Stadtrundfahrt Hurghada: ein kleiner Guide für euren Urlaub in Hurghada

Astrid und Andreas leben seit 2013 in Ägypten und berichten regelmäßig aus ihrer Wahlheimat. Heute nehmen sie uns mit auf einen Stadtrundfahrt durch Hurghada.

Alle wichtigen Infos rund um euren Urlaub in Hurghada

 

Hurghada Luftbild

„Kann ich mein Hotel mit ruhigem Gewissen verlassen?“

Diese Frage stellen sich heute mehr Urlauber als noch vor drei Jahren.
Meine persönliche Meinung, und wir leben hier seit drei Jahren: Die Gefahr ist nicht mehr und nicht minder, als in anderen touristischen Metropolen. Man muss sich jedoch über drei Sachen im Klaren sein: Es herrscht eine vollkommen andere Kultur, ein niederer Lebensstandard und eine hohe Armee- und Polizeipräsenz. Diese Aspekte haben uns jedoch nicht davon abgehalten, hier Urlaub zu machen oder zu leben, also sollten sie uns auch nicht abschrecken, die Stadt und Land zu erkunden.

Gerade deutsche Gäste sind in Ägypten sehr willkommen. Ägypter lieben Fußball – die Deutschen sind Weltmeister! Die Ägypter lieben Autos, wir haben BMW und Mercedes. Die Ägypter lieben unsere Disziplin, Zuverlässigkeit und schätzen uns hilfsbereit und großzügig ein. Deshalb wäre es sehr schade, wenn man die Gastfreundschaft nicht annehmen würde und wenigstens einmal aus der Hotelanlage geht und ein bisschen Stadtluft schnuppert.

Was kann Hurghada bieten?

Grundsätzlich kann Hurghada mit Allem mithalten, was man von einer Touristenhochburg erwartet. Eine kulinarische Vielfalt, Shoppingmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Je nach Geschmack kann man sich seine persönliche Route zusammenstellen. Als erstes verbannen wir die klassischen Öffnungszeiten von Deutschland aus unserem Kopf, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Die Geschäfte öffnen meist später, dafür kann man sieben Tage die Woche bis in die Nacht einkaufen. Also kein Zeitdruck. Auch bei den Restaurants kann man lange nach 21.00 Uhr noch Essen bekommen, nur manchmal keinen Platz.

Was zieh ich an?

Schon alleine aus praktischer Sicht gehe ich mit leichter, langer Hose und dünner Jacke in die Stadt. Pünktlich zum Sonnenuntergang wird es deutlich kühler und die Moskitos lösen die Fliegen ab. Wenn ich an die Strandpromenade gehe, ziehe ich deshalb sogar Socken und geschlossene Schuhe an. Die kurze Hose und das Top gehören für meinen Geschmack zum Freizeitoutfit im Hotel, jedoch nicht in eine Bar oder Restaurant.

Wie bezahle ich?

Grundsätzlich ist der Euro ein gern gesehenes Zahlungsmittel. Doch die Umrechnung ist sehr großzügig, dem Ägypter gegenüber, und Wechselgeld gibt es nur in Ägyptischen Pfund (in Arabisch: Gynih). Deshalb empfehle ich, pro Person etwa 30 Euro am ATM Automat zu wechseln, der fast in jedem Hotel zu finden ist. Wenn noch Geld über sein sollte, findet sich bestimmt ein besonders netter Mitarbeiter, dem man am Reiseende noch etwas zusätzlich geben möchte.

Wie komme ich in die Stadt?

