Ein Land der Exotik und Magie – unsere Tipps für Eure Indienreise

Mystische Sagen und Legenden ranken sich um Indien. Ein Land, das so groß ist, dasss es sogar ein Subkontinent ist. Bunte Märkte in lebhaften Städten mit kunstvollen und verspielten Tempeln bestimmen noch immer das tägliche Bild. Aber auch sehr viel unberührte Natur mit einer vielfältigen Tierwelt und traumhafte, menschenleere Strände gibt es hier zu sehen. Wir stellen euch Indien etwas genauer vor und verraten euch, was ihr in eurem Urlaub in Indien auf keinen Fall verpassen solltet.

Inhaltsverzeichnis:

Was ihr vor eurer Reise nach Indien wissen solltet

Indien und seine Lebensart sind für uns etwas sehr Exotisches und Unbekanntes. Um genau dies richtig genießen und einen unvergesslichen Urlaub mit vielfältigen Eindrücken erleben zu können, gibt es ein paar Dinge, die ihr beachten solltet. Ihr werdet schnell feststellen, dass eine einzige Reise nicht ausreicht, um die ganze Bandbreite dieses faszinierenden Landes zu erkunden.

Anreise: Zunächst solltet Ihr euch überlegen, welchen Teil Indiens ihr euch anschauen wollt. Danach richtet sich dann die Entscheidung, zu welchen Flughafen ihr fliegt. Wenn ihr den Norden oder Osten erkunden wollt, fliegt ihr in etwa 7,5 Stunden von Frankfurt nach Dehli. Interessiert ihr euch eher für die westlichen Regionen des Landes, dann solltet ihr Mumbai ansteuern, das in etwa in der gleichen Flugzeit erreicht werden kann. Eure Rundreise durch den Süden startet ihr am besten von Chennai aus, dem ehemaligen Madras. Dorthin gelangt ihr nur mit Umsteigeverbindungen, für die ihr insgesamt fast 12 Stunden Flugzeit einrechnen müsst.

Tipp: Damit ihr mehr Zeit im Land verbringen könnt, empfehlen wir euch, euren Flug zu „gabeln“. Zum Beispiel Hinflug nach Dehli und Rückflug ab Mumbai.

Einreise: Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Indien einen gültigen Reisepass. Darüber hinaus benötigt ihr ein Visum. Dieses müsst ihr vor eurer Abreise bei der indischen Auslandsvertretung oder online als e-Visa beantragen. Ein Visa on Arrival, also bei Ankunft im Land, ist nicht möglich. Euer Visum ist 365 Tage gültig und berechtigt euch innerhalb dieses Jahres zu mehreren Einreisen mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von jeweils 90 Tagen. Wie die Einreisebestimmungen für euch ausschauen, wenn ihr nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, solltet ihr bei der Indischen Botschaft eures Heimatlandes erfragen.

Ein bunt bemalter Innenhof eines Palastes in Jaipur, Indien

Bunte Höfe wie diesen werdet ihr in Indien oft sehen

Beste Reisezeit: Bei der Größe des Landes ist es nicht verwunderlich, dass sich nicht pauschal sagen lässt, wann die beste Reisezeit für Indien ist. Die hängt nämlich davon ab, welche Region ihr besuchen wollt. Der Norden, der sich ja bis zu den Gipfeln des Himalaya erstreckt, verfügt über ein relativ gemäßigtes Klima, das im Gebirge auch alpin ist. Vom Norden bis hinein nach Zentralindien ist zwischen Juni und September Regenzeit. Während des Monsuns kann es so heftig schütten, dass es zu großen Überschwemmungen kommt.

In Zentralindien herrscht ein trockenes Steppen- bzw. Wüstenklima. Dort kann es sehr heiß werden. Auch der Süden des Landes wird sehr heiß. Hier kommt dann aber noch die tropische Luftfeuchtigkeit dazu, die für uns Europäer schon mal sehr unangenehm werden kann. Im Süden dauert die Regenzeit von Oktober bis November und auch dort kommt es dann immer wieder zu Überschwemmungen.

Der meiste Regen fällt also im Sommer und die größten Niederschlagsmengen kommen an der Westküste und im Nordosten herunter, wo die Wolken sich am Himalaya stauen. Die trockensten aber auch heißesten Monate in Indien sind der April und der Juni. In manchen Gegenden steigen die Temperaturen dann auf 40 bis sogar über 50 Grad Celsius. Während es im subtropischen Norden im Dezember und Januar nachts schon mal auf 10 bis 15 Grad Celsius abkühlt, bleibt es dann auch im tropischen Süden noch sehr warm. Ihr seht schon, das Wetter ist gerade in Indien immer ein gutes Gesprächsthema.

Ein indischer Pilger in traditioneller Kleidung

Viele Inder tragen noch die traditionelle Kleidung, so wie dieser Pilger in Varanasi

Impfbestimmungen: Die gute Nachricht: es gibt keine vorgeschriebenen Impfungen für die Einreise nach Indien. Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, werden aber bestimmte Impfungen empfohlen. Also kramt rechtzeitig euren Impfpass hervor und prüft, ob die Impfungen noch aktuell sind. Empfohlen wird die Masernimpfung, sowie unter Umständen eine Gelbfieberimpfung, die dann zwingend ist, wenn ihr aus einem Gelbfiebergebiet einreist. Das Robert-Koch-Institut hat einen Impfkalender, auf dem ihr eine genaue Liste findet. Es kann nicht schaden, wenn ihr gegen Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut und die Japanische Enzephalitis geimpft seid.

