Griechenland: Tauchen und Baden in den Buchten von Chalkidiki

Unser sonnenklar.TV Urlauber war mit seiner Freundin in einer ganz besonderen Ecke Griechenlands unterwegs: der malerischen und vielseitigen Halbinsel Chalkidiki. Was er dort erlebt und angesehen hat, erzählt er euch hier.

Auf Empfehlung eines Mitarbeiters stand für meine Lebensgefährtin und mich Urlaub in Griechenland in der nördlichen Ägäis auf der Halbinsel Chalkidiki auf dem Programm. Die Chalkidiki (diese Region hat einen weiblichen Namen) sieht auf der Landkarte aus wie eine Hand, der der Daumen und der kleine Finger fehlen. Richtung Süden stoßen drei schmale Landzungen weit ins Meer vor mit so klingenden Namen wie Kassandra, Sithonia sowie Agion Oros. Letztere ist auch als Athos bekannt und ein autonomer Klosterstaat innerhalb Griechenlands.

Während Kassandra relativ flach ist, präsentiert sich unser Urlaubsziel Sithonia bergig, mit felsigen Küstenabschnitten. Sie ist die mittlere Landzunge, die wir bewusst ausgewählt haben, um beide Buchten zum Tauchen nutzen zu können. Zudem ist Kassandra bekannt für ihre zahlreichen Hotels und deshalb etwas weniger ursprünglich, dafür überaus komfortabel.

Strand auf Sithonia, Griechenland

Bergig und naturbelassen – das hat uns Sithonia geboten!

Unsere Unterkunft auf Sithonia war ein kleines Boutique-Hotel mit lediglich zwölf Zimmern und einer typisch griechischen Taverne als Restaurant nahe Neos Marmaras. Zudem bewirtschaftet die Familie einen Olivenhain und zwei Weinberge, von deren Ernte unter anderem der Retsina hergestellt wird. Deshalb wachsen auf dem Grund auch Aleppo-Kiefern, denn das Harz dieser Pinienart verleiht der Weinspezialität das unverwechselbare Aroma. Zudem wird der samtweiche Agioritiko gekeltert, den wir zum Essen oder am Abend auf der Terrasse bevorzugten. Überdies verwöhnten uns die Hoteleigentümer zum Frühstück mit dem einzigartigen Honig, für den Chalkidiki bekannt ist. Der ist kräftig golden in der Farbe und wird mit Stücken der Honigwaben, mit Esskastanien oder Nüssen im Glas zusätzlich aromatisiert, was eine unvergessliche Gaumenfreude beschert.

Athos: Landzunge mit Mönchsrepublik

Nur der kleine Landstrich der Landzunge von Athos zur Halbinsel Chalkidiki kann problemlos betreten werden. Nach nur etwa zweöl Kilometern erreicht ihr die Grenze zur Mönchsrepublik Athos, wo für den Besuch ein Visum notwendig ist. Der Zutritt ist ausschließlich Männern erlaubt. Selbst Bootsfahrten um Agion Oros, bei denen ihr die famosen Klosteranlagen aus der Ferne bewundern könnt, unterliegen strengen Vorschriften. Ist eine Frau an Bord, muss ein Mindestabstand von drei Kilometern zum Ufer eingehalten werden. Ich verzichtete deshalb auf einen Besuch.

Stattdessen fuhren wir nach Ouranoupoli, einem kleinen Dorf direkt am einzigen Grenzübergang zu dem ungewöhnlichen Zwergstaat. Dort verkaufen die Mönche auf dem Markt landwirtschaftliche Produkte und Kunsthandwerk. Zwei überaus attraktiv gestaltete Ikonen hatten es uns angetan, die jetzt die Wand neben dem Kamin in unserem Haus zieren. Als Geschenk zur Silberhochzeit von Freunden kauften wir eine handgeschnitzte Marienstatue, von der ich mich schlussendlich kaum mehr trennen wollte. Außerdem hielten wir in Nea Roda. Das charmante Dorf mit seinem pittoresken Hafen ist ideal, um am hellen, feinsandigen Strand ein Bad in der Ägäis zu genießen. An die Bikinizone schließen sich felsige Buchten an, in denen ihr schon beim Schnorcheln die lebhafte Unterwasserwelt erkunden könnt.

Ouranoupoli, Chalkidiki, Griechenland

Alter Turm im Dorf Ouranoupoli.

Kassandra: Westlichster und touristischster Finger der Chalkidiki

Unser Tagesausflug nach Polichrono war ein Genuss. Mit seinem gut sieben Kilometer langen Sandstrand und den erstklassigen Tavernen ist das beschauliche Fischerdorf eine echte Empfehlung. Zudem wird am Meer Wassersport angeboten, inklusive Verleihstation für Tretboote, Kanus sowie Jetski. Wir mieteten ein Motorboot, um nur einen Kilometer entfernt vor der felsigen Küste zu tauchen. Es war ein echtes Erlebnis. In kleinen Unterwasserhöhlen sahen wir Schwärme von Jungfischen und Seepferdchen, bepackt mit ihrem Nachwuchs, und kaum 20 cm lange Muränen beobachteten uns argwöhnisch aus ihren Felsspalten.

