Reisebericht Luxor: Kultur Ägyptens entdecken

Auf sonnenklar.TV Pressereise: Durch die Berge geht es mit dem Bus nach Luxor. Ich persönlich würde eine Fahrt immer einem Flug bevorzugen, denn die Gegend, die man so genießen kann, macht den größeren Zeitaufwand in meinen Augen wieder wett.

Auf dem Weg nach Luxor

 

Die Fahrt beginnt auf der äußeren Schnellstraße. Rechts sieht man bereits die ersten Berge, die bei klaraer Sicht fast künstlich wirken. Davor erstreckt sich der helle Wüstensand. Vor dreißig Jahren hätte man links auch nur Wüste bis zum Meer gesehen, heute erstreckt sich über dort über 5 KM El Gouna, und fast nahtlos die ersten Gebäude von Hurghada, die erst nach weiteren 40 KM in Somabay enden.

Citadel Azur Resort Hurghada / Sahl Hasheesh

 

Hurghada kann nur über eine Straße erreicht werden. Dort gibt es aus Richtung Kairo kurz vor El Gouna und in Richtung Safaga bei Sahl Hasheesch einen Checkpoint, an dem von der Polizei Kontrollen durchgeführt werden. Manche Touristen empfinden den Anblick der mit Maschinengewehren bewaffneten Soldaten als unangenehm. Wir wissen, dass dort gerade Ägypter überprüft werden, und nur mit nachvollziehbarem Grund in das Stadtgebiet gelassen werden. Wer weder dort arbeitet noch Verwandtschaft hat, kann gegebenenfalls weggeschickt werden. Deshalb sehen wir in den Checkpoints eher einen Schutz für uns, der bisher auch noch nicht versagte.

Ägypten: Hurghada

 

Etwa 20 KM weiter kommen wir nach Safaga. Dort teilt sich die Straße. Weiter an der Küste entlang würde man nach Marsa Alarmangelangen, eines der schönsten und unberührtesten Tauchgebiete. Wir biegen jedoch rechts ab und können beim durchqueren des Gebirges fast die Poren des Kalksteines sehen. Ich kann mich von dieser imposanten Kulisse nie satt sehen. Ein aufmerksamer Beobachter bemerkt gelegentlich Beduinen mit Schafen und Kamelen. Diese sind keine Touristenattraktion, sonder sie leben meist  bei Funkmasten bzw. Signalverstärkern und bewachen diese.

Nach dem wir unser Gebirge hinter uns gelassen haben, durchqueren wir die Sahara und manchmal ein paar Orte. Hier sieht man das wirkliche Ägyptische Leben: Schulkinder in Uniformen, die singend zur Schule gehen; Esel, die entweder auf dem Rücken die Waren tragen oder einen Wagen ziehen; Ägypter, die am Wegrand ihre Shisha rauchen oder zusammen Domino oder Taula spielen, eines der Spiele kann jeder.

Wenn Ägypterinnen einkaufen gehen, kommt es nicht selten vor, dass sie in jeder Hand eine Einkaufstasche tragen UND eine auf dem Kopf. Etwa 70 KM vor Qena, die erste größere Stadt zwischen Safaga und Luxor, gibt es eine „Raststätte“. Vor der Revolution 2011 wurden hier täglich tausende von Touristen vorbei gebracht, um sich zu erfrischen und etwas zu trinken. Die fliegenden Händler konnten Sonnenhüte und Tücher zum Schutz vor der Sonne verkaufen, die bereits morgens um 9.00 Uhr merklich heißer ist als am Meer. Heute freuen sich die Händler und Cafebesitzer bereits, wenn mehr als ein Reisebus bei ihnen hält. Nach 5 Jahre des Wartens und Hoffens auf bessere Zeiten sind auch nur noch eine Hand voll Gewerbetreibende über. Deshalb kann man den Menschen nicht böse sein, wenn sie trotzdem noch versuchen, ihre Ware anzupreisen, denn es ist ihre Art von Verkauf, auf die Menschen zu zugehen, auch wenn sie so eher die Kunden verschrecken.

Auf der Weiterfahrt erkennt man, wenn man im Bezirk Qena angekommen ist. Die Grenze von Wüste und Wiese ist so abrupt, dass man glauben könnte, es wurde eine Linie gezogen. Durch den Staudamm gibt es keine Überflutungen mehr, so dass lediglich ein relativ schmaler Streifen der urbaren Landes sich parallell zum Nil zieht. Jetzt biegen wir links ab und fahren Flussaufwärts die letzten 90 Kilometer nach Luxor.

