Polarlichter sehen: Das müsst ihr zu Nordlichtern wissen

Wenn im Winter die Nacht am schwärzesten ist, wird es den Götterkindern langweilig. Nichts zu sehen da unten auf der Erde – alle Menschen hocken in ihrer warmen Stube. Also packen die Kleinen ihre Aquarellfarben aus. Sie zaubern violette Schleier oder tanzende blaue und grüne Strahlen an den eisigen Winterhimmel, damit die Leute hinter ihren Öfen hervorkommen. Wer Lust auf Abenteuer hat, tut das dann auch. Er schnappt sich seine Kamera und macht Jagd auf Polarlichter.


Inhaltsverzeichnis


Nordlicht in den Lofoten in Norwegen

FAQs zu Polarlichtern

Stopp, nicht wegklicken! Das ist keine sterbenslangweilige Abhandlung über das physikalische Phänomen der Polarlichter. In unserem Beitrag geht es um Sachen, die jeden interessieren: wann und wo ihr Polarlichter sehen könnt, wie ihr sie am besten fotografiert und wie sie zustande kommen.



Polarlichter in Island

Was sind Polarlichter?

Polarlichter sind farbige Himmelserscheinungen, die ihr am ehesten in Gegenden mit wenig Lichtverschmutzung beobachten könnt. Wenn ihr Polarlichter sehen möchtet, sollte euer Standort also möglichst weit weg von Siedlungen oder anderen künstlichen Lichtquellen sein. Die farbenprächtigen Himmelsphänomene sind nämlich nicht immer besonders hell – sogar das Licht des Vollmonds kann bei der Beobachtung der Polarlichter stören.

Bewegte Himmelslichter seht ihr am häufigsten in der Nähe der beiden Magnetpole unserer Erde. Die Polarlichtzone erstreckt sich rund um den Süd- und Nordpol in kreisförmigen Bändern mit einer Breite von etwa drei bis sechs Breitengraden. Nordlichter rund um den Nordpol werden „Aurea borealis“ genannt. Die nächtlichen Lightshows am Südpol nennen sich „Aurea australis“ oder „Südlichter“. Es kann übrigens auch passieren, dass ihr mitten in Deutschland Polarlichter sehen könnt. Wir verraten euch weiter unten, wie so etwas möglich ist.

Kann ich Polarlichter mit dem bloßen Auge sehen?

Polarlichtjäger sind scharf auf besonders helle Süd- oder Nordlichter. Warum? Die Farben schwacher Polarlichter werden vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen. Im Dunkeln sehen wir hauptsächlich Kontraste zwischen Hell und Dunkel. Farben müssen schon sehr gut ausgeleuchtet sein, damit wir sie auch nachts erkennen können. Außerdem bewegen sich schwache Nordlichter so gut wie nie. Helle Polarlichter führen dagegen einen regelrechten Tanz am Himmel auf.

Wo die fantastischen Farben der Polarlichtfotos im Internet herkommen? Das hat nichts mit Photoshop zu tun. Lichtstarke Objektive sind wesentlich empfindlicher als unsere Augen und können Farben wiedergeben, die wir selbst nicht wahrnehmen.

Ihr könnt aber auch mit bloßem Auge Polarlichter sehen: Dazu müssen die Lichter nur ausreichend hell sein. Je näher ihr der Polarlichtzone kommt, desto lichtstarker ist das farbige Feuerwerk am Nachthimmel. Eure Chancen auf ein besonders helles Polarlicht steigen umso mehr, je näher ihr den Magnetpolen kommt.

Wie entstehen Polarlichter?

Also das mit den Götterkindern glaubt uns ja doch kein Mensch. Dann eben die offizielle Version… Ihr habt doch bestimmt schon mal von Sonnenwinden gehört? Also diese Eruptionen von energiegeladenen Teilchen, die dann von der Sonne aus zur Erde rasen: Sie brauchen bei heftigen Sonnenstürmen nur etwa 24 Stunden, um bei uns anzukommen. Bei einem gemütlichen Sonnenwind sind sie mit etwa 300 km/h unterwegs. Bei Sonnenstürmen können sie bis zu 700 km/h erreichen.

