Was ist eine Kurtaxe und wofür wird sie erhoben?

Die Kurtaxe ist keine neue Erfindung – im Schwarzwaldstädtchen Baden-Baden zahlten Gäste bereits im Jahre 1507 eine Kurtaxe. Ob Tegernsee, Bodensee, die nordfriesischen Inseln oder die traditionsreichen Ostseebäder, überall zahlen Gäste eine Kurtaxe. Wir erklären, warum ihr eine Kurtaxe zahlen müsst.


Inhaltsverzeichnis


Was genau ist eine Kurtaxe?

Zur Finanzierung touristischer Angebote und einer angepassten Infrastruktur erhebt ein Kurort die Kurtaxe. Die Abgabe ähnelt einer Steuer und wird in Erholungsorten verlangt, die der Gesundheit des Gastes zuträglich sind. Sie dient auch dazu, den Charakter des Ortes zu erhalten und verschafft dem Gast zahlreiche Annehmlichkeiten über den reinen Kurbetrieb hinaus. Die Höhe der Kurtaxe variiert von Ort zu Ort. Jeder, der in der Gemeinde übernachtet und kein Einwohner ist, zahlt die Abgabe. Dabei ist es egal, ob der Gast geschäftlich oder privat unterwegs ist.

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Wie wird die Höhe der Abgabe festgelegt?

Eine Kurtaxe dürfen nur staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte erheben, doch für Sachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein gelten Ausnahmen. Die Kurtaxe ist eine öffentlich-rechtliche und zweckgebundene Abgabe. Gerade in diesem Punkt unterscheidet sich von einer Steuer. Da die Ausgestaltung der Kurtaxe Ländersache ist, weicht sie von Region zu Region ab. Die Gemeinden legen Zeiträume und Staffelungen selbst fest. Die Angemessenheit des Geldbetrages muss nach dem Deutschen Heilbäderverband schlüssig und nachvollziehbar dargelegt werden.

Für wen ist eine Kurtaxe verpflichtend?

Die Feriensteuer gilt für alle Erwachsenen und Jugendliche ab 14 oder 16 Jahren vom Tag der Anreise bis zum Abreisetag. Als Hundebesitzer müsst ihr in einigen Gemeinden auch eine Abgabe für euer Tier bezahlen. Für Kinder unter 14 Jahren wird in der Regel keine Kurtaxe erhoben, doch es gibt Ausnahmen. Die Preise variieren und sind auf den ostfriesischen Inseln, in Bayern und Baden-Baden am höchsten. Im Ostseebad Kühlungsborn zahlen Kinder bis 18 Jahre keine Kurtaxe. Erwachsene Gäste haben zudem das Privileg, ihre Kurkarte auch in einigen Nachbarbädern in Mecklenburg-Vorpommern nutzen zu können. Für Erwachsene werden hier vom 1. Mai bis 30. September zwei Euro pro Tag fällig, in der Wintersaison die Hälfte. Schüler, Studenten, Azubis, Zivildienstleistende, Grundwehrdienstleistende und Schwerbehinderte zahlen 60 %. Auf der Insel Langeoog dagegen müssen Eltern bereits für Kinder ab sechs Jahren 2,10 € pro Übernachtung berappen. Trotzdem macht es wenig Sinn, den Kurort nach Höhe der Kurtaxe zu wählen, denn summa summarum ist es nur ein kleiner Betrag, der sich am Schluss zu den Urlaubskosten addiert.

Was ist eine Kurtaxe?

Wer muss eine Kurtaxe bezahlen?

Was wird mit dem Geld finanziert?

Zahlreiche Leistungen, die zur Attraktivität des Ferienortes beitragen, sind mit Übernachtungskosten für Hotels oder Eintrittsgebühren nicht abgedeckt. Diese kommen ausschließlich den Betreibern und nicht der Gemeinde zugute. Doch die muss für saubere Strände und eine bequeme Infrastruktur sorgen. Die Gemeinden richten Wander- und Fahrradwege ein, unterhalten Parks und kostenlose Sanitäranlagen in öffentlichen Bereichen. Für deren Finanzierung wird die Kurtaxe erhoben. Kurorte verwenden das Geld auch für Erholungseinrichtungen, die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Ausstellungen und kostenlose Kinderbetreuung.

Das wird mit der Kurtaxe finanziert:

  • Kostenlose Busse und Bahnen
  • Kinderbetreuungsangebote
  • Müllbeseitigung am Strand
  • Kurkonzerte
  • Wander- und Radwege
  • Schwimmbäder

Die Kurtaxe deckt nur ein Drittel der Unkosten

An manchen Stränden der Ostsee muss man als Tagesgast ein Ticket lösen, das der Kurtaxe gleichkommt. Personal der Kurverwaltung überprüft regelmäßig, ob die Strandbesucher ein Ticket erworben haben. Übernachtungsgäste bekommen ihr Tagesticket vom Vermieter. Trotzdem decken die Einnahmen nur einen Bruchteil der Unkosten ab. Für die Top-Qualität ihrer Strände geben die Ostseebäder Ahlbeck und Heringsdorf und Bansin beispielsweise 600.000 Euro im Jahr aus, unter anderem auch für die Müllbeseitigung. Für kulturelle Veranstaltungen investiert man hier gut 1,5 Millionen Euro. Ohne die Kurtaxe wären Orte weniger attraktiv, manches Angebot müsste sogar komplett entfallen und die Gästezahlen gingen zurück. Auf den Touristik-Informationsseiten der jeweiligen Gemeinden erfahrt ihr, wie hoch die Kurtaxe ist und meist auch, wofür sie aufgewendet wird.

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