Luxor – das ehemalige Theben

 

Haben wir nicht alle die Geschichte von den Tempeln in Ost Theben und den Totentempeln von West Theben gelernt? In diese Geschichte tauchen wir jetzt ein.

Im Osten geht die Sonne auf, deshalb ist der Stadtteil östlich des Nils der Teil der Tempel, wo die Menschen lebten. Ich freue mich, dass wir den Karnak-Tempel zur Sound & Lightshow besuchen, den dieses Erlebnis begeistert jeden, sogar Kulturbanausen wie mich! Im Dunkeln besichtigt man Abschnitt für Abschnitt, der dann beleuchtet wird. Passend zu der Geschichte, die eine angenehme Stimmen aus verschiedenen Richtungen erzählen, werden die entsprechenden Statuen angeleuchtet. Zur Krönung bekommt man das Leben von vor 4000 Jahren am heiligen See so nahe gebracht, dass man sich zeitversetzt fühlt.

Ägypten Luxor: Karnak-Tempel

Der Karnak-Tempel

 

Am nächsten Morgen geht es früh los – richtig früh!! Und wer mich ein bisschen kennt, der weiß: nur ganz besondere Gründe können mich dazu bewegen, mich um halb vier morgens wecken zu lassen. Einer der Gründe ist eine Ballonfahrt im westlichen Teil von Luxor über dem Tal der Könige und Königinnen, wo Pharaonen und deren Angehörige ihre Grabstätte haben.

Es ist meine zweite Ballonfahrt, die heute viel mehr genießen kann. Trotz meiner Höhenangst (ich gehe nicht einmal über Kanaldeckel, weil ich Angst habe, einzustürzen!) hatte ich mich im April bereits zu diesem Ausflug angemeldet. Nachdem ich gesehen habe, wie groß die Körbe sind und wie hoch die Außenwand ist, bin ich heute nur freudig erregt, ohne irgendwelchen Angstgefühlen.

Diese Ballonfahrt kostet 90€. Das mag im ersten Eindruck teuer erscheinen, doch jeder, der diese Fahrt einmal mit erlebt hat, weiß, wie viel Manpower und Organisation für diesen gut durchorganisierten Höhepunkt benötigt wird. Man bezahlt es gerne.

Wir werden um viertel nach vier am Schiff abgeholt. Während der 15 minütigen Fahrt erklärt uns der Veranstalter grob den Ablauf. Dann bekommt man ein Schriftstück mit der Bitte, dies zu unterschreiben. Hey, wir deutschen wissen, wir unterschreiben NICHTS! Keine Angst! Dieses Dokument ist in deutsch geschrieben und fasst noch einmal die Sicherheitsregeln zusammen. Die Unterschrift jedes Teilnehmers bestätigt, dass er weiß, dass vor, während und nach der Ballonfahrt nicht geraucht werden darf; dass den Anweisungen des Piloten Folge zu leisten ist und das man kurz vor der Landung tief in die Knie gehen muss. Man hat weder etwas gekauft, noch alle Rechte im Falle eines Unfalls abgetreten wurden. Übrigens: Alle seriösen Anbieter schließen müssen für jeden Gast eine Versicherung abschließen, auch für die Fahrten nach Kairo oder Luxor. Die Kosten alleine dafür betragen über 10 €, so dass nicht immer der billigste Anbieter auch der beste ist.

Ägypten: Nil

 

Da sich der Abflug im westlichen Teil befindet, müssen wir den Nil überqueren. Es gibt nur eine Brücke, deshalb werden die Gäste alle mit einer Feluke, einem kleinen Wassertaxi an das andere Ufer transportiert. Hier bekommen wir Tee und Kaffee angeboten. Man merkt, dass man gewohnt ist, diese Veranstaltung mit mehreren hundert Menschen zu organisieren. Die Boote werden gefüllt und fahren nacheinander los, so dass man gefahrlos ein- und aussteigen kann. Drüben erwarten uns bereits die Minibusse, die uns jetzt zu den Ballons bringen.

Wenn man einen Ballon in der Luft sieht, kann man weder die Höhe noch die Entfernung richtig einschätzen. Wenn man jedoch 10 Meter vor den Körben steht, und die ersten Ballons mit heißer Luft gefüllt werden und diese sich langsam aufblasen, komme ich mir vor wie in einem Science Fiction, der gerade vor aufblasbaren Meisterpropermännchen steht und sich noch kleine vorkommt.