Nun können diese Teilchen aber nicht einfach direkt bis zur Erde flitzen. Sie treffen nämlich vorher auf die Magnetfeldlinien unserer Welt. Jetzt kommt die sogenannte „Lorentzkraft“ ins Spiel: Die Sonnenwindteilchen werden von ihr um die Magnetosphäre herumgeleitet und erreichen auf diese Weise trotzdem ihr Ziel. Sie tauchen in die Erdatmosphäre ein und verbinden sich unterwegs mit erdeigenen Teilchen wie Sauerstoff- oder Stickstoffatomen. Dabei entsteht ein intensiver Energieaustausch, der die Moleküle zum Leuchten bringt.

Welche Farben haben Polarlichter?

An den nördlichsten und südlichsten Breitengraden könnt ihr besonders leuchtende und farbenfrohe Polarlichter sehen. Übrigens treten sie immer an beiden Polen gleichzeitig auf. Die grünen Lichter entstehen in etwa 80 bis 150 Kilometer Höhe durch die Verbindung der Sonnenteilchen mit Sauerstoff.

Rote und blaue Polarlichter entstehen in etwa 150 bis 600 Kilometern Höhe durch die Verbindung von Sonnenteilchen mit Stickstoff. Je nach Höhe und den Bestandteilen der Atmosphäre entstehen manchmal auch Mischfarben wie Violett oder Türkisblau. Sogar gelbe oder weiße Lichterscheinungen sind möglich.

Wann kann ich am ehesten Polarlichter sehen?

Die Polarlicht-Saison liegt im Winterhalbjahr zwischen den beiden Tag- und Nachtgleichen. Sie dauert also von Herbstanfang bis zum Frühlingsbeginn. Gerade gegen Anfang und Ende der Saison könnt ihr laut Statistik besonders viele Polarlichter sehen. Gut für alle Polarlichtjäger: Die Temperaturen im tiefsten Winter sind in den meisten Nordlicht-Ländern ja nicht gerade besonders einladend. Übrigens gibt es im Sommerhalbjahr auch Polarlichter – aber der Himmel ist dann zu hell, um sie zu sehen.

Generell könnt ihr davon ausgehen, dass in unseren Breiten der Himmel zwischen Anfang Oktober und Mitte März dunkel genug ist, um Nordlichter zu sehen. Auf der Südhalbkugel der Erde ist es natürlich genau umgekehrt: Wie so ziemlich jeder weiß, stehen in Down-Under die Jahreszeiten auf dem Kopf. In der Antarktis könnt ihr im Januar mit den wärmsten Temperaturen rechnen. In unserem Sommerhalbjahr wird es dort kaum mehr Tag und die Polarlichter tanzen rund um den Südpol.

Wo sind Polarlichter am schönsten?

Ganz gleich ob Nord- oder Südhalbkugel der Erde – Polarlichter sind überall da am schönsten, wo sie am hellsten sind. Dort sind sie auch am häufigsten. Passionierte Polarlichtjäger suchen sich immer einen Standort innerhalb des Polarlichtgürtels um die beiden Magnetpole der Erde. Wer nicht gleich um die halbe Welt reisen möchte, hat auch in den nördlichen Regionen von Norwegen oder auf Island die Garantie, besonders helle Nordlichter zu sehen.

Wie häufig zeigen sich Polarlichter?

Das kommt völlig auf euren Standort an. In der Antarktis könnt ihr beispielsweise während des gesamten (Südhalbkugel-) Winters fast jede Nacht richtig helle Polarlichter sehen. Auf unserer Seite der Erde sieht das nicht viel anders aus: Je näher ihr an den Nordpol kommt, desto öfters lassen sich die tollen Farbenspiele am Himmel blicken. Hier ein paar Beispiele für die nördlichen Breitengrade:

  • Färöer: sieben Nächte von zehn
  • Lappland/Finnland: sieben Nächte von zehn
  • Kiruna: acht Nächte von zehn
  • Svalbard: acht Nächte von zehn
  • Tromsø: neun Nächte von zehn
  • Reykjavík: neun Nächte von zehn
  • Nord-Island: zehn Nächte von zehn

Außerdem könnt ihr in diesen Regionen damit rechnen, mindestens ein Mal pro Woche besonders helle Polarlichter zu sehen.

Gibt es in Deutschland Polarlichter?

Wenn ihr im Internet eine Skyline mit blutrotem Hintergrund seht und darunter steht, dass dieses Polarlicht-Foto in Deutschland aufgenommen wurde, ist das nicht unbedingt ein Fake. Vielleicht hatte der Fotograf Glück und es war gerade die Zeit der maximalen Sonneneruptionen. Dann habt ihr auch in Deutschland zwischen 10 und 20 Mal pro Jahr die Gelegenheit, Polarlichter zu sehen.