Kleidung: Auch wenn es in Indien so richtig heiß wird, gibt es ein paar Dinge, die man nicht unbedingt tun sollte. Bei Männern heißt das: Verzichtet auf Shorts und greift auf lange, leichte Baumwoll- oder Leinenhosen zurück. Weite Klamotten sind auch angenehmer zu tragen als enganliegende, die euren Körper zu sehr betonen.

Frauen sind gut beraten, wenn sie weite, lange Röcke tragen. Schulterfrei ist in Indien ebenso tabu wie der knappe Bikini am Strand. Vor allem, wenn ihr in Indien Tempel und Moscheen besichtigen wollt, gilt: Je mehr vom Körper verhüllt ist, desto besser. Mit einem eher konservativen Kleidungsstil zeigt ihr den Einheimischen Respekt und werdet auch sehr viel freundlicher empfangen.

Abendstimmung auf einer belebten Straße in Jodhpur, Indien

Indiens Städte sind sehr lebhaft, manchmal sogar etwas chaotisch

Wenn wir schon beim Thema Respekt sind, möchten wir euch noch auf ein paar Verhaltensregeln hinweisen, die euch helfen, Missverständnisse und Unmut der Einheimischen zu vermeiden. So solltet ihr beim Betreten eines Privathauses aber auch eines Tempels, manchmal sogar bei Geschäften, eure staubigen Straßenschuhe ausziehen. Jemanden mit Handschlag zu begrüßen ist in Indien unüblich. Faltet eure Hände vor der Brust und sagt Namasté. Mit dieser indischen Grußformel werdet ihr schnell Freunde finden.

Beim Essen wartet dann schon das nächste Fettnäpfchen. Der durchschnittliche Inder isst mit der Hand, aber nur mit der rechten. Die Linke gilt als unrein und schmutzig, also bitte nie benutzen. Die freundlichen Menschen, die euren Aufenthalt im Restaurant oder Hotel angenehm gestalten, verdienen nicht besonders viel. Daher freuen sie sich über ein entsprechendes Trinkgeld. Das gilt auch für Taxifahrer, wenn sie euch beim Gepäck aus- oder einladen helfen.

Ein Schlangenbeschwörer in Indien lässt seine Kobra tanzen

Ein typisches Bild auf einem indischen Markt: die Schlangenbeschwörer

Die linke Hand habt ihr inzwischen ja schon an eurem Körper festgebunden, damit ihr sie nicht aus Versehen einsetzt. Es gibt aber noch weitere Körperteile, die man nicht zeigen sollte. Das sind die Füße. Auch die gelten als unrein, kein Wunder bei den staubigen Straßen Indiens, und so wird sehr darauf geachtet, dass man mit diesen niemanden berührt. Wenn ihr euch mangels Sitzgelegenheit auf dem Boden niederlasst, ist es ratsam zu knien, damit euer Gegenüber nicht auf eure Fußsohlen schauen muss. Das gilt als Beleidigung.

Noch ein Kuriosum zum Schluss. Wie ihr ja wisst, gelten Kühe in Indien als heilige Tiere. Die dürfen aber weder gefüttert noch gestreichelt werden und haben auch im dichtesten Stadtverkehr Vorfahrt. Für Kühe bremst jeder Inder, bei Fußgängern kann man sich da nicht immer so sicher sein.

Zwei Frauen erkunden in einer Riksha eine indische Stadt

Die beste Art, eine indische Stadt zu erkunden, ist eine Riksha-Fahrt

Sicherheit: Indien ist ein sicheres Reiseland und ihr könnt euch problemlos im Land bewegen. Es gibt nur eine Region, die ihr meiden solltet, und das ist Jammu und Kashmir an der pakistanischen Grenze. Natürlich gibt es aber vor allem in den großen Städten durchaus Ausnahmen. Wenn ihr euch aber eher konservativ kleidet und euren Wohlstand nicht allzu offensichtlich zeigt, wird euch nichts passieren. Die Rolex am Handgelenk weckt eben Begehrlichkeiten.

Große Menschenansammlungen und hier vor allem Demonstrationen solltet ihr vermeiden. Wenn ihr über einen Markt schlendert, haltet eure Taschen vor dem Körper und packt euren Geldbeutel in die vorderen Taschen. Das sind aber Dinge, die ihr sowieso auf jeder Reise in ein fremdes Land beachten solltet. Alleinreisende Frauen sollten in Indien etwas mehr Vorsicht zeigen als in anderen Ländern. Es kann sehr selten zu Übergriffen kommen, aber ihr wisst ja – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Öffentliche Verkehrsmittel und Tipps zur Fortbewegung im Land

In einem riesigen Land wie Indien ist es nicht immer einfach, die Infrastruktur auf dem besten Stand zu halten. Wenn ihr innerhalb Indiens unterwegs seid und größere Strecken zurücklegen müsst, ist das Flugzeug eure beste Wahl. Im ganzen Land verstreut gibt es Flughäfen und das Flugnetz ist gut ausgebaut.

Eine Familie in Indien fährt auf dem Motorrad

Ein beleibtes Fortbewegungsmittel in Indien ist das Motorrad

Die Alternative zum Flugzeug sind Züge. Es existiert ein etwa 60.000 Kilometer umfassendes Schienennetz und landesweit sind etwa 22 Millionen Menschen pro Tag mit dem Zug unterwegs. Jetzt spuken natürlich gleich wieder die Bilder von hoffnungslos überfüllten Zügen in eurem Kopf herum, aber es geht auch anders. Es gibt acht verschiedene Ticketklassen und außer in der billigen General Admission (Holzklasse) müsst ihr bei Buchung des Tickets einen festen Sitzplatz buchen, den ihr dann auch erhaltet.