Sobald die Ballons ihre volle Größe erreicht haben, wollen sie den Korb hochziehen. Die Gewichte werden nicht von Sandsäcken übernommen, die abgeworfen werden, sondern von etwa sechs hilfsbereiten Ägyptern, die den Korb am Boden halten. Die Einteilung erfolgte bereits, so dass immer 24 Menschen vor einem Korb stehen. Dieser ist in 4 Parzellen eingeteilt und nach Adam Riese müssen deshalb in jede einzelne 6 Menschen. Jetzt erinnere ich mich ein wenig an „Spiel ohne Grenzen“. Auf Los rennen alle zum Korb und versuchen, so galant wie möglich über den Rand ins innere zu klettern. Was für meine Höhen Angst zun Vorteil ist, zeichnet sich dabei als Nachteil ab. Doch ich erinnere mich an den Tipp von letzten Mal. An der Leiter oder den Kerben hochklettern, mit dem Hintern auf den Rand und dann die Beine nach innen – plumps – drin. Ich bin froh, nur leichtes Übergewicht zu haben. Wie bereits erwähnt, niemand wird von solch einer Fahrt ausgeschlossen. Trotzdem fände ich es peinlich, wenn mich sechs Ägypter hochhieven müssten, weil ich es alleine nicht schaffe. Das haben wir im April erlebt.

Um halb sechs heben wir ab. Im Osten beginnt bereits die Morgendämmerung und dieses Gefühl kann ich nicht einmal ansatzweise beschreiben. Doch alleine der Gedanke daran bereitet mir Gänsehaut. Wir können die Gräber von oben noch im Dunkeln sehen, was wie ein Sternenhimmel wirkt, denn jedes Grab ist mit einer Lampe versehen, die man von oben als Punkt erkennt.

Die Sonne spitzelt um kurz nach Sechs am Horizont hervor und ohne Zeitraffer kann man den Sonnenaufgang filmen, denn nach fünf Minuten leuchtet sie uns ins Gesicht und sofort wird es deutlich wärmer. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten. Ein bisschen spannend wird es bei der Landung doch, da wir unerfahrenen den Abstand zu den vor uns befindlichen Strommasten falsch einschätzen. Als wir darüber schweben zeigt der Höhenmesser noch 100 Meter an, ich denke, da waren mindestens 50 dazwischen. Jetzt sehen wir schon den Pick up, der den Korb und Ballon wieder abholt, somit wissen wir, die Landung steht bevor. Etwa 5 Meter über dem Boden bekommen wir unser Signal: Down. Warum fragt man sich? Ganz einfach: Der Ballon kann nach dem Aufsetzen noch mal Aufwind bekommen und über den Boden gezerrt werden oder sogar kippen. Da wir mit dem Rücken gegen die Fahrtrichtung uns nach hinten anlehnen, ist die Verletzungsgefahr so am geringsten.

Hier ist ein Applaus bei einer gelungenen Landung wirklich angebracht, denn jede Landung ist anders. Heute haben wir zwischen mehreren Sandhügeln Platz gefunden, letztes mal war ein abgemähtes Maisfeld unser Endpunkt. Übermütige oder vielleicht auch Erleichterte springen sofort aus dem Ballon. HALT! Wir sind die Gewichte, also die fehlenden Sandsäcke! Auch wenn der Ballon oben schon geöffnet wurde und die Luft entweichen kann, braucht der Pilot eine ganze Menge Gewicht, deshalb bitte immer erst aussteigen, wenn es heißt: Wir haben unsere Parkposition erreicht! Nach diesem Erlebnis kann man meinen, es ist nicht mehr zu toppen! Doch der Besuch bei den Grabstätten der Pharaonen ist auch ein Höhepunkt, den man als Besucher in Luxor erleben MUSS!

Eine Reise nach Ägypten: Luxor

 

Theben Ost und West

 

Natürlich gehört jetzt noch der Besuch ins Tal der Könige oder der Königinnen dazu. Auf dem Weg dahin hat jetzt auch der letzte seine Lunchtüte geöffnet, die wir anstatt des Frühstückes vom Schiff vorbereitet bekommen haben. Unser deutschsprachiger Guide Aziz erklärt uns, dass es nicht erlaubt ist, im Tal der Könige zu fotografieren. Der Grund ist einfach: Man will die Bücher und Postkarten verkaufen, die es dort ab einem Euro gibt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es eine Zeit vor der Revolution gab, wo sich wirklich die Menschen die Hände geschüttelt haben, wenn sie die Gräber wieder verließen. Es waren täglich tausende, und da es in den Gräbern dunkel ist, bräuchte man Blitz, das ist für die alten Schriften nicht gut.

Weiter klärte er uns über die Tricks auf:

Wenn man im Grab ist, kommt ein ägyptischer Aufpasser und fordert auf, Bilder zu machen. „Du hast doch Handy dabei!“ Verlässt man dann das Grab, wird man von einem anderen Aufseher angehalten und das Handy abgenommen, da es verboten ist! Gegen ein Trinkgeld bekommt man es wieder.