Die Sonnenaktivität folgt einem Zyklus – genau wie die Jahreszeiten auf der Erde. Es dauert durchschnittlich elf Jahre, bis die Sonne von einem Aktivitäts-Höhepunkt zum nächsten gelangt. Im sogenannten „Solar-Max“ können die Leuchterscheinungen manchmal sogar in Südeuropa wahrgenommen werden. Es gab zum Beispiel schon Polarlichter auf den Kanaren und in Griechenland.

Tipps für das perfekte Polarlicht-Foto

Die meisten Polarlichtjäger wollen nicht nur Polarlichter sehen. Sie wollen sie auch einfangen. Polarlicht-Fotografie ist ja auch total spannend: Bei entsprechend langer Belichtungszeit und maximal geöffneter Blende zaubert eure Kamera Farbenspiele, die ihr mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen könnt. Hier unsere Tipps und Tricks für optimale Polarlicht-Bilder:



Polarlichter richtig fotografieren: So geht's

Was brauche ich, um Polarlichter zu fotografieren?

Hm, schon wieder: Das kommt völlig darauf an, in welcher Region der Erde ihr auf Polarlichtjagd geht. In Gegenden, wo sich sowieso fast jede Nacht ein Polarlicht am Himmel zeigt, könnt ihr auch mit einer guten Smartphone-Kamera im Nachtmodus schöne Polarlichtfotos schießen. Optimal werden eure Polarlicht-Bilder, wenn ihr eine Kamera mit lichtstarkem Objektiv dabei habt.

Wer dann noch Blendenöffnung und Belichtungszeit manuell einstellen kann, bekommt absolut spektakuläre Aufnahmen hin. Natürlich müsst ihr bei langen Belichtungszeiten in der Nacht ein Stativ verwenden, damit eure Aufnahmen nicht verwackeln. Profis benutzen außerdem einen Funkauslöser, damit sie Vibrationen, die nach dem Anfassen der Kamera entstehen, vermeiden. Dasselbe geht fast ebenso gut per Selbstauslöser – dann stellt aber mindestens fünf Sekunden ein.

Kameraeinstellungen für Polarlicht-Fotos

Je nach Stärke des Polarlichts braucht ihr unterschiedliche Belichtungszeiten. Die Einstellung für die Blendenöffnung verändert sich hingegen nicht: Für Polarlichtfotos sollte die Blende immer maximal geöffnet sein. Falls ihr ein Weitwinkelobjektiv habt, solltet ihr es bei euren Polarlichtbildern verwenden. Dadurch erhalten eure Kompositionen mehr Tiefe.

Helle Polarlichter

  • Belichtungszeit: eine bis fünf Sekunden
  • Blende: möglichst f/2.8, einfach maximal offen
  • Objektiv: Weitwinkel zehn bis zwölf Millimeter

Schwache Polarlichter

  • Belichtungszeit: 10 bis 25 Sekunden
  • Blende: möglichst f/2.8, einfach maximal offen
  • Objektiv: Weitwinkel zehn bis zwölf Millimeter

Vorbereitungen für Polarlicht-Fotografie: Tricks für instagramable Motive

Um spannende Polarlicht-Fotos zu schießen, müsst ihr zuerst einmal Polarlichter sehen. Damit ihr nicht in der Nacht orientierungslos durch Wald und Flur stolpert, solltet ihr in Polarlicht-verdächtigen Ecken schon tagsüber ein besonders lohnendes Motiv ausfindig machen. Hups – ihr wolltet doch eigentlich Polarlichter fotografieren: Wieso denn dann ein Motiv?

Ganz einfach: Das ist wie bei der Landschaftsfotografie. Ein bunter Himmel ist zwar ein schönes Erinnerungsfoto, wird aber niemals bei Instagram viral gehen. Solange nichts im Vordergrund steht, wirken Landschafts- und Polarlichtfotos einfach langweilig. Also sucht euch schon tagsüber den optimalen Standort aus. Kurz nach Mondaufgang und kurz vor Monduntergang ist übrigens die beste Zeit, um Polarlicht-Fotos aufzunehmen.

Europas 11 schönste Nationalparks

Sucht euch einen Ort mit beeindruckender Landschaft, an dem häufig Polarlichter auftreten. Checkt schon in eurem Hotelzimmer die Aurora-Vorhersage für die Region. Ihr werdet dabei auf Angaben über den KP-Index stoßen. Das ist eine Art Indikator für geomagnetische Stürme und die Aktivität des Erdmagnetfelds auf einer Skala von Null bis Neun. Je höher der KP-Index ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass ihr helle Nordlichter sehen könnt.