Für euch interessant sind die dritte, zweite und Chair Class. Dritte und zweite Klasse sind Liegewagen und haben eine Klimaanlage. Die Chair Class ist mit bequemen Sitzen und Klimaanlage ausgestattet. Tickets könnt ihr direkt am Schalter kaufen oder aber online nach einer etwas umständlichen Registrierung, die ihr besser schon von zu Hause aus vornehmt. Schwierig wird es manchmal, den gebuchten Zug zu finden und auf Pünktlichkeit solltet ihr auch nicht setzen. Zug fahren in Indien ist aber ein spannendes Abenteuer, das durchaus seine Reize hat. Alternativ zum Zug gibt es auch klimatisierte Überlandbusse, teilweise sogar mit Schlafabteil für Nachtfahrten.

Indien verfügt über eines der größten Straßennetze der Welt. Solltet ihr also einen individuellen Urlaub planen, könnt ihr euch auch ein Auto mieten. Aber beachtet, dass in Indien wie in vielen ehemaligen britischen Kolonien Linksverkehr herrscht. Die National Highways, die die wichtigen Verkehrsknotenpunkte verbinden, sind noch recht gut ausgebaut. Sobald ihr diese aber verlasst, kann es euch schnell passieren, das ihr auf einer Schotterpiste landet. Daher empfehlen wir euch, ein Allradfahrzeug zu mieten. Vor allem, wenn ihr entlegenere Ziel anzufahren plant. Und denkt dran, Kühe haben immer Vorfahrt.

In den großen Städten ist ein Auto eher hinderlich, deshalb solltet ihr euch dort einen sicheren Parkplatz suchen und auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxi umsteigen. Oder ihr wagt euch mit einem Fahrrad ins Gewühl.

Indiens sehenswerteste Orte

Die Städte Indiens sind riesig und unübersichtlich. Aber sie bieten euch auch eine Fülle an prachtvollen Sehenswürdigkeiten. Wir stellen euch hier die wichtigsten vor.

Dehli – die Stadt der tausend Bilder

Die Metropolregion Dehli ist die Heimat von etwa 25 Millionen Menschen. Entsprechend hektisch kann es hier zugehen. Am schnellsten vorwärts kommt ihr in der Metro. Die erste Linie wurde erst 2002 eröffnet, heute gibt es acht Linien mit insgesamt 252 Kilometern Schienennetz. Ihr könnt euch aber auch mit Rikschas oder Taxen durch das Verkehrschaos chauffieren lassen.

Die mittelalterliche Festungs des Roten Forts in Indiens Hauptstadt Dehli

Das Rote Fort in Dehli ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt

Old Dehli ist die historische Altstadt mit engen Gassen, bunten Märkten, Moscheen und Tempeln. New Dehli ist der Regierungssitz. Dieser Stadtteil wurde von den Briten gebaut und ist daher etwas großflächiger und übersichtlicher angelegt. Das Hauz Khas Village im Süden der Stadt ist tagsüber aufgrund der vielen Ruinen und Parks sehenswert. Abends und nachts füllt sich das Viertel dann mit einem bunten Treiben, weil hier die beliebtesten Restaurants, Bars und Clubs zu finden sind.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Jama Masjid Moschee, das Rote Fort und den Siegesturm erkundet ihr am besten im Rahmen einer Hop-On Hop-Off Bustour. Eine ganz besondere Art die Stadt zu entdecken sind die Salaam City Walks, bei denen euch ehemalige Straßenkinder durch die Stadt führen. Da wird euer Stadtrundgang zu einer guten Tat.

Amritsar – die heilige Stadt der Sikh

Im Bundesstaat Punjab, nahe der pakistanischen Grenze, liegt diese Stadt, die einen der bedeutendsten Tempel Indiens zu bieten hat. Der Hari Mandir, auf Deutsch Gottestempel, ist das höchste Heiligtum der Sikh. Diese Religionsgemeinschaft verehrt hier ihren Gott, der keine Gestalt hat, in einem goldenen Tempel, der mitten in einem See liegt. Das Wasser des Sees hat angeblich Heilkräfte.

Die Fassade des Goldenen Tempels in Amritsar in Indien speigelt sich im Wasser eines Sees

Der Goldene Tempel in Amritsar ist eine der meistbesuchten Sehehnswürdigkeiten Indiens

Durch die Lage im Wasser strahlt das Blattgold der Fassade noch eindrucksvoller, vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang oder nachts, wenn der Tempel angestrahlt wird. Umgeben wird dieser Tempel von einer prachtvollen Palastanlage. In der Stadt gibt es noch weitere sehenswerte Tempelanlagen.

In den Gassen der Altstadt könnt ihr auch über den Guru Basar mit seinen funkelnden Goldschmuckstücken schlendern. Lokale Produkte  erwarten euch auf dem Katra Kathian Basar.

Agra – die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches

Im 16. und 17. Jahrhundert war Agra die Hauptstadt des sagenumwobenen Mogulreiches. Die Hauptattraktion dieser Stadt ist gleichzeitig eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes, das Taj Mahal. Doch dazu später mehr. Unbedingt anschauen müsst ihr euch hier die eigentliche Hauptstadt der Großmogule, Fatehpur Sikri, die heute eine Geisterstadt ist.

