Ein Ausflug nach Dubrovnik: Weltkulturerbe und Meer

Der Tourismus in Kroatien boomt. Sagenhaft schöne Strände, warmherzige, freundliche Bewohner und eine gute Infrastruktur locken mehr und mehr Gäste in die Balkanrepublik. Einer der Hauptanziehungspunkte ist die Stadt Dubrovnik, die ich nun für einige Tage besuchen durfte. Meine Erfahrungen verrate ich euch hier.

Die „Perle der Adria“ bietet im (Alt-)Stadtteil Stari Grad auf engem Raum und umgeben von dicken Stadtmauern einen sagenhaften architektonischen Mix vom Mittelalter über die Renaissance und den Barock bis hin zur Moderne. Alte Gemäuer, ein Kloster, zahlreiche Kirchen sowie robuste Befestigungsanlagen und Türme prägen ebenso das Stadtbild wie Bars und Restaurants, Einkaufsläden und Souvenirshops, die sich in den zahllosen engen Altstadtgassen angesiedelt haben. Mein Reisebericht informiert über vieles, was es vor der Anreise zu bedenken gilt, gibt euch Tipps für einen oder mehrere gelungene Tage in der Altstadt und versorgt euch zudem mit einigen Ausflugsvorschlägen. Er soll eure Lust auf eine ganz persönliche Reise nach Dubrovnik wecken.

Stadtmauer und Hafen von Dubrovnik

Die Stadtmauer von Dubrovnik ist schon sehr sehenswert.

Wissenswertes vor dem Besuch in Dubrovnik

Bevor ich euch im Folgenden von der zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden, sehenswerten und quirligen Altstadt und einigen empfehlenswerten Bootsausflügen berichte, möchte ich zunächst darauf eingehen, wie ihr diese tolle Stadt erreichen könnt.

Viele Urlauber aus Deutschland reisen mit dem eigenen Pkw in die Ferien nach Kroatien. Ihren Bade- oder Wanderurlaub verbringen sie dann oftmals im nördlichen Landesteil, also in Istrien oder in der Landesmitte in Dalmatien. Dubrovnik, ganz im Süden des Landes gelegen, ist von hier nur einige Fahrstunden entfernt. Von Split aus gelangt ihr zum Beispiel in nur vier Stunden nach Dubrovnik. Die sehr gut zu befahrende Küstenstraße ist zwar mautpflichtig und kostet etwa zehn Euro, dafür entschädigt der durchweg schöne, freie Blick auf das Meer.

Küstenstraße in Kroatien

Die Fahrt entlang der Küste hat schon mehr von Roadtrip als einer schnöden Anreise.

Die Straße führt durch einige weitere schöne Badeorte Dalmatiens, wie etwa das beschauliche Baška Voda oder das lebhaftere und bekannte Makarska. Hier findet ihr viele Restaurants, um euch während der Fahrt zu stärken.

Achtung: Wenn ihr mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen nach Dubrovnik wollt, achtet darauf, dass die Route zwangsläufig durch Bosnien führt. Ihr reist also zunächst aus Kroatien (und damit auch aus der EU) aus, um dann wenige Kilometer südlich wieder europäisches Gebiet zu erreichen. Die damit verbundenen Grenzkontrollen können, insbesondere in der Hauptsaison, recht zeitaufwendig sein. Außerdem ist es bei einigen Mietwagenanbietern nicht erlaubt, das Fahrzeug über die Grenze mitzunehmen. Informiert euch also vorher, wenn ihr einen Ausflug mit dem Mietwagen plant.

Eine weitere reizvolle Alternative für alle, die vom Norden lediglich für einen kurzen Ausflug nach Dubrovnik wollen, ist eine Fahrt mit der Fähre. So könnt ihr die Tour nach Dubrovnik direkt mit einem Bootsausflug verbinden, der euch durch die schöne kroatische Inselwelt führt. Je nach Fährverbindung beträgt die Fahrzeit ab Split beispielsweise etwa sechs Stunden. Zudem steht Dubrovnik auf der Destinationsliste zahlreicher Reedereien, die Kreuzfahrten im Mittelmeer anbieten. Eine etwas zeitraubendere Art der Anreise, für viele aber sicherlich überaus reizvoll.