Eine geführte Stadtrundfahrt, die in der Regel in jedem Hotel angeboten wird, ist die einfachste Möglichkeit. Die Tour beinhaltet meist zwei bis drei Sehenswürdigkeiten, einer Einkaufsmöglichkeit und einen Besuch in einem Cafe um etwas zu trinken und vielleicht eine Shisha zu rauchen. Übrigens: Es gibt nur wenige Restaurants mit einem Nichtraucherbereich in Hurghada, ausgenommen davon sind Einkaufsmalls und Behörden, wo Rauchverbot gilt.
Wer das Individuelle liebt, der lässt sich von einem privaten Guide eine persönliche Tour zusammenstellen oder nutzt den Limousinenservice vom Hotel in die Stadt. Die Preise dafür variieren je nach Lage des Hotels zwischen 10€ und 25 €, einfache Fahrt. Man macht dann einen Treff- und Zeitpunkt zur Rückfahrt aus und erkundet diese alleine. Die erfahrenen Ägyptenurlauber fahren mit einem öffentlichen Taxi zurück. Manche Hotels bieten auch kostenlose Busshuttles an!

 

Restaurant Granada in Hurghada

Granada Blick auf die Stadt

Grandada

Das Granada

 

Rundgang durch Hurghada

granada abends

Granada Abends

Die schönste Aussicht über Hurghada hat man im Restaurant Granada. Das Restaurant weiß dieses auch, deshalb hat man sich auf Touristen eingestellt und bietet auch Alkohol an. Ich empfehle jedoch einen „Azir Lemon bil nana“, einen frisch gepresster Limonensaft mit Minze. Dazu eine Shisha und dann den Sonnenuntergang mit Blick auf die Stadt erleben. Langsam färbt sich das türkise Meer lila (die Sonne geht in den Bergen unter!) und die Stadt verwandelt sich in eine bunte Lichterkette. Immer wieder bin ich davon fasziniert, wie schnell die Nacht den Tag ablöst.

Jetzt geht es zu Fuss weiter. Die Orientierung ist einfach: Das Meer rechts, Richtung Stadtmitte. Nach etwa 15 Minuten erreicht man im Stadtteil Sekala den Anfang der Sheraton Road. Sie beginnt an dem Kreisel wo sich rechts das Hotel Bela Vista befindet und gegenüber das ägyptische Cafe „Opa“, auch wenn der Name das nicht vermuten lässt. Vielleicht sitzen dort schon Männer in Galabeas, trinken ein Glas Tee, rauchen Shisha uns spielen Domino oder Taula (bei uns bekannt unter Back Gammon).

 

strasse nach hrg

Die Straße nach Hurghada

Opa Cafe

Opa Cafe

Sheraton Anfang

Sheraton Anfang

Sekala, das neue Hurghada
Schlendert man weiter über die Straße, merkt man, dass sich hier der touristische Mittelpunkt befindet. Internationale Namen wie Mc. Donalds und KFC sorgen dafür, dass auch hier niemand auf Bekanntes verzichten muss. Dabei braucht man keine Angst haben, auch mal von einem Straßenhändler ein Sandwich mit Leber Alexandria oder mit Shishtawouk zu essen.
In Zeiten, wo der Tourismus so schwach ist, versuchen die Händler natürlich jeden ausländisch aussehenden dazu zu bewegen, seinen Shop zu besuchen. Das kann lästig sein. Es gibt drei Möglichkeiten: Ignorieren und stoisch weitergehen, sich auf ein Gespräch einlassen, die meisten sprechen deutsch oder englisch, oder auf Dauerschleife „No, shukran“ sagen.

Vor der nächsten Straßengabelung weißt uns ein Wegweiser und Turm am Arosa sq. die Richtung zu Marina nach rechts Richtung Meer und die zweite Straße links. In diesem Viertel treffen Welten aufeinander. Zwischen Marina und der Handwerkerstraße, die Verlängerung der Sheraton road, leben Ägypter in einfachsten Verhältnissen, teilweise in Bretterbuden eingeschlossen im Müll. Die Schere zwischen arm und reich ist gewaltig. Doch auch das gehört leider zu Ägypten, wie das Bier zu München. Man darf nicht vergessen, dass man sich in einen Entwicklungsland befindet.