Rotes Fort von Agra in Urrat Pradesh in Indien

In Agra gibt es mehr zu sehen als nur das Taj Mahal, zum Beispiel dieses Rote Fort

Eindrucksvoll ist auch das Fort von Agra, das aus rotem Sandstein erbaut wurde. Vom Dach des Forts habt ihr einen tollen Ausblick über die Gegend und das Taj Mahal. Natürlich haben sich die Herrscher des Mogulreichs noch andere Mausoleen bauen lassen, die von der Macht ebendieser zeugen. Dazu gehören das Akbar Mausoleum und Itimad-du-Daulah, das kleine Taj. Auch einige wunderschöne Moscheen gibt es in dieser Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, zu besichtigen.

Jaipur – die pinke Stadt

Obwohl Jaipur mit 3,5 Millionen Einwohnern eine große und hektische Stadt ist, sollte sie auf eurer Besuchsliste sehr weit oben stehen. Die Hauptattraktion ist die rosafarbene Altstadt. Die Farbe erhielt die Stadt 1876, als der Besuch des Kronprinzen Albert angekündigt wurde. Die Farbe rosa steht in Rajasthan für Gastfreundschaft und so wollte man den Prince of Wales besonders willkommen heißen.

prächtig dekorierter Innenhofeines Palaste in Jaipur, Indien

Jaipur in Rajasthan ist eine der sehenswertesten Städte Indiens

Innerhalb der Stadtmauern erwarten euch bei einem Bummel viele kleine Geschäfte, in denen ihr günstig Pashmina Schals, farbenprächtige Teppiche und andere Souvenirs kaufen könnt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Palast der Winde. Auch der City Palast ist durchaus einen Besuch wert. Ein wirklich einzigartiges Fotomotiv ist der Wasserpalast Jal Mahal, der mitten in einem See umgeben von Bergen liegt.

Etwas außerhalb der Stadt thront hoch oben auf einem Hügel das Amber Fort, eines der schönsten seiner Art in Indien. Oberhalb dieses Forts befindet sich das eher selten besuchte Jaigarh Fort mit einer spektakulären Aussicht. Beim Besuch des Galta Ji Tempels werdet ihr an das Dschungelbuch erinnert, denn hier lebt eine große Schar an Affen.

Udaipur – das Venedig des Ostens

Im Süden Rajasthans liegt diese Stadt, die aufgrund der Seen die sie umgeben Venedig des Ostens genannt wird. Oder aber auch die weiße Stadt. Verwunschene Paläste und Tempel geben Udaipur einen romantischen Anstrich. Von außen schaut der City Palast nicht so spektakulär aus, aber in den verwinkelten Gängen im Inneren warten viele Überraschungen auf euch. Vor allem die Ausblicke über die Stadt lohnen den Besuch.

hsisorische Häuser am Seeufer in Udaipur, Indien speigeln sich im Wasser

In der Stadt Udaipur findet ihr viele romantsiche Fleckchen am Wasser

Ganz in der Nähe befindet sich der weiße Jagdish Tempel. Eine romantische Auszeit verspricht eine Bootstour auf dem Pichola-See, der vor 500 Jahren künstlich angelegt wurde. Auf einer der Inseln steht ein prachtvolles Luxushotel, das echten James Bond Fans bekannt vorkommen dürfte.

Einen Einblick in die verschiedenen Kulturen des Landes erhaltet ihr im Freilichtmuseum Shilpram. Dort wurden einfache, traditionelle Häuser aus verschiedenen Bundesstaaten nachgebaut. Nach eurer Besichtigungstour lohnt noch ein Bummel durch die Altstadt mit bunt verzierten Fürstenhäusern und guten Einkaufsmöglichkeiten.

Mumbai – Wirtschaftszentrum und Bollywood

Das ehemalige Bombay ist die größte Stadt Indiens. In seiner Metropolregion leben 30 Millionen Menschen. Mumbai ist die reichste und auch widersprüchlichste Stadt Indiens. Hier treffen die Wolkenkratzer der Innenstadt auf zahlreiche Überbleibsel aus der Kolonialzeit. Die größte Filmindustrie der Welt lässt in – für unsere Augen – kitschiger Weise die Traditionen des Landes weiterleben.

Der historische Bahnhof in Mumbai ist der größte der Welt

Der Bahnhof in Mumbai sieht eher aus wie ein riesiger Palast

Das Wahrzeichen der Stadt ist das erst 1924 fertiggestellte Gateway of India. Von den Briten als gebührender Empfang für englische Besucher geplant, war es auch das Zeichen der Verabschiedung der Kolonialtruppen im Jahr 1948. Von hier starten Touren zur Elephanta-Insel mit ihren mystischen Höhlentempeln.

Auch der größte Bahnhof der Welt ist in der Stadt beheimatet und ein Relikt aus Kolonialzeiten. Vom Gate aus erreicht ihr Colaba, den Stadtteil mit vielen kolonialen Bauten zwischen denen ihr auch viele Restaurants entdeckt. Und wenn ihr mal einen Tag ausspannen wollt, bietet euch Mumbai eine große Anzahl an wunderschönen Stränden.