Unser Tipp: Für euer Smartphone gibt es den sogenannten „Aurora Alert“: Die App informiert euch, wenn an einem eingestellten Standort ein Polarlicht erscheint.

Packt für eure Polarlichtjagd ausreichend Akkus ein. Der Liveview in der Nacht frisst ordentlich Batterie. Damit die Kälte die Leistungsfähigkeit eurer Akkus nicht reduziert, solltet ihr sie nah am Körper verstauen – beispielsweise in der Hosentasche. Mit eurer Kamera oder eurem Smartphone macht ihr genau das Gegenteil: Ihr lasst sie vor dem Fotografieren erst eine Weile abkühlen. Ansonsten kann sich Kondenswasser auf der Linse bilden.

Jetzt noch zu den Fotospots: In unseren Breiten zeigen sich Polarlichter zumeist am nördlichen Himmelsabschnitt. Beachtet das bei der Auswahl eurer Standorte. Ihr braucht eine unverstellte Sicht nach Norden mit irgendeinem spannenden Vordergrund wie Steinformationen, reflektierendem Wasser oder eurem Lieblingsmenschen. Probiert schon tagsüber aus, welche Position ihr am besten zum Polarlichter fotografieren einnehmt. So kriegt ihr garantiert total szenische Bilder hin.

Wo kann man Polarlichter sehen?

Hier ein Überblick über die Polarlicht-Hotspots rund um den Globus. Deutschland haben wir auch einen Platz eingeräumt: Dort sind Polarlichter zwar eher selten, aber mit etwas Glück und einer guten Aurora-Prognose seid ihr vielleicht genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.



Polarlicht

Wo kann man Nordlichter sehen?

Jetzt verraten wir euch, wo ihr auf der Nordhalbkugel die spektakulären Farbtänze am Nachthimmel beobachten könnt:



Nordlichter sehen in Norwegen

Am Himmel in Nordnorwegen wird euch so richtig etwas geboten: In den endlosen Winternächten Norwegens halten sich die Polarlichter manchmal stundenlang. In Tromsø – 345 Kilometer nördlich vom Polarkreis – finden jeden Januar und Februar die bekannten Polarlichtfeste statt. Vielleicht kombiniert ihr ja Party und Nordlichtjagd?

Abenteurer schwören auf eine Runde Insel-Hopping auf den Lofoten. Wer sich etwas Besonderes gönnen will, macht eine Kreuzfahrt entlang der Schären von Hurtigruten. Da weckt euch sogar die Besatzung, wenn die Lightshow losgeht.

 

  • Beste Region: Provinz Nordland
  • Polarlicht-Hotspots: Hurtigruten, Lofoten, um Tromsø
  • Beste Zeit: September, Oktober, März
  • Temperaturen: ab November Minusgrade

Nordlichter sehen in Schweden

Durch die Provinz Norrbottens län in Schwedisch Lappland verläuft der Polarkreis. Also habt ihr dort beste Chancen, lang andauernde und helle Polarlichter zu beobachten. In Lappland ist es eisig und es weht oft ein kalter Wind. Am besten, ihr besucht Kiruna am Anfang oder am Ende der Nordlichtsaison. Übrigens habt ihr beim „Blauen Loch von Abisco“ beste Chancen auf klaren Himmel. Also warum nicht gleich nach Abisco zur Polarlichtjagd?

  • Beste Region: Provinz Norrbottens län
  • Polarlicht-Hotspots: Kiruna, Abisco Nationalpark
  • Beste Zeit: September bis April
  • Temperaturen: November bis April Dauerfrost

Nordlichter sehen in Finnland

Im finnischen Teil von Lappland habt ihr ebenso gute Chancen auf beeindruckende Nordlichter. Bei Polarlichtjägern ist die Region um den Inari-See besonders beliebt. Da ist man schon auf Nordlicht-Reisende eingestellt: Manche Hotels stellen euch einen Beeper zur Verfügung, der mit dem Northern Light Research Center verbunden ist. Der piepst euch an, wenn die bunte Himmels-Show anfängt.