Am Nachmittag unternahmen wir einen Waldspaziergang zum sogenannten Chalkidiki-See. Der ist ideal für ein Picknick, wozu Bänke und Tische aufgebaut sind. Allerdings ist das Baden untersagt. Dafür könnt ihr beim Essen am Ufer die zahllosen „Mavrobara“ genannten Schildkröten und etliche Wasserschlangen beobachten, was das Gewässer zu einem einzigartigen Biotop macht.

Um nach Polichrono zu gelangen, gibt es nur den Weg über Nea Potidea. Dort wurde am schmalsten Teil der Landzunge Kassandra ein Kanal ausgehoben, der die Bootsfahrt nach Sithonia drastisch verkürzt. Inzwischen wird die Seestraße von einer modernen, gewaltigen Brücke überspannt, in deren Nachbarschaft Bäckereien ihre Köstlichkeiten anbieten. Die sind auf ganz Chalkidiki bekannt, denn für die kleinen Köstlichkeiten werden alle Früchte verwendet, die im Ort wachsen. So findet ihr Törtchen mit Granatapfel oder Limette und Kuchen, die mit Feigen, Trauben, Oliven oder Orangen zubereitet wurden. Sehenswert sind zudem die reich verzierte griechisch-orthodoxe Kirche und die traumhaft schönen Bauerngärten der Einwohner.

Sithonia: Chalkidikis reizvoller mittlerer Finger

Rund fünf Kilometer vor unserem Urlaubsort Neos Marmaras liegt im Toronäischen Golf das unbewohnte Inselchen Kelyfos zwischen Kassandra und Sithonia. Das dicht mit Pinien und Olivenbäumen bewachsene Eiland ist mit seinen schroffen Kliffen und den felsigen Buchten ein ideales Tauchrevier, zumal geschützte Lagunen vorhanden sind.

Es sind in Neos Marmaras kleine, aber mit allem Notwendigen ausgerüstete Tauchbasen eingerichtet. Wir konnten gut gewartete, moderne Ausrüstungen sowie ein Motorboot mieten und das auch für unsere Unterwasserexkursionen an anderen Orten nutzen (wie in Polichrono). Die offensichtlich beliebteste Ferienregion auf Sithonia hat sich um Sarti gebildet, wo ihr auch etwas luxuriösere Hotels und umfangreich ausgestattete Campingplätze findet. Das an der Ostküste angesiedelte Fischerdorf besticht mit seinen makellos weißen Sandstränden und dem breiten Angebot an Wassersportarten. Darunter auch Windsurfen, denn hier sorgen recht beständige, aber nicht zu starke Böen für ausreichend Vortrieb.

Strand von Sarti, Chalkidiki

Gut gepflegte Strände und Sand, soweit das Auge reicht.

Sarti ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Berglandschaft im Herzen Sithonias zu erkunden. Das haben wir auch getan und waren von der Naturschönheit des Itamos-Gebirges begeistert. Der Wechsel zwischen Wäldern, in denen auch Eukalyptus zu finden ist, und der „Macchie“ genannten Landschaft mit Steineichen, Ginstern oder Erdbeerbäumen ist spektakulär.

Unsere Ausflugsziele auf Chalkidiki

Wir haben immer wieder meist kurze Ausflüge eingeflochten, weshalb wir mit unserem Mietwagen gut beraten waren. Den hatten wir bereits vor der Reise reserviert, sodass er abfahrbereit am Flughafen in Thessaloniki auf uns wartete. Wir haben uns die antiken Stätten in Stageira angesehen, dem Geburtsort von Aristoteles. Die farbenprächtigen Mosaikböden in Olynth haben meine Freundin sehr beeindruckt. Ich hielt mich lieber an die überall herumlaufenden Landschildkröten, von denen etliche Arten in den Ruinen leben.

Die legendären zum UNESCO-Welterbe gehörenden Metéora-Klöster waren uns eine Tagestour wert. Diese religiösen Stätten findet ihr in Thessalien, unweit der Stadt Kalambaka. Auf den bizarr anmutenden Felsen des Pindosgebirges siedelten bereits im 10. Jahrhundert Eremiten, und es entstanden mit der Zeit 24 Klöster. Davon sind sechs bis in die Gegenwart bewohnt. Wir haben davon Varlaám sowie Agía Triáda besichtigt und waren von der spartanischen Lebensweise der Mönche sehr beeindruckt.

Kloster Varlaám, Méteroa-Gebirge, Griechenland

Das Kloster Varlaàm mutet schon von Weitem unwirklich an.

Vor unserer Abreise unternahmen wir einen ausgedehnten Einkaufsbummel, wozu wir die Märkte in Neos Marmaras und Nikiti auf Sithonia nutzten. Honig mit Nüssen, Olivenöl und eine von Hand gefertigte Decke füllten unsere Koffer bis zum Rand. Wir kauften noch Wein direkt bei einem Winzer, der uns die edlen Tropfen per Spedition zustellen ließ. Keine Woche nach unserer Rückkehr saßen wir zu Hause auf der Terrasse, gönnten uns eine Flasche davon und schwelgten in Erinnerungen an unseren erholsamen Urlaub auf der Chalkidiki.

Wie wäre es auch mal mit einem Urlaub auf einer der vielen griechischen Inseln? Was die so zu bieten haben, erfahrt ihr hier!

 

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