Ebenfalls populär sind derzeit Kurz- und Wochenendtrips nach Dubrovnik. Der internationale Flughafen wird von zahlreichen deutschen Airports direkt angesteuert. Bei nur etwa zwei Stunden Flugzeit steht eurem spontanen Ausflug nach Dubrovnik also nichts im Weg. Auch eine Kombination aus einem Flug nach Split und anschließender Fahrt nach Dubrovnik ist durchaus praktikabel und eröffnet euch so die Möglichkeit, neben zwei tollen Städten auch – wie oben geschildert – noch mehr von Kroatien entlang der Küstenstraße zu erleben.

Unterwegs in der historischen Altstadt von Dubrovnik

Die mit Abstand schönste Möglichkeit, um die Altstadt zu entdecken, ist eine Tour entlang der mittelalterlichen Befestigungsanlagen, die den Altstadtkern nahezu komplett umschließen. Von hier genießt ihr bei eurem Spaziergang einen tollen, erhöhten Ausblick auf die gesamte Stadt und könnt euch bereits einen Überblick über das verschaffen, was ihr im Anschluss vielleicht noch einmal aus der Nähe bestaunen wollt. Für die Tour entlang der Stadtmauern solltet ihr mit etwa drei bis vier Stunden rechnen, es sind außerdem einige Treppenstufen zu bewältigen. An der nach Westen gewandten Mauerseite, in der Nähe des Hafens, befinden sich einige Restaurants, die zwischendurch zur wohlverdienten Pause einladen.

Café in Dubrovnik

Ob ein kleiner Snack oder der Kaffee zwischendurch – in Dubrovnik habt ihr viele Möglichkeiten, euch beim Sightseeing zu stärken.

Ich empfehle euch aus zweierlei Gründen, mit der Tour bereits früh am Tag zu starten. Erstens wird es mitunter recht voll in der Stadt, insbesondere wenn viele Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen und zahlreiche Tagesgäste in der Stadt sind. Zweitens kann es, insbesondere im Sommer, wirklich heiß werden und auf der Maueranlage habt ihr nur wenig Schutz vor der Sonne. Wenn ihr früh mit der Tour startet, passt es zudem zeitlich perfekt, dass ihr eure Pause passend zur Mittagszeit in einem der vielen Restaurants einlegt und euch dort auch gleich wieder stärken könnt.

Mein Tipp hierzu: Entscheidet, was ihr essen wollt und sucht euch dann in den Altstadtgassen das dazu passende Restaurant. Da die Konkurrenz hier sehr groß ist, überbieten sich die Lokale geradezu mit Angeboten für einen Mittagstisch und abends auch mit tollen Happy Hour Angeboten.

Nun bleibt euch noch der ganze Nachmittag, um noch einmal gezielt das anzusehen, was euch bei der vormittäglichen Erkundungstour bereits als sehenswert aufgefallen ist. Oder ihr entspannt einfach ein bisschen, gönnt den Füßen eine längere Erholungspause, geht direkt zum Happy-Hour-Angebot über und verschiebt die weiteren Erkundungen auf den nächsten Tag. Denn Dubrovnik hat mehr zu bieten, als ihr an einem Tag schaffen könnt.

Meine Tipps für Dubrovnik

Ich empfehle euch zum Beispiel eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Srđ. Die Fahrt ist mit etwa 20 Euro zwar nicht gerade günstig, ich finde den Preis für einen Tagesausflug allerdings gerechtfertigt. Oben ist es nämlich tatsächlich so schön, dass ihr hier problemlos den ganzen Tag verbringen und den Ausblick genießen könnt. Zum Meer hin blickt ihr herab auf die Altstadt mit ihren Festungsmauern, die kleine vorgelagerte Insel Lokrum (unten dazu mehr) sowie weiter östlich auf einen Großteil von Rest-Dubrovnik und weitere kleine Inseln, die mit ihrem dichten Baumbestand wie grüne Tropfen aus dem blauen Meer herausragen. Den Blick ins Landesinnere gewandt, schaut ihr auf eine tolle Berglandschaft, die sich bis zum Horizont erstreckt.