  • Beste Region: rund um den Inari-See
  • Polarlicht-Hotspots: Kakslauttanen, Ivalo, Nellim, Luosto, Utsjoki
  • Beste Zeit: September bis März
  • Temperaturen: ab November Dauerfrost bis zu -20˚C

Und wie das Spektakel in Finnland aussehen kann, seht ihr hier im Video:

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https://www.youtube.com/watch?v=Lc3FxNXjBs0

Nordlichter sehen in Island

Das Land von Feuer und Eis ist der Klassiker für Nordlicht-Reisen. In Island gibt es ja nicht nur endlose menschenleere Gebiete – es gibt auch total spannende Fotomotive für den Vordergrund eurer Polarlicht-Fotos. Noch dazu halten sich die Wintertemperaturen dort in Grenzen: Ihr könnt euch also länger draußen aufhalten als in anderen Polarlicht-Ländern.

  • Beste Region: außer Reykjavik überall, besonders Nordostisland
  • Polarlicht-Hotspots: Thingvellir Nationalpark, am Mývatn
  • Beste Zeit: September, Oktober, März
  • Temperaturen: Dezember bis April rund um die 0˚C

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Nordlichter sehen in Grönland

Wer gut mit kalten Temperaturen klar kommt und das entsprechende Equipment dabei hat, kann in Grönland ein einzigartiges Abenteuer erleben. Traut ihr euch auf eine Hundeschlitten-Tour zum Ilulissat-Eisfjord? Die UNESCO-Weltnaturerbe-Stätte bietet euch fantastische Fotomotive: Eisberge, Nordlichter und dann gibt es natürlich noch die Schlittenhunde… Für passionierte Instagramer ist diese Tour eigentlich ein Must-Do.

  • Beste Region: Nordgrönland, besonders Ilulissat
  • Polarlicht Hotspots: Ilulissat-Eisfjord
  • Beste Zeit: September bis November
  • Temperaturen in Nordgrönland: November bis zu -20˚C, vorher etwas „wärmer“

Nordlichter sehen in Schottland

Wer hätte das gedacht? In Schottland lassen sich tatsächlich auch Polarlichter beobachten. Ob ihr es glaubt oder nicht: Die schottischen Shetland-Inseln liegen auf dem gleichen Breitengrad wie die Insel Nunivak in Alaska oder Kamchatka in Russland. Also Top-Voraussetzungen für die Sichtung von Polarlichtern. Auf den Orkneys habt ihr auch gute Chancen auf super Polarlicht-Fotos und vor allem gibt es da noch diesen einmaligen Steinkreis, den Ring of Brodgar.

  • Beste Regionen: Südschottland, Shetland Inseln, Orkneys, äußere Hebriden
  • Polarlicht Hotspots: Galloway Forest Park, Cairngorms National Park, Inseln
  • Beste Zeit: Oktober bis März
  • Temperaturen: wie in Deutschland

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Nordlichter sehen in Irland

Ok, in Irland ist es im Winter zwar nass, aber wenigstens frieren euch da die Nasen nicht ein. Am nördlichsten Punkt Irlands habt ihr trotz des milden Winterwetters ziemlich gute Chancen, die farbenprächtigen Himmelsphänomene einzufangen. Besonders am Malin Head: Hier zeigen sich öfters Polarlichter in grünen, blauen und rosafarbenen Wellen.

Unser Tipp: An der gesamten Küste sind übrigens sogenannte „Sternenparks“ ausgewiesen, in denen es besonders dunkel ist.
  • Beste Region: Nordirland, Inishowen Halbinsel
  • Polarlicht-Hotspots: Malin Head, Küstengebiet von Donegal, West-Kerry, West-Galway
  • Beste Zeit: September, Oktober, März
  • Temperaturen: im Winter 3 bis 8˚C

Nordlichter sehen in Deutschland

Wer regelmäßig die Aurora-Vorhersagen verfolgt, wird feststellen, dass sich jedes Jahr zwischen zehn und zwanzig Nordlichter in Deutschland zeigen. Natürlich werden nicht alle fotografiert und ins Netz gestellt: Manche erscheinen um unmögliche Uhrzeiten und andere sind so schwach, dass sie spezielles Kameraequipment benötigen.

Wenn ihr euch mit entsprechenden Apps auf dem Laufenden haltet, könnt ihr vielleicht genau im richtigen Moment dort sein, wo sie sich am besten fotografieren lassen.

