wird. Laut der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) berücksichtigt umweltverträglicher Tourismus sowohl ökologische als auch ökonomische und soziale Auswirkungen und Wechselwirkungen. Schließlich sollen Bedürfnisse der gastgebenden Regionen, der Umwelt, der Wirtschaft und der Besucher erfüllt werden. Seid ihr in den Regionen, die ihr besucht, achtsam unterwegs und verhaltet euch so, dass auch nachkommende Generationen daran teilhaben und Land und Leute intensiv kennenlernen können, seid ihr bereits auf dem richtigen Weg. Nicht zuletzt tragt ihr damit sogar dazu bei, die Welt ein Stück besser zu machen. Dabei sind alle Beteiligten vom Reiseveranstalter über die touristischen Einrichtungen vor Ort bis hin zu den Reisenden selbst gefragt.

Große Bischofsmütze im Dachsteingebirge in Oberösterreich

Je pfleglicher wir mit Naturschätzen umgehen, desto besser bleiben diese erhalten

2. Die Wahl des Reiseziels

Bereits bei der Wahl eures nächsten Reiseziels könnt ihr eine ganze Menge an CO₂Emissionen einsparen. Überlegt euch, ob es gleich eine Fernreise sein muss oder ob euch auch in deutlich nähergelegenen Regionen spannende Reiseziele interessieren. Grundsätzlich gilt: Je weiter weg ihr reist, desto mehr CO₂ wird dabei ausgestoßen, besonders Flüge sind dabei umweltschädlich. Möchtet ihr nicht ganz auf Fernreisen verzichten, könntet ihr euch überlegen, nicht so oft zu verreisen und dafür gleich länger bleiben. Damit habt ihr gleichzeitig die Gelegenheit, mit euren Ausgaben vor Ort die Regionen finanziell zu stärken und umso tiefer in die Kultur einzutauchen. Kürzere Reisen sollten euch nicht allzu weit weg führen. Bei Reisen in Deutschland und Europa stellt euch die Frage, ob ihr euer Wunschreiseziel vielleicht sogar mit Bus oder Bahn erreichen könnt.

Reisebus

Im Vergleich mit dem Flugzeug stoßen Bus und Bahn weniger Schadstoffe aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: Über Anbieter wie etwa atmosfair könnt ihr errechnen, wie viel CO2 euer Flug in den Urlaub ausstößt und mit einer Geldspende umweltfreundliche Kompensationsinitiativen auf der ganzen Welt unterstützen. Das ist zumindest besser, als gar nichts zu tun.
Unser Tipp: Möchtet ihr einmal ganz entschleunigt das eigene Land entdecken, schaut gern einmal bei unseren Deutschlandreisen vorbei, bei denen ihr auch ganz ohne Flugreise auskommt.

3. Ökologische Unterkünfte buchen

Auch bei eurer Unterkunft solltet ihr Wert auf Nachhaltigkeit legen. Sucht euch beispielsweise inhabergeführte Hotels heraus, die nur wenige Zimmer haben. So wisst ihr besser, wo euer Geld ankommt und habt gleich einen persönlicheren Kontakt zu den Einheimischen. Sogenannte Biohotels achten dazu darauf, regionale Produkte zu beziehen und haben beim Buffet oft eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen oder setzen gleich auf pflanzliche Vollkost. Nachhaltigkeitssiegel wie etwa Viabono, TourCert oder das Travelife Gold Zertifikat garantieren darüber hinaus, dass die jeweils vereinbarten Mindestanforderungen für einen nachhaltigen Tourismus vom Hotel eingehalten und gefördert werden. Jetzt müsst ihr euch nur noch entscheiden, ob ihr im Hotel nächtigen, eine Ferienwohnung mieten oder auch mal Glamping oder Ferien auf dem Bauernhof ausprobieren möchtet.

Frühstücksbüfett im Hotel

Regionale Produkte am Hotelbüfett können einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hoteltipp: Am Lago di Levico vereint das Bio Elite Hotel die Liebe zur Natur mit Wohlfühlambiente und gesunden Produkten aus zertifizierter biologischer Landwirtschaft.

