Hilfreiche Tipps gegen Seekrankheit

Wer kennt es nicht? Da freut man sich auf den geplanten Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff und kaum hat es abgelegt, schon geht es los: Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Die sogenannte Seekrankheit plagt viele, die eigentlich nur Erholung suchen. Doch woher kommt dieses ungute Gefühl und was kann man dagegen tun?

Frau leidet unter Übelkeit wegen Seekrankheit während Schifffahrt

Hinweis: Die Seekrankheit ist zusammen mit der Luft-, Raum- und Landkrankheit eine Unterform der Reisekrankheit, auch Kinetose genannt. Alle Varianten der allgemeinen Übelkeit haben einen ähnlichen Auslöser und die Betroffenen zeigen die gleichen Symptome.

Ursachen für Seekrankheit

Der Grund für Seekrankheit ist unser Gehirn: Wenn wir unter Deck sind, nehmen unsere Augen keine Bewegung wahr, da wir stabil sitzen und alles um uns herum stabil bzw. unbewegt erscheint. Unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr jedoch leitet dem Gehirn genau das Gegenteil weiter. Denn dieses nimmt wahr, dass der Körper in Bewegung ist – dies führt zu einem Verarbeitungskonflikt im Gehirn und schon spürt man die ersten Symptome.

Meist beginnt Seekrankheit mit Müdigkeit und Kopfschmerzen, geht dann in Schweißausbrüche über und endet dann häufig beim Schwindelgefühl, Übelkeit und im schlimmsten Fall sogar im Erbrechen. Im sehr seltenen Fall kann Seekrankheit sogar zum Tod führen, wenn der Betroffene an einer Herz-Kreislauf-Störung leidet.

Prinzipiell kann jeder Mensch seekrank werden, doch viele reagieren körperlich stärker auf den Wellengang als andere. So leiden mehr Frauen als Männer sowie mehr jüngere Menschen als ältere unter Seekrankheit. Generell legt sich das Gefühl nach wenigen Stunden, dennoch können die Symptome bis zu mehreren Tagen anhalten. Damit man trotzdem noch den wohl verdienten Urlaub an Bord genießen kann, gibt es einige Tipps und Tricks, mit denen die Seekrankheit verkürzt oder ihr sogar vorgebeugt werden kann!

Mann leidet unter Seekrankheit

So beugt ihr Seekrankheit vor: Reisevorbereitung

Vorsicht ist besser als Nachsicht – und das gilt bei Seekrankheit ganz besonders. Den unguten Symptomen könnt ihr nämlich bereits vor Ablegen vorbeugen.

Ausreichend Schlaf

Eine Sache, die ihr bereits vor Betreten des Schiffes nicht vernachlässigen dürft, wenn ihr anfällig für Seekrankheit seid, ist Schlaf. Geht keinesfalls müde an Bord, sondern ordentlich ausgeschlafen. Denkt auch daran, dass die Angst vor der Seekrankheit die Symptome noch verstärken kann. Wer also bereits häufiger unter Reisekrankheit gelitten hat und sich deshalb viele Gedanken darüber macht, sollte sich schon am Vortag Ablenkung suchen: Lest ein Buch, macht einen entspannten Spaziergang oder eine Runde Sport. Dann könnt ihr das Schiff ohne negative Erwartungshaltung betreten.

Essen – aber richtig

Essen ist ebenso ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Seekrankheit vorzubeugen: Das Schiff mit leerem Magen zu betreten, ist nie eine gute Idee, da so das Übelkeitsgefühl verstärkt werden kann. Aber auch zu reichhaltig solltet ihr vorher nicht gegessen haben. Wichtig ist es, leichte Kost zu sich zu nehmen sowie histaminhaltiges Essen wie Salami und Wein zu vermeiden. Die Vermutungen gehen in die Richtung, dass bei widersprüchlichen Sinneseindrücken vermehrt Histamin ausgeschüttet wird, welches die Symptome der Seekrankheit auslöst. Also lieber kein Risiko eingehen! Trinkt außerdem genug, bevor ihr einen Fuß auf das Schiff setzt.

