Mein Roadtrip durch Rumänien: Abenteuer in Transsilvanien

Eine unserer sonnenklar.TV Urlauberinnen hat sich gemeinsam mit einer Freundin auf den Weg nach Rumänien gemacht. Klingt im ersten Moment nicht nach einem „typischen“ Ziel für einen Roadtrip – doch das Land hat es in sich. Was die beiden unterwegs alles erlebt und gesehen haben, erfahrt ihr hier.

Wenn man in einem Gespräch Rumänien als sein nächstes Urlaubsziel nennt, bekommt man oftmals verwirrte Blicke zurück. Für viele Menschen klingt der Balkanstaat als Reiseziel eher ungewöhnlich und sonderbar. Das hat wohl hauptsächlich einen Grund: Man weiß zu wenig über die Kultur, die Landschaft und das Leben in Rumänien. Womöglich fallen einem zuerst – wie sich aber zeigt, zu Unrecht – negative Vorurteile ein. Meine Freundin und ich haben uns davon wenig beeindrucken lassen und eine Rundreise durch die südosteuropäische Republik gemacht.

Was uns Rumänien innerhalb weniger Tage geboten hat, lag weit über unseren Erwartungen: von imposanten Burgen und Schlösser über grüne Landschaften, die direkt aus Irland stammen könnten, bis zum äußerst schmackhaften Essen. Auf den Tellern findet sich ein leckerer Mix, der irgendwo zwischen ungarischer, griechischer und slowenischer Küche angesiedelt ist. Hinzu kommen noch die freundlichen, zuvorkommenden Rumänen, die so gar nicht mit den Vorurteilen übereinstimmten. Nach unserer Reise stand deshalb für uns fest: Wir kommen wieder! Warum? Das lest ihr hier.

Der Anfang unseres Roadtrips: Timisoara

Die erste Anlaufstelle auf unserer Reise war Timisoara (Temeswar) in der Nähe der ungarischen Grenze. Die drittgrößte Stadt Rumäniens bietet rund um die Fußgängerzone zwischen der prunkvollen rumänisch-orthodoxen Kirche und der Staatsoper einige Cafés und historische Gebäude. Auf den Plätzen musizieren Straßenkünstler und Skulpturen sind ausgestellt. Es macht Spaß, durch die Gassen zu laufen und ständig entzückende Kleinigkeiten zu entdecken, wie die Blumenuhr oder den Rosenpark mit seinem unvergleichlichen Duft.

Sightseeing in Timisoara, Rumänien

Während unseres Besuchs haben wir in einem Café pausiert und eine der rumänischen Spezialitäten probiert: „Profiteroles“, kleine Windbeutel mit Pudding und Eis, die man teilweise auch aus Frankreich kennt. Außerdem bestellen wir „Savarin“, große mit Sahne gefüllte Teigtaschen, die in Rosenwasser getränkt wurden. Beides war – wie die meisten Desserts in Rumänien – äußerst süß.

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Schnee im Sommer: Die Scarisoara Höhle

Nach einer Nacht im Hotel in Temeswar brachen wir morgens nach Cluj-Napoca auf. Als Zwischenstopp hielten wir noch an der Scarisoara Höhle im Apuseni-Gebirge. Nach einer kurzen Wanderung vom Parkplatz erreichten wir die Höhle. Hier ging es über rutschige Holz- und Stahltreppen nach unten zum Eingang. Mit jeder Stufe kühlte dabei die Temperatur stetig ab, bis wir den Zugang erreicht hatten. Der Grund dafür ist eine bis zu 26 Meter dicke Eisschicht, die sich unter der Höhle befindet.

Die Scarisoara Eishöhle in Rumänien

Bei einem Rundgang konnten wir einige besondere Stalagmiten- und Stalaktiten-Konstellationen in der Kälte begutachten. Das beeindruckendste an der Höhle ist aber, dass hier immer ganz leicht Schnee fällt.

Tuica und der botanische Garten

Nach dem Höhlenbesuch machten wir uns auf nach Cluj-Napoca (Klausenburg). Während wir vor Ort waren, befanden sich die Aufbauarbeiten für das Untold-Festival in vollem Gange. Mitten in der Stadt, vor den bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie der Michaels-Kirche und dem National-Theater, wurden dafür Bühnen errichtet, auf denen wenige Tage später internationale Musiker auflegen würden.