Goa – das tropische Aussteigerparadies

In den 1980er Jahren galt es als schick, zu einem Selbstfindungstrip in ein Ashram nach Goa zu fahren. Die ehemalige portugiesische Kolonie wird als eines der besten Einsteigerziele für Indien-Urlauber angesehen. Die einfachen Hütten der ersten Goa-Touristen sind längst modernen Resort-Anlagen gewichen, die euch einen sehr komfortablen Urlaub garantieren. Ihr findet hier traumhafte, oft noch einsame Strände, an denen ihr entspannen oder euren Lieblingswassersport ausüben könnt.

einsamer Strand in Goa mit Fischerbooten

Goa bietet euch echte Traumstrände, die oftmals sehr einsam sind

Es gibt aber auch abseits des Strandes einiges zu entdecken. Zum Beispiel Velha Goa, die ehemalige portugiesische Hauptstadt mit ihren prachtvollen Kirchen. Ein echtes Naturspektakel erwartet euch bei einem Ausflug zu den Dudhsagar Wasserfällen. Sie liegen im Bhagwan Mahavir Wildpark, wo ihr eine Vielzahl an exotischen Tieren in freier Wildbahn beobachten könnt, darunter Elefanten.

Am lebendigsten ist die Hippie-Atmosphäre in Arambol geblieben. Dort findet ihr noch den Spirit der früheren Aussteiger. In Anjuna und dort vor allem am Vagator Beach fühlen sich nicht nur die heiligen Kühe wohl. Entlang dieses Strandes erlebt ihr in den Beach Bars das, was als Goa Party bei uns lange Zeit ein Megatrend war.

Mysore – die Gartenstadt mit vergoldeten Tempeln

Tief im Landesinneren des tropischen Südens im Bundesstaat Karnataka steht dieses Juwel einer Stadt. Hier lebt sie noch die Pracht der legendären Maharadschas. Das zeigt sich besonders am riesigen Amba-Vilas-Palast, der inmitten eines Parks liegt und jeden Sonntag ab 19 Uhr für eine Stunde von 96.000 Glühbirnen zum Leuchten gebracht wird. Die frühere Herrscherfamilie bewohnt immer noch einen Teil dieses Palastes.

Der Palast in Mysore in der für Indien typischen Architektur

Eingebettet in weitläufige Parks ist der Palast von Mysore

Einen traumhaften Blick über die Stadt genießt ihr vom 1062 Meter hohen Chamundi Hill, der von einem Hindu-Tempel gekrönt wird. Wenn euch die Hitze nicht zu sehr zusetzt, könnt ihr diesen Hügel über eine Treppe mit 1000 Stufen besteigen. Es gibt aber auch einen Bus der euch nach oben fährt. Die Altstadt ist geprägt von prachtvollen Palästen auch aus der britischen Kolonialzeit und vielen Tempeln mit goldenen Dächern.

Der Devaraja Markt ist einer der farbenprächtigsten Märkte des Landes. Hier wird findet ihr wirklich alles Mögliche zu kaufen. Mysore ist auch bekannt für eine Vielzahl an herausragenden Restaurants, in denen euch traditionelle indische Küche serviert wird. Außerdem bietet die Stadt einen guten Ausgangspunkt für die Besichtigung weiterer Tempelanlagen in der Umgebung.

Chennai – die Lifestyle-Metropole

Bis 1996 hieß die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu noch Madras. Sie gilt als besonders weltoffen und spielt eine Vorreiterrolle in religiösen, künstlerischen und auch kulinarischen Dingen. Die Stadt besitzt eine weit zurückreichende Geschichte. Schon die Phönizier, Griechen und Römer trieben hier Handel mit den Einheimischen. Heute ist Chennai neben Mumbai das zweite Zentrum der indischen Filmindustrie und bietet euch neben traumhaften Stränden auch Golfplätze, Themenparks und Pferderennen.

Der Bahnhof von Chennai erstrahlt im leuchtendem Roti

Ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit ist der Bahnhof von Chennai

Im nördlichen Stadtteil Georgetown könnt ihr neben dem ältesten britischen Fort Indiens viele weitere Bauten aus der Kolonialzeit bewundern. Der Kapeeleshwarar Tempel ist Shiva gewidmet und bildet die Kulisse für abendliche Tanzshows. Sehenswert ist auch das Government Museum im Stadtteil Egmore, das auch die National Art Gallery beherbergt.

Etwas südlich von Chennai befindet sich das Daksina Chitra Freilichtmuseum, das ihr besuchen solltet, wenn ihr euch für die Kultur und Traditionen Indiens interessiert. Ein Tipp für alle, die Reptilien lieben, ist der Madras Crocodile Bank & Guindy Snake Park. Dort seht ihr 17 verschiedene Krokodilarten.

Hyderabad – ein islamisches Zentrum im Herzen von Indien

Hyderabad liegt auf einem Plateau und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Telangana. Die Stadt wurde von den Sultanen von Golkonda gegründet, deren Reich so mächtig war wie das der Mogule im Norden Indiens. Da Golkonda als nicht mehr standesgemäß erachtet wurde, baute der Sultan ab 1591 in der Nähe seine neue Hauptstadt Hyderabad. Das Zentrum dieser Stadt war das Chaminar, ein Triumphbogen, der von einer Moschee gekrönt ist. Deren vier Minarette sind weithin sichtbar in der Stadt. Dieser Bogen erinnert an das Ende der Pest.

Das Chaminar ist ein Torbogen auf den eine Moschee gebaut wurde

Weithin sichtbar ist das Chaminar, das Wahrzeichen von Hyderabad

Gleich daneben befindet sich die Mekka-Moschee. Sehenswert ist auch der im indo-europäischen Stilmix erbaute Chowmahalla Palace. Ein Ausflug empfiehlt sich zum Fort Golkonda, der ursprüngliche Sitz der Sultane. Wir empfehlen euch, euren Besuch hier auch zum Verkosten der typischen Küche der Region zu nutzen. Hyderabad ist bekannt für seine überaus köstlichen Biryanis, einem sehr leckeren Reisgericht, das mit den unterschiedlichsten Zutaten angereichert wird.