4. Das Reiseziel vorab kennenlernen

Sind Reiseziel und Unterkunft gebucht, wird es Zeit, bereits vor Reiseantritt die Kultur vor Ort etwas kennenzulernen. Erkundigt euch beispielsweise, ob es bestimmte Kleidersitten gibt oder ob Fotografieren bei euren ausgewählten Sehenswürdigkeiten erlaubt ist. So zeigt ihr auch euren Respekt vor der Kultur vor Ort – immerhin seid ihr ja zu Gast dort. Die meisten Menschen freuen sich, wenn man sich mit ihrer Sprache und Kultur auseinandersetzt, daher ist es auch eine gute Idee, zumindest ein paar Wörter wie „Hallo“, „Bitte“ oder „Danke“ in der jeweiligen Landessprache zu erlernen. Auf diese Weise lernt ihr vielleicht sogar die ein oder anderen Einheimischen kennen, denn Sprache öffnet bekanntlich Türen. Wisst ihr, was euch im Urlaub erwartet, könnt ihr zudem richtig packen und müsst euch nicht vor Ort notgedrungen Sonnenbrille, Schulterbedeckungen oder ähnliches kaufen.

Frau mit Kamera in Florenz

Nicht überall ist das Fotografieren unproblematisch – informiert euch vor der Abreise

5. Sozialverträgliches Reisen

Mit eurem Verhalten vor Ort könnt ihr in Sachen nachhaltiges Reisen viel erreichen. Dabei ist es zum Beispiel recht einfach, die lokale Wirtschaft zu fördern und die Menschen zu unterstützen. Speist ihr außerhalb eures Hotels, probiert doch mal kleine lokale Restaurants. Oft wissen die Mitarbeiter in eurer Unterkunft oder auch lokale Reiseleiter, wo es gute einheimische Lokale gibt. So kommt ihr zum einen in den Genuss möglichst authentischer Speisen, zum anderen werden meist regionale Zutaten und Produkte verarbeitet, die keine langwierigen Importtransporte hinter sich haben. Auch Märkte sind eine herrliche Anlaufstelle, um lokale Spezialitäten zu entdecken. Dasselbe gilt für Souvenirs: Gebt lieber etwas mehr Geld in Läden und an Straßenständen aus, an denen die Produkte handgefertigt sind und unbedenkliche Materialien anstatt etwa Plastik oder gar Muscheln verwendet werden.

Souvenirs an einem Marktstand

Achtet beim Souvenir-Shopping auf Preis und Material der Produkte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: In vielen Ländern gilt es als unhöflich, ungefragt Menschen zu fotografieren. Achtet daher darauf, dass einzelne Personen auf euren Bildern nicht erkennbar sind oder fragt im Einzelfall nach, ob ihr jemanden fotografieren dürft – besonders, wenn ihr eure Fotos auf Social Media-Kanälen teilen möchtet.

6. Fortbewegung vor Ort

Was für die Anreise zu eurem Reiseziel gilt, sollte auch beim Fortbewegen vor Ort beachtet werden. Verzichtet, wenn möglich, auf einen Mietwagen und setzt lieber auf öffentliche Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn. In vielen Ländern ist beispielsweise das Fernbusnetz sehr gut ausgebaut und Tickets sind meist deutlich günstiger als ein Mietwagen. Um zum Startpunkt eurer Wanderung oder an den Strand zu kommen, ist auch das Fahrrad ein ideales Fortbewegungsmittel. Ihr spart euch die Parkplatzsuche, seht mehr von der Umgebung und spart CO₂-Emissionen ein. Inzwischen bieten viele Unterkünfte einen Fahrradverleih an, manchmal könnt ihr euch sogar ein E-Bike direkt in eurem Hotel ausleihen. Natürlich lassen sich nicht alle Ziele mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß erreichen, aber eventuell könnt ihr ja zumindest an einigen Tagen das Rad nutzen.

Fahrrad am Nordseestrand

Wer auch im Urlaub (Teil-)Strecken mit dem Rad zurücklegt, schützt die Natur

7. Die Unterkunft unterstützen

Handtücher, Bettwäsche und Klimaanlage: Diese drei Punkte verschlingen jährlich beachtliche Mengen an Ressourcen wie Strom und Wasser. Geht daher auch im Urlaub achtsam mit den Utensilien um und lasst Handtücher und Bettwäsche nicht jeden Tag wechseln. Checkt auch nochmal, ob Klimaanlage und Licht ausgeschaltet sind, wenn ihr das Zimmer verlasst, damit nicht unnötig Strom verbraucht wird. Shampoo– und Duschgelpröbchen im Hotelbadezimmer sind zwar nette Gesten, aber ihr könnt ganz nebenbei unnötigen Plastikmüll einsparen, wenn ihr sie nicht benutzt. Nehmt euch am Buffet nur so viel, wie ihr auch wirklich esst und bucht nur die Mahlzeiten, die ihr auch im Hotel einnehmt. Damit helft ihr auf lange Sicht, dass weniger Lebensmittel und Essen weggeworfen werden muss.