 

Die Neue Marina

Die Neue Marina

Die Marina kann nur durch einen Security-Checkpoint betreten werden, bei der auch Taschenkontrollen möglich sind. Etwa ein Kilometer lädt zum Flanieren ein. Die Restaurants und Pubs reihen sich wie Perlen an einer Kette. Lassen Sie die Seele bei einem Cocktail und Blick auf das Meer baumeln.

Hurghada Marina

Hurghada Marina

Der Ausgang am Ende der Marina führt dann direkt zum Fischmarkt mit den dazugehörigen Fischrestaurants die überwiegend von Einheimischen besucht werden. Sie sind einfach eingerichtet haben jedoch alle auch Menükarten in Englisch oder man wählt sein Essen direkt an der Kühltheke aus. Vor überteuerten Preisen braucht man hier keine Angst haben. Alkohol gibt es in diesen Restaurants nicht.

Marina Ausgang & Fischrestaurant

Marina Ausgang & Fischrestaurant

 

Die Aldahaar-Moschee bei Tag...

Die Aldahaar-Moschee bei Tag…

... und bei Nacht

… und bei Nacht

 

Nach dem Fischmarkt steht man direkt vor der imposanten Aldahaar Moschee. Wenn nicht zum Gebet gerufen wird, kann man diese auch von innen besichtigen. Die angemessene Kleidung bekommt man gegen eine Spende gestellt, die Schuhe bleiben draußen und bitte darauf achten, dass es für Frauen und Männer getrennte Eingänge gibt.

 

Jetzt habt ihr das „neue“ Hurghada kennen gelernt. Lust auf das „alte Hurghada? Dann fahren wir über die Nasr street bis nach Dahar.

Dahar der ursprüngliche Stadtkern

Hurghada Altstadt

Hurghada Altstadt

Hier beginnt das Leben erst abends. Während auf der Straße die Schaufenster zum Shoppen einladen, kann man einfach nach dem Postoffice einmal rechts abbiegen. Jetzt kommen Cafes, in denen man sich als Frau als Außenseiter vorkommt, kleine Stände, die einheimisches Essen oder Zuckerrübensaft anbieten. Wenn man sich einfach links parallel zur Hauptstraße mit dem Strom treiben lässt, kommt man bei der orthodoxen-koptischen Kirche St. Shenouda raus. Selbstverständlich kann auch diese besichtigt werden.

 

Wir halten uns links und kommen an eine sehr große Kreuzung, bei der man die Fahrkünste der Ägypter beobachten kann. Überqueren wir diese, dann erwartet uns ein Augenschmaus auf dem Gemüse- und Früchtemarkt.
Auf dem Souk in Hurghada    Auf dem Sour in Hughada

Wenn man sieht, mit welcher Präzession die Früchte zu kleinen Pyramiden gestapelt werden, so steht das im krassen Gegensatz zum sonst so chaotischen Ägypten. Nehmen Sie sich ein wenig Kleingeld mit und kaufen Sie einheimisches Obst wie Orangen, Mango, Erdbeeren oder Datteln, je nach Jahreszeit kostet das Kilo zwischen 3 und 8 Gynih.
An der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auch der Fleischsouk. Die Hühner werden frisch geschlachtet, doch keine Angst, nicht vor den Augen des Käufers. Trotzdem sollte man mit mehr oder weniger starken Geruchsbildung rechnen, je nach Hitze.
Wenn Sie jetzt wieder auf die Hauptstraße zurück kehren und Richtung Stadtmitte gehen, sollten Sie unbedingt in die ägyptische Zuckerbäckerei El Zahara gehen. Sie können kosten und kaufen, ich bin sicher, dass es ein wunderbares Andenken an den Urlaub ist.

Ich hoffe, ein bisschen Neugier geweckt zu haben, um unsere Stadt ein bisschen mit meinen Augen zu sehen! Ich wünsche viel Spaß dabei!

 

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