Inselhüpfen in Kroatien: Schätze an der Küste

Insgesamt über 1.200 Inseln aller Formen und Größen befinden sich vor der stark zerklüfteten und knapp 1.800 Kilometer langen Küste Kroatiens. Dauerhaft bewohnt sind jedoch nur etwa vier Dutzend Inseln. Viele der unbewohnten Eilande gleichen auch eher schroffen Felsen ohne jegliche Vegetation. Nichtsdestotrotz bietet sich die kroatische Küste perfekt zum Inselhüpfen an. Welche das sind, erfahrt ihr hier!


Inhaltsverzeichnis


Wenn man nicht mit dem eigenen oder gecharterten Segelboot unterwegs ist, kann man auch auf die vielen regionalen und lokalen Anbieter organisierter Touren zurückgreifen. Angesichts der riesigen Auswahl an Inseln steht man jedoch beim Inselhopping in Kroatien fast zwangsläufig vor der Qual der Wahl, sodass man sich am besten vor der Abreise für ein paar der schönsten Inseln entscheidet. Die folgende Liste kann hierbei behilflich sein. Zur besseren Orientierung sind die Inseln von Nord nach Süd aufgelistet und in der Karte passend zu den Erklärungen farblich voneinander unterschieden:

Das Brijuni-Archipel: Schon Römer und Venezier schätzten die küstennahen Inseln

Alle 14 Inseln der Gruppe vor der Küste Istriens stehen als Nationalpark unter Naturschutz oder befinden sich im Privatbesitz. Deshalb können auch nur die beiden größten Inseln Veliki Brijun und Mali Brijun besucht werden. Regelmäßige Fähr- und Schiffsverbindungen gibt es ab Fažana und Pula. Private Booten dürfen nur im Hafen von Veliki Brijun anlegen. Das Tauchen ist nur von den lizenzierten Tauchzentren aus zulässig. Besiedelt sind die Inseln archäologischen Funden zufolge bereits seit ca. 5.000 Jahren. Sehenswert sind die römischen Ruinen in der Bucht Uvala Verige sowie das byzantinische Castrum und venezianische Kastell im Zentrum. Im Safaripark auf Veli Brijun leben Antilopen, Elefanten, Esel, Lamas, Strauße und Zebras. 

Römische Ruinen auf Veli Brijun

Die Ruinen aus römischer Zeit sind sehr beeindruckend.

Krk und Cres in der Kvarnerbucht: Die größten Inseln Kroatiens

In der Bucht zwischen Istrien und dem Küstenland an der oberen Adria liegen mit den beiden je gut 405 Quadratkilometer großen Inseln Cres und Krk die zwei größten kroatischen Inseln. Krk ist mit annähernd 18.000 Einwohnern in fast 70 Orten weitaus dichter besiedelt als Cres, wo aktuell ca. 3.200 Menschen in fast 30 Orten leben. Dieser Unterschied erklärt sich nicht zuletzt an der geringen Entfernung von Krk zum Festland, mit dem die Insel seit 1980 auch mit der fast 1,5 Kilometer langen Krkbrücke verbunden ist. Von der Küstenstadt Rijeka aus ist Krk somit in nur kurzer Fahrzeit zu erreichen. Inselhüpfen ist hier also auch ganz praktisch mit dem Auto möglich.

Attraktionen und Sehenswürdigkeiten auf Krk sind zum Beispiel die Tropfsteinhöhle Biserujka in Dobrinj sowie der Sandstrand und der Glagolitische Pfad von Baška mit den vielen Steindenkmälern. Inselhoppper mit ihren Booten beziehen gerne im modernen Jachthafen von Punat Quartier. In der gegenüberliegenden Inselhauptstadt Krk wie auch in und um Malinska-Dubašnica finden sich zahlreiche Unterkünfte. Die schönsten Strände auf Krk liegen bei Vrbnik im Osten (Zgribnica, Kozica, Pod kovač, Potovošće).

Auf Cres ist die Bucht von Martinšćica eine beliebte Badegegend. Schöne Strände liegen auch bei Lubenice und Stivan. An der Südspitze Punta Kriza treffen sich gerne FKK-Anhänger. Für Inselhüpfen bieten sich die Fährverbindungen von Brestova in Istrien nach Porozina auf Cres und ab Valbiska auf Krk nach Merag auf Cres an. Segler ankern hingegen häufig im großen Jachthafen etwas außerhalb der Gemeinde Cres.