Handtücher auf dem Bett im Hotelzimmer

Hotel-Handtücher können problemlos mehrmals verwendet werden

8. Achtsam mit der Natur umgehen

Verhaltet euch in der Natur so, wie ihr auch zu Hause mit eurer Umwelt umgeht: Respektiert die Grenzen von Naturschutzgebieten, entsorgt euren Müll und Zigarettenstummel im Mülleimer und werft auch mal fremden Plastikmüll weg, den ihr auf euren Wegen entdeckt. Wenn alle zusammenhelfen, bildet sich sowohl bei Reisenden als auch bei den Einheimischen in Regionen, die unter einem Umweltproblem leiden, ein Bewusstsein dafür aus, dass eine saubere Umwelt nicht zuletzt auch einen wirtschaftlichen Mehrwert hat. Oftmals finden sich vor allem Plastikflaschen an den Wegrändern. Natürlich ist Trinken wichtig, nehmt daher am besten von zu Hause eine wiederverwendbare Trinkflasche mit, die ihr in Gegenden mit Trinkwasserqualität einfach am Wasserhahn auffüllt oder in anderen Regionen aus großen Behältern befüllt. So spart ihr die kleinen 0,5 l Plastikflaschen. Fragt in eurer Unterkunft nach, ob ihr eure Flasche kostenlos mit Trinkwasser auffüllen könnt oder nutzt in Städten wie Rom das öffentliche Trinkbrunnensystem.

Plastikflasche im Wald

Flora und Fauna danken euch für eine fachgerechte Müllentsorgung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: Baden im kristallklaren See oder auch in den salzigen Wellen des Ozeans ist für viele der Inbegriff von einem sommerlichen Urlaub. Achtet auf das internationale Siegel „Baue Flagge“, das für Leistungen in der Umweltarbeit vergeben wird.

9. Die richtige Balance: Nach der Reise ist vor der Reise

Seid ihr wieder zurück in eurer Heimat und habt zum Beispiel mithilfe von Emissionsrechnern ausgerechnet, wie viel Emissionen eure Reise in etwa freigesetzt hat, könnt ihr versuchen, euren ökologischen Fußabdruck im Alltag möglichst klein zu halten. Setzt dazu beispielsweise auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, um insgesamt schädliche Emissionen einzusparen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass ihr euren Energieverbrauch überhaupt erst kennt – schließlich ergeben Reisen und die alltägliche Routine zusammen den ökologischen Fußabdruck eines Menschen. Bereitet euch auch auf eure nächsten Reisen gut vor und informiert euch, welche umweltfreundlichen Unterkünfte und Ausflugsarten wie Radtouren oder Wanderungen infrage kommen. Dadurch steigt auch die Vorfreude, wenn ihr Land und Leute endlich selbst erleben dürft!

Zug im Bahnhof

Wer mit dem ÖPNV zur Arbeit fährt, trägt auch im Alltag zu mehr Nachhaltigkeit bei

Fazit zum nachhaltigen Reisen rund um die Welt

Reisen ist eine tolle Sache: Wir entdecken neue Kulturen und ungeahnte Traumziele und sammeln unvergessliche Urlaubserinnerungen. Umso wichtiger ist es, dass die Umwelt dabei möglichst wenig belastet wird. Reist ihr möglichst nachhaltig, warten spannende Begegnungen, überraschende Details und eine entschleunigte wie wunderschöne Auszeit auf euch. Lernt mehr über die Welt und über euch kennen, probiert völlig neue Wege aus und kehrt rundum bereichert nach Hause zurück. Wir wünschen euch viel Spaß beim nachhaltigen Reisen!

Steht euer Urlaub in Deutschland, Österreich oder Italien bevor, stöbert euch gern durch unsere Auswahl an Biohotels. Interessiert ihr euch für einen Radurlaub, schaut gern bei unseren Angeboten für Fahrradurlaub in Deutschland vorbei!
Teile diesen Beitrag!

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.