Den richtigen Platz finden

Am wenigsten Wellengang spürt man in der Mitte des Schiffes. Das gilt für große Schiffe wie Kreuzer. Bei kleineren Speedbooten ist das ganz hinten der Fall, am besten in Nähe der Schiffsschraube. Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann fragt vor Abfahrt bei der Crew nach – sie wird einen geeigneten Platz für euch finden. Wenn ihr „richtig“ sitzt, übersteht ihr die Fahrt mit höherer Wahrscheinlichkeit symptomfrei.

Ein Tipp gegen Seekrankheit: raus an die frische Luft!

Die besten Tipps gegen Seekrankheit an Bord

Was aber tun, wenn ihr die ersten Symptome schon spürt? Dann heißt es erst einmal Ruhe bewahren, um das ungute Gefühl nicht noch zu verstärken. Und dabei helfen euch folgende Tipps:

Schlaf und Ablenkung

Am besten lasst ihr euch erst einmal ein Glas Wasser bringen und legt euch hin. Lenkt euch mit eurer Lieblingsmusik ab oder entspannt bei einem Hörbuch. Ebenso wichtig ist es, die Augen zu schließen, denn dann muss das Gehirn einen Sinneseindruck weniger verarbeiten. Der Verarbeitungskonflikt im Gehirn wird somit gelöst und das Übelkeitsgefühl verschwindet hoffentlich.

Frische Luft und einen Punkt am Horizont fixieren

Auch der Gang an die frische Luft kann bei Unwohlsein helfen. Fixiert dabei einen Punkt am Horizont und konzentriert euch nur noch darauf.

Aber Vorsicht! Vor allem der vordere Bereich des Bootes schwankt stark und sollte deshalb vermieden werden.

Kaugummi kauen

Es gibt ganz bestimmte Reisekaugummis, die ihr direkt beim Einsetzen der Seekrankheit kauen könnt. Aber auch vorbeugend helfen sie schon viel. Sie hemmen die Histaminrezeptoren und sollen so einer Übelkeit vorbeugen. Ob ganz normale Kaugummis auch helfen, ist jedoch noch ungeklärt, eventuell handelt es sich um einen Placebo-Effekt.

Ingwer

Auch Ingwer ist ein altbekanntes Hausmittel gegen Seekrankheit, da es den Brechreiz hemmen soll. Warum also nicht ausprobieren? Diesen könnt ihr entweder roh in kleinen Stücken kauen oder auch in Tablettenform einnehmen. Die Einnahme von Vitamin C kann ebenfalls helfen, da ihm nachgesagt wird, den Histaminspiegel zu senken.

Letzte Rettung: Medikamente

Und wenn ihr gar nicht mehr weiter wisst, hilft nur noch ein Griff in den Tablettenschrank. Bei mittelschweren Beschwerden helfen oft einfache Tabletten gegen Reisekrankheit. In schwereren Fällen können spezielle Medikamente wie das verschreibungspflichtige Scopolamin Erleichterung schaffen: Es wirkt beruhigend auf das Brechzentrum, kann aber auch viele Nebenwirkungen mit sich bringen: So bekommen viele Menschen nach der Einnahme Halluzinationen und Koordinationsstörungen. In dem Fall muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er das in Kauf nehmen möchte. Sprecht daher unbedingt mit eurem Arzt und lasst euch ausführlich über mögliche Risiken aufklären, bevor ihr euch die Tabletten verschreiben lasst.

Darüber hinaus gibt es auch Pflaster gegen Seekrankheit zu kaufen. Die Anwendung könnte nicht einfacher sein: Ihr klebt sie auf die Haut und von dort aus gelangt der Wirkstoff ins Blut. Informiert euch hierüber aber genauer beim Apotheker eures Vertrauens.

Infografik: 8 Tipps gegen Seekrankheit

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