Was ist ein Hamam?

Wer einen angenehmen Wellnesstag genießen und gleichzeitig eine sehr alte Badetradition kennenlernen möchte, sollte einmal einen traditionellen Hamam besuchen. Hier lässt es sich wunderbar entspannen, denn die Anwendungen sind eine wahre Wohltat für den Körper und die Seele.


Inhaltsverzeichnis


Was bedeutet Hamam?

Hamam umschreibt eine alte osmanische Bade- und Körperkultur, die sich über Jahrtausende entwickelt und ihren Ursprung im Orient hat. Die ersten Hamams wurden im Mittelalter in Jordanien erbaut. Der Besuch der Badehäuser sollte die Gläubigen vor dem Gebet seelisch und körperlich reinigen.

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Bei der Badezeremonie kann man den Alltag ein wenig hinter sich lassen, denn die Reinigung des Körpers soll in enger Verbindung mit der Reinigung der Seele stehen. Das Immunsystem wird gestärkt und Stress kann reduziert werden. Ein Hamam wird auch als orientalisches Bad oder türkisches Bad bezeichnet. In Deutschland oder in den Hotelanlagen der islamischen Touristenorte besuchen Frauen und Männer oft gemeinsam das Hamam. Traditionell ist der Besuch aber streng nach Geschlechtern getrennt.

Übersetzung der verschiedenen Begriffe:

  • Camekan – Umkleideraum
  • Pestemal – Leinen- oder Baumwolltuch
  • Tellak – Bademeister
  • Natir – Badefrau
  • Tas – Messingschale
  • Sogukluk – Dampfraum
  • Hararet – Heissraum
  • Kese – Massagehandschuh
  • Göbektasi – Nabelstein
  • Kurna – Marmorbecken

Ein Hamam besteht aus verschiedenen Räumlichkeiten, in denen jeweils eine andere Temperatur herrscht. Den Mittelpunkt bildet ein Raum mit einer beheizten Liegefläche aus Marmor, dem sogenannten Göbektasi oder Nabelstein. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, die Temperatur liegt hier bei ca. 45 Grad. Durch den warmen Marmorstein entsteht eine feuchte, aber angenehme Wärme.

Was ist ein Hamam

Was ist eine Hamam?

Der Ablauf einer Hamam Zeremonie

  1. Bevor ihr in den ca. 40 Grad warmen Dampfraum Sogukluk geht, um euch auf die Reinigungsprozedur vorzubereiten, entkleidet und duscht ihr euch. Dann bekommt ihr ein Pestemal. Männer schlingen sich das Tuch um die Hüften, bei Frauen wird das Tuch über dem Busen verknotet.
  2. Jetzt geht es weiter in den Hararet, der ca. 50 Grad warm ist bei einer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent. Hier beginnt ihr dann auch so ganz langsam zu schwitzen.
  3. Mit der Tas wird abwechselnd warmes und kaltes Wasser aus kleinen Marmorwasserbecken geschöpft. Hiermit sollt ihr euren Körper von Kopf bis Fuß einige Zeit abspülen.
  4. Nun seid ihr bereit für den warmen Nabelstein in der Mitte des Raumes. Durch die Wärme des Steines werden die Muskeln gelockert und die Hautporen geöffnet.
  5. Der Tellak oder die Natir beginnen mit einem Ganzkörperpeeling, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Für die kräftige Massage wird ein Handschuh aus Ziegenhaar oder Wildseide benutzt. Das Ergebnis ist eine reine und schöne Haut.
  6. Nun könnt ihr euch bei einer angenehmen Schaummassage entspannen. Für den Schaum sorgt eine pflegende Olivenseife.
  7. Nach der ausgiebigen Anwendung fühlt man sich vollkommen entspannt und regeneriert und kann zum Abschluss des Rituals den Ruheraum aufsuchen.

Unterschiede zwischen einem Hamam in der Türkei und in Deutschland

Die türkische Badezeremonie hat in den letzten Jahren auch bei uns Einzug gehalten, wurde aber den hiesigen Bedürfnissen etwas angepasst. Beim Besuch der Dampfbäder und Saunen möchten wir uns einfach nur entspannen. Der Aufenthalt eines typischen Hamams dient aber nicht nur zur Entspannung und Reinigung des Körpers, sondern auch der anschließenden Schönheitspflege bspw. einer Rasur.

Das türkische Dampfbad ist gleichzeitig auch ein beliebter Treffpunkt, um sich in entspannter Atmosphäre zu treffen, miteinander zu plaudern und Neuigkeiten auszutauschen. Dabei kann es auch einmal etwas lauter zugehen. In einem deutschen Dampfbad kann der Ablauf der Zeremonie vergleichbar sein, sehr laute Unterhaltungen sind bei uns aber eher die Ausnahme.

Für wen ist der Besuch des Hamam nicht geeignet?

Im Hamam können teilweise Temperaturen von bis zu 60 Grad und mehr bei hoher Luftfeuchtigkeit erreicht werden.

Ein Besuch des Hamam ist nicht geeignet bei:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • akuten Entzündungen
  • Venenthrombosen und Krampfadern

Wer seine Urlaubsbräune behalten möchte, sollte beim Besuch des Hamam auf die Kese Massage besser verzichten, da durch die starke Reibung die braune Haut abgerieben wird.

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