Die nur durch einen Kanal getrennte Nachbarinsel Lošinj kann man als Inselhüpfer zu Fuß auch sehr bequem über die Drehbrücke bei Osor auf Cres erreichen. Zur Insel Rab fahren regelmäßig Fähren von Rijeka, vom Küstenort Stinica (Jablanac) und von Valbiska auf Krk sowie von Novalja auf Pag.

Ausblick von Cres aus

Dieser Ausblick erwartet euch auf Cres.

Inselhüpfen vor Zadar: Hier gibt es viel zu entdecken

Auch die knapp 300 Quadratkilometer große Insel Pag ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Die bekanntesten Ferienorte auf Pag sind Novalja und die Stadt Pag. Unweit von Novalja liegt der berühmte Partystrand Zrće mit zahlreichen Bars, Klubs sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Den delikaten lokalen Schafskäse kann man gut im kleinen Ort Kolan im Binnenland probieren. In Metajna ist der Strand Ručica bei Badegästen beliebt. Auto- und Personenfährverbindungen nach Pag gibt es von der Insel Rab sowie ab Zadar und Rijeka.

Weitaus ruhiger als Pag präsentiert sich die gut 113 Quadratkilometer große Insel Dugi Otok, die mit der Fähre in 1,5 Stunden von Zadar aus erreicht werden kann. Sehenswert sind hier die imposante Steilküste an der Westseite und der Salzsee Mir im Naturpark Telašćica. Der Strand Sakarun ist für sein sauberes Wasser und den weißen Sand sowie als sicherer Hafen für Segler bekannt.

Grün und entspannt zeigt sich auch die Insel Pašman. Vor allem Olivenhaine, bunte Gärten und Weinberge bestimmen die Landschaft. Fährverbindungen gibt es in den Ort Tkon von Biograd bei Zadar. Schöne Strände mit Gastronomie und touristischer Infrastruktur gibt es bei Polača, Soline, Matlovac, Banj und Dobropoljana.

Inselhüpfen zu Fuß, mit dem Auto oder Fahrrad ist mit der Brücke bei Ždrelac zur Nachbarinsel Ugljan möglich. Im gleichnamigen Hauptort der gut 50 Quadratkilometer großen Insel können römische Ruinen und ein Kloster aus dem 15. Jahrhundert besichtigt werden. Populäre Strände liegen in Preko, bei Kukljica sowie in den Buchten Luka und Cinta. Auch die „Olive Island Marina“ in Sutomiscica ist häufig Station beim Inselhopping mit dem Boot.

Dugi Otok

Dugi Otok.

Die Inseln vor Šibenik: Der Nationalpark Kornaten, Murter, Prvić, Žirje und Zlarin

In der mittleren Adria sind Kornat, Murter und Žirje die größten und am dichtesten besiedelten Inseln. Sie zählen allesamt zur Inselgruppe der ca. 150 Kornaten, die teilweise den 220 Quadratkilometer großen gleichnamigen Nationalpark bilden. Die Kornaten sind größtenteils nur spärlich bewachsen und mehrheitlich menschenleer, dafür ist der Fischreichtum in ihren Gewässern außerordentlich hoch. Kornat war archäologischen Funden zufolge schon während der Jungsteinzeit und später von Illyrern und Römern bewohnt. Jüngere Spuren lassen sich aber erst wieder ab dem 13. Jahrhundert nachweisen. Heute leben dort dauerhaft lediglich sieben Bewohner.

Ganz anders verhält es sich auf der mit gut 17 Quadratkilometer Fläche nur etwa halb so großen Insel Murter, wo aktuell knapp 5.200 Menschen leben. Murter ist für erstklassiges Olivenöl sowie als beliebtes Ziel für Segelboote bekannt. Die schönsten Strände liegen bei Luke, Slanica, Čigrađa und Podvrške (FKK) und verfügen alle über gastronomische Angebote und Einkaufsmöglichkeiten.

Auf Žirje leben hingegen zurzeit nur ca. 100 Einwohner vorrangig von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Ruhige Felsstrände halten die Buchten Mala, Koromačna, Stupica und Velika parat. Sehenswert sind die Überreste byzantinischer Festungsanlagen auf der Ostseite.