Cluj-Napoca, Rumänien

In der Studentenstadt leben vor allem junge Leute, was wir primär an den gut gefüllten Bars gemerkt haben. Hier wird viel Schnaps getrunken, man ist schnell im Gespräch und wird gerne auf einen „Tuica“ (sprich: „Zuika“) eingeladen, dem hausgemachten Gegenstück zum hochprozentigen, ungarischen „Palinka“. Übrigens: Wer ihn lobt, sollte sich direkt auf den nächsten Schnaps einstellen.

Nach einer langen Nacht verbrachten wir daher den nächsten Morgen entspannt im botanischen Garten „Alexandur Borza“. Auf 14 Hektar finden sich hier Pflanzen aus aller Welt. Die kurze Verschnaufpause hatten wir definitiv nötig.

Ein Freizeitpark im Salzbergwerk

Etwa 45 Minuten Fahrt von Cluj entfernt stellten wir unser Auto vor der Salina Turda ab. Früher eines der größten Salzbergwerke des Landes, beheimatet es mittlerweile einen Freizeitpark. Diesen erreichten wir zu Fuß nach etwa 1,5 Kilometern durch einen Tunnel, der in den Berg geschlagen worden war. Um zum Park zu gelangen, mussten wir noch mehr als zehn Stockwerke über Holztreppen nach unten laufen. Die salzige Luft klärt dabei die Atemwege und lässt einen tief durchatmen. Die Temperatur liegt bei etwa 17 Grad Celsius und die beleuchteten, salzdurchzogenen Wände sind schon an sich sehenswert.

Das Salzbergwerk Salina Turda in Rumänien

Auf der ersten Ebene des Parks gibt es die Möglichkeit Riesenrad zu fahren, Billard und Tischtennis zu spielen oder sich die Zeit mit Schach und Federball vertreiben. Nach nochmals 13 Stockwerken in die Tiefe erreichten wir dann einen Salzsee, auf dem eine Holzinsel zum Entspannen gebaut worden ist. Man kann sie mit Paddelbooten umrunden.

Insgesamt verbrachten wir drei Stunden in dem Salzbergwerk, bevor wir uns nach Sighisoara (Schäßburg) aufmachten – der Salzgeschmack im Mund blieb uns den restlichen Tag erhalten.

Eine Stadt mit Dracula-Flair

In Schäßburg angekommen waren wir plötzlich von einer spürbar historischen Atmosphäre umgeben. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und macht mit ihren gepflasterten Gassen und mittelalterlichen Gebäuden wie dem Stundturm den Eindruck, als habe sich hier seit hundert Jahren kaum etwas verändert.

Bei Einbruch der Dunkelheit wirkt die Stadt beinahe ein wenig gruselig. Nebel liegt in den Gassen und erinnert aus gutem Grund an Dracula-Filme: Vlad Tepes („Vlad der Pfähler“, Draculas bürgerlicher Name) soll in der Stadt geboren worden sein.

Schäßburg in Rumänien

Die Geschichte Schäßburgs, die viele Hunderte Jahre lang von Deutschen bewohnt wurde, kann man noch heute sehr gut erkennen. Alle Schilder sind dreisprachig: Rumänisch, Deutsch und Ungarisch. Diese Geschichte lässt sich auch wunderbar an einem für Urlauber ungewöhnlichen Ort besichtigen, der zudem Gänsehautgarantie liefert: der deutsche Bergfriedhof mit seinen außergewöhnlichen Grabsteinen und Inschriften.

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Ruinen und Bären: Der Weg nach Brasov

Auf dem Weg zu unserer nächsten Station in Brasov (Kronstadt) hielten wir noch kurz an einer Ruine, die wir – wie so oft in Rumänien – zufällig am Wegesrand entdeckten. Die „Cetatea Rupea“ liegt auf einem etwa 120 Meter hohen Hügel und ist touristisch gut erschlossen. In der Ruine kann man sich frei bewegen und eine Großzahl der Räume ist frei zugänglich. Das Schönste an der Burg ist aber die Aussicht auf die umliegende Landschaft und die Stadt Reps am Fuß des Hügels. Wir haben etwa 1,5 Stunden in der Ruine verbracht und konnten Eindrücke vom Leben im Mittelalter sammeln.