Varanasi – die heiligste Stadt der Hindus

An dieser heiligen Stadt am Ganges scheiden sich die Geister. Sie ist laut und nicht besonders sauber. Andererseits erhaltet ihr hier einen sehr tiefen Einblick in die hinduistische Kultur Indiens. Gemäß der hinduistischen Religion erreichen Gläubige, die hier sterben, das ewige Leben.

Außerdem hat die Stadt, die eine der ältesten Indiens ist, für erfahrene Indienreisende einiges zu bieten. Varanasi ist der Legende nach die Stadt Shivas, einer der Gottheiten der Hindus. Am Flussufer befinden sich die Ghats, Badetreppen, an denen die Gläubigen ihren religiösen Handlungen nachgehen.

Am Gangesufer in Varanasi leigen die Ghats

Auf den Treppen am Ganges in Varanasi vollziehen Hindus heilige Riten

Die engen Gassen der Altstadt sind voller Händler, die Devotionalien an die Gläubigen verkaufen. Natürlich gibt es in einer heiligen Stadt auch einige Tempel zu sehen. Im Bharat-Mata-Tempel bestaunt ihr ein beeindruckendes Marmorrelief und der Goldene Tempel leuchtet im Sonnenlicht. Der heiligste der Tempel ist der Vishvanath-Tempel am Ende der Basargasse.

Sightseeing trifft auf Kultur: Das sind die Highlights in Indien

In seiner langen Geschichte hat Indien einen reichen Schatz an Kulturdenkmälern angesammelt. Aber nicht nur Tempel und Paläste lohnen einen Besuch. Das Land hat auch sehr viele Naturschätze und wunderschöne Landschaften zu bieten.

Taj Mahal – der größte Liebesbeweis

In Agra befindet sich dieses einzigartige Bauwerk. Großmugul Shah Jahan hat das Mausoleum für seine verstorbene Frau errichten lassen. Das Bauwerk sollte so groß werden wie die Liebe des Moguls zu ihr. Entstanden ist ein Denkmal, das direkt aus den Märchen von 1001 Nacht entsprungen scheint.

Das Taj Mahal in einem Park mit Wasserkanal in Indien

Weithin sichtbar ist das riesige Mausoleum Taj Mahal

Die zentrale Kuppel ist 57 Meter hoch und im weißen Marmor, aus dem das Gebäude errichtet wurde, funkeln allenthalben diverse Edelsteine. Um die ganze Pracht des Mausoleums weithin scheinen zu lassen, wurde um es herum ein riesiger Garten angelegt und vor dem Haupteingang ein künstlicher See aufgestaut, in dem sich die Fassade spiegelt. Wenn ihr euch auf eine Indienreise begebt, sollte der Besuch dieses Monuments ganz oben auf eurer To-Do-Liste stehen.

Palast der Winde – der sichere Logenplatz

In der Pink City Jaipur steht dieser Palast mit seiner Fassade aus rotem und rosa Sandstein. Er sollte einerseits eine Demonstration des Reichtums und der Macht des Rajputenfürsten sein und andererseits seinen Haremsdamen einen sicheren Wohnort bescheren.

Die rote Fassade des Palasts der Winde in Jaipur ist reich verziert

Die beeindruckende Fassade des Palast der Winde

Die spektakuläre Fassade mit den vielen bemalten Balkonen hatte den Zweck, dass die Frauen des Herrschers den Festtagsprozessionen in den Straßen von Jaipur beiwohnen konnten, ohne gesehen zu werden. Der Palast der Winde erhielt seinen Namen aber deshalb, weil aufgrund der Bauweise im Inneren immer ein frischer Wind weht, der das Gebäude kühlt. Quasi die erste Klimaanlage der Welt.

Sri Meenakshi Tempel

In der Stadt Madurai im Bundesstaat Tamil Nadu liegt diese sechs Hektar große Tempelanlage. Die mit bunten Götterfiguren verzierten Türme der Anlage sind von vielen Punkten der Stadt aus sichtbar. Hier huldigen die Hindus den Göttern Meenakshi und Shiva. Die eigentlichen Schreine dürfen zwar nur von Hindus betreten werden, aber in der Anlage gibt es auch so einiges zu entdecken.

Die Tempel der Hindus sind sehr bunt, wie der Meenakshi Tempel in Madurai, Indien

Eine echte Farbenpracht ist der Schrein des Sri Meenakshi Tempels

Neben den bunten Statuen an den Türmen sind auch die Decken der verbindenden Gänge mit bunten Gemälden verziert. In der 1000 Säulen Halle befindet sich ein Tempelmuseum und in der Anlage verteilt findet ihr eine Vielzahl an Händlern, die Figuren, Blumen und Räucherstäbchen für die Pilger verkaufen.

Jim Corbett Nationalpark

Wenn ihr nicht immer nur beeindruckende Bauten besichtigen wollt, sondern auch Abenteuer in der Natur erleben, dann raten wir euch Indiens ältesten Nationalpark zu besuchen. Er liegt zu Füßen der mächtigen Himalaya-Gipfel und ist geprägt von sanften Hügellandschaften, durch die sich mehrere Flüsse winden. Das Herzstück des Parks bildet der See. Unter den 110 Baumarten, die hier wachsen, finden sich viele Mangobäume.