  • Beste Region: Nord- und Ostsee
  • Polarlicht-Hotspots: Erhebungen, Hügel, hohe Dünen
  • Beste Zeit: Oktober bis März
  • Temperaturen: Durchschnittstemperatur Winter 0 bis 3˚C

Nordlichter sehen in Alaska

Noch einmal eine Nummer heftiger als in Grönland: der Winter in Alaska. Früher trugen die Leute dort Jacken und Hosen aus Eisbärfell. Packt in jedem Fall entsprechende Funktionskleidung ein, wenn ihr dort Polarlichter sehen wollt. Ihr braucht gar nicht groß zu jagen. Fairbanks liegt im Polarlichtgürtel und vom Eagle River Nature Center aus werden Hundeschlitten-Touren zum Polarkreis angeboten. In Alaska leuchtet der Himmel den ganzen Winter lang.

  • Beste Region: überall außerhalb der Städte
  • Polarlicht-Hotspots: Denali Nationalpark, Eagle River Nature Center Anchorage, Fairbanks
  • Beste Zeit: September bis April
  • Temperaturen: im Winter bis zu -30˚C

Nordlichter sehen in Kanada

Wenn euch Alaska nicht schrecken kann, wird euch der kanadische Winter auch nicht beeindrucken. Was machen schon die paar Minusgrade, wenn an 240 Tagen im Jahr Polarlichter über den Himmel tanzen? Yellowknife, die Hauptstadt der Territories, erhebt den Anspruch auf die Bezeichnung „Aurora Capital of the World“.

Zieht euch warm an und vergesst nicht, eure Kameras vor dem Fotografieren an die Außentemperatur zu gewöhnen.

  • Beste Region: Nordwest-Territorium
  • Polarlicht-Hotspots: Yellowknife, Nanavut, Yukon, Churchill
  • Beste Zeit: September bis April
  • Temperaturen: im Winter bis zu -30˚C

Wo kann man Südlichter sehen?

Hier kommen auch schon die Hotspots für Polarlichter der südlichen Hemisphäre:



Südlichter in Tasmanien

Südlichter sehen in Australien

Alle rennen den Nordlichtern hinterher. Dabei ist die Polarlichter-Jagd im südlichen Polarkreis wesentlich angenehmer. In Australien herrschen beispielsweise in der Polarlicht-Saison Temperaturen wie im deutschen Herbst.

Wenn ihr keine Angst vor Tasmanischen Teufeln habt, solltet ihr direkt die südaustralische Insel Tasmanien ansteuern – den Polarlicht-Hotspot in Australien. Ihr könnt sogar öfters bei größeren Städten in Australien – wie auf der Mornington-Halbinsel bei Melbourne – mit Südlichtern rechnen.

  • Beste Region: Tasmanien
  • Polarlicht-Hotspots: Erhebungen in Tasmanien, Mornington-Halbinsel bei Melbourne
  • Beste Zeit: Juni bis August
  • Temperaturen: 15 bis 20˚C

Südlichter sehen in Neuseeland

Land des glühenden Himmels: In der Sprache der Ureinwohner Neuseelands steht dafür nur ein einziges Wort: „Rakiura“ ist für die Maori ein heiliger Ort – zum Glück wurde die Region 2002 zum Nationalpark ausgewiesen.

Auf der kaum bewohnten Stewartinsel noch vor der Südinsel Neuseelands nisten auf 2.000 km² seltene Vogelarten wie der Kiwi und der Gelbaugenpinguin. Im riesigen Rakiura Nationalpark auf der Stewartinsel sind die Nächte so dunkel, dass ihr garantiert spektakuläre Südlicht-Fotos schießen könnt.

  • Beste Region: Stewart Island
  • Polarlicht-Hotspot: Rakiura Nationalpark
  • Beste Zeit: Juni bis August
  • Temperaturen: 12 bis 16˚C

Südlichter sehen in der Antarktis

Antarktika ist theoretisch optimal, um Polarlichter zu sehen – schließlich liegt das Land genau rund um den Südpol. Allerdings sollten Normalsterbliche das kälteste Land der Welt eher im antarktischen Sommer besuchen. Im wärmsten Monat Januar herrschen dort Temperaturen um den Gefrierpunkt – also so richtiges Sommerwetter. Nur wird es dort im Sommer leider überhaupt nicht mehr dunkel.

Im Winter gibt es dann zwar ein Himmelsfeuerwerk nach dem anderen, aber die Temperaturen sind kaum auszuhalten. Schaut mal auf die Liste:

  • Beste Region: überall
  • Polarlicht-Hotspots: überall
  • Beste Zeit: Juni, Juli
  • Temperaturen Antarktis-Winter: Küste -15 bis -35˚C, im Inland -40 bis -70˚C

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