Als wir Brasov erreichten, mussten wir beide schmunzeln: Über dem Marktplatz in den grünen Bergen der Karpaten steht in großen weißen Buchstaben der Name der Stadt geschrieben – wie in Hollywood. Direkt darunter sticht der größte Magnet für Urlauber in dem Himmel: die Schwarze Kirche. Sie verdankt ihren Namen einem Brand vor vielen hundert Jahren. Dabei blieben nur die geschwärzten Mauern und das Fresko „Die schwarze Madonna“ über dem Seiteneingang erhalten. Der Rest brannte vollständig nieder.

Brasov ist aufgrund seiner Lage in den Bergen etwas kühler als andere rumänische Gegenden. Dafür existieren einmalige Wanderwege, auf denen vor einer Gefahr gewarnt wird: Bären. Diese sind nachts auf der Suche nach Nahrung auch in der Stadt anzutreffen. Es kommt vor, dass sie sich in der malerischen Altstadt blicken lassen.

Brasov in Rumänien

Draculas falsche Spuren: Schloss Bran

Das nächste Ziel unserer Rundreise war das angebliche Schloss Draculas: Bran. Die Wahrheit ist allerdings, dass Vlad Tepes die alten Gemäuer nie betreten hat. Einzig die Beschreibung des Autors Bram Stoker in seinem Roman „Dracula“ passt auf das Aussehen der Burg.

Schloss Bran in Rumänien

Im Inneren konnten wir einige mittelalterliche Gewänder, Waffen, Folterinstrumente und Rüstungen sowie historische Möbel ansehen. Von Dracula war erwartungsgemäß kaum etwas zu sehen. Trotzdem war die Festung mehr als gut besucht und eine gemütliche Besichtigung unmöglich; wir wurden beinahe durch die Gänge geschoben, so überfüllt war die Sehenswürdigkeit. Im Nachhinein würden wir auf Schloss Peles nordwestlich der Stadt Sinaia ausweichen.

Das Beste zum Schluss: Die Transfagarasan

Zum Abschluss unserer Reise befuhren wir noch die Transfagarasan, eine der schönsten Hochstraßen der Welt. Ihr Start liegt bei etwa 500 Metern über Normalnull. Den höchste Punkt auf 2.050 Metern erreichten wir nach 45 kurvigen Kilometern. Die Straße kann nur für einige Monate im Sommer befahren werden und eignet sich perfekt für Motorrad- oder Cabriofahrer.

Wir sind häufig am Straßenrand stehen geblieben, um die Aussicht auf die umliegenden Berge und Wälder sowie die frische Luft zu genießen. Entlang der Straße gibt es viele kleine Stände mit Getränken und rumänischen Köstlichkeiten wie „Mici“, gegrillte Hackfleischröllchen mit Brot und Senf.

Transfagarasan Höhenweg, Rumänien

Oben angekommen hat man eine Aussicht, die ihresgleichen sucht. Der höchste Punkt befindet sich zumindest in der Nähe der Bergfestung Poenari. Sie gilt als Draculas echtes Rückzugsschloss, von dem sich seine Frau aus Angst vor türkischer Gefangenschaft in den Tod stürzte.

Unser Fazit: Rumänien ist ein wunderschönes Urlaubsland

Wir haben auf unserer Reise vor allem eins festgestellt: Die Vorurteile über Rumänien sind nicht begründet. Anstatt uns zu bestehlen, wurde uns eine verlorene Geldbörse hinterhergetragen. Das über Nacht versehentlich offengelassene Auto stand am nächsten Morgen unverändert da und auch sonst hatten wir, obwohl wir nur Englisch und Deutsch sprechen, nie Probleme. Die Hotelzimmer waren vergleichsweise riesig und sehr günstig. Das Essen war köstlich und preiswert und die grüne Natur einmalig. Die malerische Landschaft wartet ständig mit Burgen und Ruinen auf. Es gibt einmalige Sehenswürdigkeiten und die Attraktionen sind, mit Ausnahme von Schloss Bran, noch wenig besucht.

Also ich würde unseren Trip jederzeit wiederholen! Und wenn euch mein Bericht Lust gemacht hat, Rumänien auch einmal genauer kennenzulernen, dann stöbert jetzt durch die aktuellen sonnenklar.TV Angebote!

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