Auf Zlarin kann ein Korallenmuseum, auf Prvić ein Museum zum Leben des venezianischen Diplomaten, Gelehrten und Erfinders Fausto Veranzio (1551–1617) besichtigt werden. Auf der nur 1,76 Quadratkilometer großen Insel Lavsa ist die Bucht Levrnaka ein als Ankerplatz hervorragend geeigneter Naturhafen. Eine traditionelle Segelregatta auch für Inselhoppper ist der internationale „Kornati Cup“ alljährlich im April und Mai mit ca. 100 teilnehmenden Jachten. Urlauber ohne eigenes Boot können auf die zahlreichen Anbieter von Ausflugsfahrten in den Nationalpark in den Küstenorten zurückgreifen. Für private Segler sind Zugang und Transit zum Nationalparkgebiets kostenpflichtig. 

Zirje, Kroatien

Leuchtfeuer auf Žirje.

Inselhopping vor Split in Mitteldalmatien: Ein wahres Paradies für Sonnenanbeter

Wegen ihrer zahlreichen Sonnenstunden im Jahresmittel sind die Inseln in Mitteldalmatien und die für ihr als UNESCO-Weltkulturerbe geschütztes Zentrum berühmte Hafenstadt Split sehr populäre Urlaubsdestinationen. Erstes Ziel des regionalen Inselhüpfens ist oft die nah am Festland gelegene und 395 Quadratkilometer große Insel Brač mit aktuell ca. 14.000 Einwohnern. Ein besonders im Sommer gut besuchter Ferienort ist Bol mit dem nahen Strand Zlatni rat („Goldenes Horn“). Etwas ruhiger sind die Strände Lovrecina bei Postira, Supetar, Vlacica, Banj, Bili Rat, Vela Luka sowie Selca, Sumartin und Povlja.

Fährverbindungen für Inselhoppper gibt es ab Split und Makarska zu den Inselhäfen Supetar und Sumartin sowie von Bol zur Nachbarinsel Hvar. Dort leben auf knapp 300 Quadratkilometern Fläche aktuell ca. 11.000 Einwohner, Liegeplätze für Boote gibt es im geräumigen Hafen von Hvar-Stadt. Viel von Touristen aus aller Welt besuchte Attraktionen sind die Höhlen Grapčeva pećina, Sveta Nedjelja und Markova Spilja, in denen bereits vor 7.000 Jahren Menschen gelebt haben.

Ein beliebtes Ausflugsziel, das man gut mit den Booten lokaler Anbieter erreicht, ist auch der Archipel der unbewohnten „Hölleninseln“ (Pakleni Otoci) vor der Stadt Hvar. Lange Kieselstrände finden sich entlang der gesamten Insel, als die schönsten gelten diejenigen von Dubovica, Zavala, Ivan Dolac, Milna, Mlaska, Sućuraj, Česminica, Bilina, Perna, Mačak, Valica, Blace, Prapatna, Židigova, Mrtnovik, Brigove, Mekićevice und Didina.

Mit knapp 90 Quadratkilometern Fläche und fast 3.500 Einwohnern deutlich kleiner ist die Insel Vis, die von Split in gut zwei Stunden Fahrtzeit mit der Autofähre zu erreichen ist. Da die Insel bis 1995 militärisches Sperrgebiet war, ist sie weniger stark touristisch geprägt. Sehenswürdigkeiten sind das einstige Militärgelände an der Südwestküste Stupisce, die ruhige Bucht Stiniva und die felsige Küstenlandschaft bei Rukavac. Von Inselhüpfern gerne besucht wird die kleine, ca. fünf Kilometer entfernte Nachbarinsel Biševo, wo intensiv Weinanbau betrieben wird. Regelmäßige Fährverbindungen ab Split gibt es auch zu den Inseln Drvenik Veli und Šolta.

Hvar, Kroatien

Auf Hvar erwartet euch kristallklares Wasser.