Zwei Tiger auf einem Waldweg in einem Nationalpark in Indien

Die Tiger sind die Könige des indischen Dschungels

Die Hauptattraktion des Parks sind aber die Bengalischen Tiger. Seit 1973 werden diese hier und im angrenzenden Sonanadi-Schutzgebiet im „Projekt Tiger“ besonders geschützt. Neben den Raubkatzen könnt ihr hier zudem asiatische Elefanten, Leoparden und Nashörner in ihrem natürlichen Lebensraum bewundern.

Jodhpur – die blaue Stadt

In Rajasthan etwa 350 Kilometer von Jaipur entfernt liegt diese Stadt, die ebenfalls einen dominierenden Farbton besitzt. Ursprünglich war das Blau den Häusern der Brahmanen vorbehalten, doch nach und nach zogen die restlichen Einwohner nach und so sind heute die meisten Häuser blau gestrichen.

Zu Füßen eines mittelalterlichen Forts liegt die blaue Stadt von Jodhpur in Indien

Die meisten Häuser in Jodhpur sind blau gestrichen

In der Stadt gibt es mehrere Paläste und Tempel zu sehen. Ein weiteres Highlight ist der Bal Samand See, ein Stausee, der bereits 1159 vor Christus angelegt wurde. An seinen Ufern finden sich Picknickplätze und Obstgärten. Ein zauberhafter Kontrastpunkt zu den hektischen Städten Indiens. Noch mehr Natur, dieses Mal mit Kultur gespickt, findet ihr im Mandore Garten etwas außerhalb von Jodhpur.

Ellora Höhlen – die Tempelstadt, die aus dem Fels gehauen wurde

Wenn ihr von Mumbai aus etwa 350 Kilometer ins Landesinnere fahrt, erreicht ihr Aurangabad. Die Stadt selbst ist nicht besonders sehenswert, dafür die Ellora Höhlen, die etwas außerhalb liegen. Hier wurden insgesamt 34 Tempel in den Fels gehauen.

Ein ganze Tempelstadt, die in an den Ellora Caves aus dem Fels gehauen wurde

Echt faszinierend sind die Tempel bei Aurangabad, die aus den Felsen geschnitzt wurden

Teilweise sind es buddhistische oder hinduistische Tempel, aber auch einige Jain-Höhlen finden sich hier. Ihr werdet beeindruckt sein, was die Steinmetze hier aus den Felsen herausgeschnitzt haben.

Konarak – der Sonnentempel

Am Golf von Bengalen etwa 500 Kilometer südlich von Kalkutta liegt dieser einzigartige und etwas kuriose Tempel. Er wird von sieben Pferden „gezogen“, die für die Wochentage stehen. Gebaut wurde er auf 24 Rädern, eines für jede Stunde des Tages. Der Tempel stammt aus dem 13. Jahrhundert und war dem Gott Surya geweiht.

Der sonnentempel in Konarak wird auch schwarze pagode genannt

Der Turm des Tempels ragt weithin sichtbar über das Land

Das eigentlich kuriose und für manche seltsam anmutende an diesem Tempel sind die erotischen Figuren, die den Sockel zieren. Jedes Jahr im Dezember findet bei diesem Tempel ein Festival des klassischen indischen Odissi-Tanzes statt.

Darjeeling – wandern in Teeplantagen

Wenn die britischen Kolonialherren etwas Abkühlung suchten, fuhren Sie nach Darjeeling. Dort gab es schon damals die vielen Teeplantagen, auf denen einer der besten Tees der Welt wächst. Außerdem war es hier in den Bergen des Himalaya kühler als im indischen Tiefland.

Eine Dampflok zieht den historischen Zug durch Darjeeling

Eine Reise zurück in die Kolonialzeit unternehmt ihr mit dem Toy Train

Die Stadt ist heute ein Juwel viktorianischer Architektur und schaut so gar nicht indisch aus. Von hier könnt ihr mit dem historischen „Toy Train“ zum höchstgelegenen Bahnhof der Welt fahren. Diese Stadt ist der perfekte Urlaubsort für euch, wenn ihr gerne in atemberaubender Landschaft aktiv seid.

Vielfältig und scharf – die Küche Indiens

Indien ist ein Vielvölkerstaat und die Einwohner gehören vielen verschiedenen Religionen an. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die indische Küche regional sehr unterscheidet. Eines haben die meisten Gerichte aber doch gemeinsam. Es wird mit unterschiedlichen Curry-Mischungen gewürzt und die traditionelle Gerichte sind für einen Großteil von uns Europäern zu scharf. Die indische Küche kennt sechs Geschmacksrichtungen, die im Idealfall alle in einem Gericht vorkommen sollten: süß, sauer, salzig, würzig, bitter und zusammenziehend.

Vor allem die Anhänger des Hinduismus verzichten weitestgehend auf Fleisch, deren Küche ist also etwas, das auch bei uns im Trend liegt, und Indien zumindest kulinarisch zu einem Paradies für Vegetarier und Veganer macht. Ein weiterer Punkt, der Indern beim Essen wichtig ist, ist die Gesundheit. Daher werden Gewürze auch unter diesem Aspekt eingesetzt. In fast jedem Gericht finden sich also Ingwer, Kurkuma, Kardamom und Chili.

Ein Indisches Curry in einer Schüssel

Ein Curry in Nordindien muss in Soße schwimmen

Im Norden Indiens wird noch häufig Fleisch gegessen. Allerdings in der Regel Hühnchen, Lamm und Ziege. Aus dieser Region stammen die bei uns so beliebten Mughal-Currys und auch die Tandoori Gerichte. Tandoori steht für mariniertes Fleisch, das im Tonofen gebacken wird. Die Küche des Nordens ist der beste Einsteiger für uns Europäer, da hier nicht ganz so scharf gewürzt wird. Im Osten des Landes, vor allem in Bengalen, isst man oft Fisch-Currys. Sowohl in den Seen und Flüssen, wie auch im Meer gibt es ja genügend davon. Ansonsten ist diese Region bekannt für ihre Desserts und Süßigkeiten. Ein Essen ohne Kokosnuss ist hier so gut wie unvorstellbar.