Wir lassen also alle unsere Kameras im Bus, denn wer nicht hört, muss diese nach der kurzen Fahrt mit der Bimmelbahn am Eingang abgeben. Wie es der Name schon sagt, befinden wir uns in einem Tal, umgeben von hohen Bergen, die wie ein Schweizer Käse durchlöchert wurden, um den Pharaonen ein sicheres Grab zu bieten. Wie sagt unser Guide in perfektem Deutsch? Um die Geschichte des Tales zu verstehen, muss man die Geschichte der alten Ägypter und deren Glauben verstehen.

Innerhalb von kürzester Zeit verschafft er uns darüber einen kleinen Einblick:

Die Ägypter waren der Meinung, dass sie nach dem Tod durch 12 Tore gehen müssen, um zum ewigen Leben zu finden. An den 12 Toren müssen sie Fragen richtig beantworten. Deshalb sind sie einbalsamiert worden, denn das war eine Voraussetzung, das ewige Leben zu erlangen, und sie haben viele Dinge mit ins Grab bekommen, damit sie es einfacher haben. Leider wurden viele Beigaben von Grabplündern entwendet. Nur das Grab von Tut en Amon war vollständig, da es erst vor einigen Jahren gefunden wurde. Dieses Grab kostet auch extra Eintritt, wenn es besichtigt werden will. Der Sakrofarg und die gefundenen Gegenstände jedoch kann man in Kairo im ägyptischen Museum besichtigen!!

Mit der Eintrittskarte kann man drei Gräber besuchen. Das Tal ist weitläufig und ohne Schatten. Wir schwitzen, obwohl es erst 9.00 Uhr morgens ist und Winter. Es soll heute bis 36 Grad im Schatten heiß werden. Es gibt keinen Schatten.

Wir sind einen kleine Gruppe und wollen das höchste Grab besichtigen, Moses der dritte. Man muss eine steile Treppe hochklettern, um dann wieder runter zu steigen. Ich bin so unsportlich, dass ich nach den Treppen bereits merke, einen Muskelkater zu bekommen. Kaum betreten wir den Gang im Berg zum Grab, merken wir, wie die Luft feuchter und stickiger wird. Wir bekommen eine Ahnung davon, wie das früher im Sommer gewesen sein musste und freuen uns, dass wo wenige Touristen hier sind.

Ägypten: Luxor

 

Es geht tief ins Grab hinab und nochmals Treppen. Den gleichen Weg muss ich natürlich auch zurück.

Bevor ich den letzten Abstieg beginne, setzte ich mich auf die Bänke, die vorsorglich angebracht wurden. Anscheinend bin ich nicht die einzige, die hier aus der Puste kommt. Nach meinem Outing sitzen ganz schnell alle unserer kleinen Gruppe bei mir. Da kommt Stefan, unser Kücken zu uns. Hektisch fragt er nach Geld. Ich habe nur noch 50 Ägyptische Pfund. Er meint, das reiche nicht, er bräuchte mehr. Keiner hat Geld dabei. Deshalb wollen wir wissen, für was?

„Ich weiß auch nicht, wo die mich gesehen haben, dass ich Fotos gemacht habe! Die haben bestimmt Kameras aufgestellt! Als ich aus dem Grab kam hat der mich aus der Gruppe gezogen und hat mir mein Handy weggenommen. Ich bekomme es erst wieder, wenn ich ihm Geld gebe!“

Wir lachen uns kaputt, wieder einer in die Touristenfalle getreten. Ich gebe ihm die 50 Pfund und beruhige ihn, dass dies ausreichend ist.

Aber Achtung: Auch wenn die Geschichte lustig ist und mit ein wenig Bakschisch schnell gelöst werden konnte; ich würde mich nicht mit den Jungs anlegen, denn vor Ort ist die Polizei und da fotografieren verboten ist, kann dies auch als Straftat gewertet werden. Keiner möchte als Urlaubserlebnis erzählen können, wie es in einem ägyptischen Gefängnis aussieht!

So, das waren die Höhepunkte unserer Pressereise. Grundsätzlich ist diese Fahrt für jeden geeignet, trotzdem bin ich der Meinung, dass eine Nilkreuzfahrt mit den Ausflügen kein optimales Domizil für Menschen mit Gehbehinderung ist.

Schreiben Sie uns, wenn Sie einen Artikel darüber in Ihrer Zeitung finden! Noch besser: Buchen Sie ihre nächste Reise in unsere Wahlheimat Ägypten!

Wir freuen uns auf Sie

Astrid und Andreas

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