Inselhüpfen vor Dubrovnik in Süddalmatien: Korčula, Mljet, Lastovo und Sušac

Besucher der ehemaligen Hauptstadt der Republik Ragusa nutzen bei einem längeren Aufenthalt in der Region häufig auch die Dubrovnik vorgelagerten Inseln fürs Inselhüpfen. Die mit gut 271 Quadratikilometern Fläche und zurzeit etwa über 16.000 Einwohnern größte Insel Korčula ist mit Fähren ab Dubrovnik, Hvar, Mljet, Rijeka sowie Split und von Mai bis September auch von der italienischen Stadt Bari aus gut zu erreichen. Ein Publikumsmagnet ist das alljährliche Festival für Barockmusik im September. Das ganze Jahr über bewundern kann man den traditionellen Schwerttanz „Moreška“ und das Schaffen der vielen ortsansässigen Bildhauer. Zum Baden bieten sich die Strände von Vela Przina, Tatinja und Bilin Zal bei Lumbarda, Pupnatska Luka bei Pupnat sowie Istruga bei Smokvica und Brna an. Ein empfehlenswertes Ziel für Tagesausflüge ab Korcula ist der Badija-Archipel. Die Fahrt mit dem Taxi-Boot von der Uferpromenade von Korcula ist sehr günstig und dauert lediglich 15 Minuten.

Ebenfalls regelmäßig mit der Autofähre von Dubrovnik aus angefahren wird die weiter südlich gelegene, ca. 98 Quadratkilometer große Insel Mljet mit aktuell knapp 1.100 Einwohnern. Dichte Wälder aus Kiefern und Steineichen bieten sich bestens für lange Wanderungen auf dem grünen Eiland an. Dabei lassen sich die westlichste Landspitze Goli Rat, der größte Ort Babino Polje, der Hafen von Pomena und das altehrwürdige Kloster der Heiligen Maria erkunden. Vor den Ufern des Nationalparks Mljet im Westteil der Insel bekommt man mit etwas Glück sogar die sehr seltenen Mittelmeer-Mönchsrobben zu Gesicht.

Fähren ab Dubrovnik fahren auch regelmäßig zur Insel Lastovo südlich von Korčula. Ankerplätze für Segler beim Inselhopping existieren in den westlichen Buchten Mali Lago und Veli Lago. Ausgiebig gefeiert wird hier der Karneval „Poklad“ im Februar / März. Der Leuchtturm Skrivena Luka von 1839 an der Südküste gehört zu den ältesten seiner Art in Kroatien. Auf den unbewohnten Nachbarinseln Arženjak und Saplun lassen sich an fast leeren Stränden herrliche Badetage verbringen. Auf Sušac westlich von Lastovo eignen sich vor allem südöstlichen gelegenen und flacheren Sandbuchten zum Baden.

Insel Korčula

Korčula ist ein schönes Ausflugsziel.

Die „Hirschinseln“: Kroatiens südlichste Inseln

Von den dreizehn Inseln der Elaphiten bei Dubrovnik und der Halbinsel Pelješac sind nur Koločep, Lopud und Šipan dauerhaft bewohnt. Fährschiffe fahren die drei Inseln regelmäßig von Dubrovnik und der Insel Mljet aus an. Mit über 200 Sonnentagen pro Jahr sind die Inseln nicht nur äußerst beliebte Reiseziele für Badeurlauber, sondern eignen sich auch hervorragend für die landwirtschaftliche Nutzung. Besonders intensiv angebaut werden hier Feigen, Oliven, Wein und Zitrusfrüchte, auch wild wachsende Kräuter gedeihen sehr gut.

Zum Inselhopping kamen die ersten Touristen schon Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Elaphiten. Hotels, Pensionen und Privatzimmer aller Kategorien und Klassen sowie Restaurants, Cafés, und Lebensmittelgeschäfte gibt es heute auf allen drei Eilanden. Vielfältig ist das Angebot in den beiden bekannten Badeorten Šipanska Luka und Suđurađ auf Šipan. Schöne Bademöglichkeiten finden sich darüber hinaus in der Bucht Šunj auf Lopud sowie im Zentrum von Kolocep-Stadt und bei Gornje Čelo.

Auf Lopud kann die Ruine eines spanischen Forts besichtigt werden, schöne Taucherreviere gibt es rund um Koločep. Die restlichen Inseln der Elaphiten können von Seglern ebenfalls beim Inselnhopping aufgesucht werden. Auf Crkvina, Daksa, Goleč, Jakljan, Kosmeč, Mišnjak, Olipa, Ruda, Sveti Andrija und Tajan gibt es jedoch größtenteils keinerlei touristische Infrastruktur in Form von Unterkünften und Restaurants. Sehenswürdigkeiten sind die Überreste eines Franziskanerklosters aus dem 13. Jahrhundert auf Daksa sowie die Leuchttürme auf Olipa und Sveti Andrija.

Šipan, Kroatien

Auf Šipan lohnt sich ein kulinarischer Zwischenstopp.

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