Im Westen dominieren wieder Fisch und Meeresfrüchte den Speiseplan. Statt Reis isst man hier aber eher Hirse und anderes Getreide, das in dieser Region wächst. Auch Linsen werden zwischen Mumbai und Goa oft verzehrt. In Goa spürt ihr dann auch noch den portugiesischen Einfluss und die regionalen Spezialitäten muten mediterran an.

Eine leckere Mahlzeit aus verschiedenen Gericht ist Thali

Mal auf einem Tablett, mal auf Bananenblättern serviert: Thali

Im Süden stellt die Kokosnuss ebenfalls eines der Grundnahrungsmittel dar. Pflanzenmilch kommt in die Currys, das Wasser wird gerne als Erfrischungsgetränk genossen. Das Fleisch der Nuss wird geraspelt und landet dann in so gut wie jeder Mahlzeit. Dafür werdet ihr hier in der traditionellen Küche Fleisch nur sehr selten antreffen. Eine Spezialität des Südens ist das Thali. Dabei werden auf einem runden Tablett oder Bananenblatt mehrere kleine Schüsselchen angerichtet, die Gemüsegerichte und verschiedene Soßen und Gewürze enthalten. Dazu wird dann das typische Brot Nan serviert. Die Küche des Südens ist gleichzeitig die schärfste Indiens.

Typisch indisches Reisgericht Biriyani

Biriyani wird oftmals in einem Tontopf gegart

Neben den Currys in den verschiedensten Variationen findet ihr auch oft Biriyani auf der Speisekarte. Die Basis bildet gerösteter Reis, der mit Mandeln, Rosinen und unterschiedlichen Gewürzen gekocht wird. Je nach Region findet ihr dann noch Gemüse, Fisch oder Fleisch in dieser Reispfanne.

Generell müsst ihr euch darauf einstellen, dass das, was ihr von eurem Lieblingsinder in eurer Stadt kennt, für europäische Gaumen entschärft wurde. Ihr solltet euch also während eures Indien Urlaubs langsam an die regionalen Gepflogenheiten herantasten und dem Kellner vielleicht sagen, dass ihr es nicht ganz so scharf wollt. Wer es scharf und würzig mag, wird aber in Indien eine der besten Küchen der Welt kennen lernen.

Ein Glas Lassi ist erfrischend und gesund

Ein Glas Lassi ist herrlich erfrischend und gesund

Auch bei den Getränken gibt es sehr viele leckere Dinge zu entdecken. Im Norden trinkt man häufig Tee. Kein Wunder, da ja Darjeeling um die Ecke liegt. Der wird dann oft als Chai (mit Zucker und Milch) oder Masala Chai (zusätzlich mit Gewürzen) serviert. Das Joghurtgetränk Lassi mit verschiedenen Fruchtsäften verfeinert, ist ja auch bei uns inzwischen überall zu haben. In Südindien wiederum geht nichts ohne einen anständigen Kaffee. Wenn er mit Milch und Zucker vermischt wurde, heißt er dann Kapi. Alkohol wird in Indien nicht so viel getrunken. Es gibt wenn dann hauptsächlich Bier. Einen guten Wein zum Essen, werdet ihr in Indien sehr selten oder nur in gehobenen Restaurants finden.

Wo ihr besonders gut und authentisch essen könnt, zeigen euch unsere Restaurant-Tipps:

  • Im Viertel Taj Ganj in Agra findet ihr viele Rooftop Restaurants. Das gibt es sehr häufig in Indien, da ja die Straßen recht staubig sind. Oben auf dem Dach lässt es sich also viel entspannter essen. Besonders gut schmeckt es hier in der Shanti Lodge.
  • In Udaipur direkt am Lake Pichola bietet das Ambrai Restaurant direkt am Seeufer neben einem guten Essen auch noch einen traumhaftem Ausblick.
  • Manuhaar – The Taste of Tradition im Hotel Sahara Star in Mumbai ist spezialisiert auf Thalis. Die Gerichte werden in einer offenen Küche zubereitet und dann auf einem Metalltablett serviert.
  • Auch in Jodhpur entdeckt ihr viele Dachterrassenrestaurants. Eines der besten ist das Dylan Cafe Restaurant. Hier trifft gut und günstig im besten Sinne zu.
  • Laut Tripadvisor das beste Indische Restaurant in Dehli ist das Thyme im Umrao Hotel. Es ist modern eingerichtet und ihr sitzt hier auf Stühlen an einem Tisch, was in Indien nicht immer der Fall ist.

Indien, das ist Magie, Exotik und Mystik. Bei euren Reisen durch dieses riesige Land werdet ihr aus dem Staunen nicht heraus kommen. Lasst euch verzaubern von der bunten Vielfalt der Kulturen und der Einzigartigkeit der Natur. Ein Urlaub in Indien ist nicht unbedingt die komfortable Pauschalreise (auch wenn dies in Goa durchaus möglich ist), aber garantiert angefüllt mit spannenden Erlebnissen und vielen Eindrücken, die euch noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Wenn ihr euch jetzt selbst nach Indien aufmachen wollt, findet ihr auf sonnenklar.TV zahlreiche Angebote für euren Urlaub in Indien.

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