Panorama auf Dubrovnik

Der Blick von Srđ auf Dubrovnik entschädigt für die relativ teure Fahrt nach oben.

Für diesen Tag habt ihr zwei Alternativen zur Auswahl: Biegt ihr am Ausgang der Seilbahn links ab, gelangt ihr nach wenigen Metern ins Grüne. Je weiter ihr hier wandert, desto ruhiger wird es und desto weniger andere Touristen verirren sich hier her. Aber aufgepasst: Ihr befindet euch ab hier in der „wilden“ Natur. Feste Schuhe sind auf den holprigen Wegen unbedingt zu empfehlen. Außerdem solltet ihr lange Hosen tragen, denn hier oben gibt es tatsächlich giftige Schlangen. Diese sind allerdings oft so scheu, dass sie sich bereits verstecken, bevor ihr ihnen zu nahe kommt. Belohnt wird euer Ausflug in die „Wildnis“ mit sagenhafter Ruhe und einem grandiosen Rundumblick.

Mögt ihr es lieber etwas zivilisierter, biegt ihr am Seilbahnausgang rechts ab. Dort befinden sich zwei Restaurants mit Aussichtsplattform. Hier könnt ihr den nicht minder schönen Ausblick gepaart mit kroatischen Delikatessen genießen.

Wenn euch die Restaurants auf dem Berg nicht zusagen oder ihr ohnehin in einer für Kroatien typischen Konoba die leckere regionale Küche testen möchtet, biegt ihr, wieder unten an der Seilbahnstation angekommen, nach rechts ab. Ihr entfernt euch also noch ein Stück weiter aus dem Trubel der Altstadt. Nach etwa 300 Metern befinden sich dort in herrlicher Hanglage zwei Konobas mit schönem Blick auf die Bucht und Altstadt und ebenso tollem Essen zu sehr günstigen Preisen.

Restaurant in Dubrovnik

Einige Restaurants in Dubrovnik haben wirklich eine spektakuläre Lage.

Meer erleben: Für einen Tag mit dem Boot unterwegs

Am Haupthafen der (Neu-)Stadt gibt es zahllose Bootsanbieter, die Tagestouren entlang der landschaftlich schönen Küste und zu vielen kleinen Inseln im Umland anbieten. Zu empfehlen ist hier eine der 5-Insel-Touren, die je nach Anbieter alle ein bisschen unterschiedlich gestaltet sind. Im Ablauf ähneln sie sich jedoch sehr. Los geht es meist morgens um 8 oder 9 Uhr. Anschließend verbringt ihr den Tag an Bord und genießt dort im Idealfall die Sonne, während das Boot die fünf Inseln ansteuert und ihr hier und da vor Anker geht. Sei es zum Mittagessen oder für einen Badestopp. Am späten Nachmittag geht es dann wieder zurück zum Hafen. Besonders gefallen hat mir der Aufenthalt auf Lopud und Koločep – zwei kleine Inseln mit verträumter, gemütlicher Inselhauptstadt und tollen Stränden.

Insel Lokrum vor Dubrovnik

Lokrum könnt ihr vom alten Hafen aus bereits sehen.

Den für mich schönsten Bootsausflug bucht ihr allerdings direkt am Altstadthafen. Viertelstündlich geht es von dort mit der Fähre vorbei an den Festungsmauern hinüber zur kleinen Insel Lokrum. Das Highlight auf diesem Ausflug sind nicht die Fahrt an sich, das Kloster oder der schöne, farbenfrohe Botanische Garten auf Lokrum, sondern der Ausblick auf die Altstadt Dubrovniks. Nehmt am besten aus einem der kleinen Minimärkte am Hafen Getränke mit an Bord. Am Fähranleger auf Lokrum wandert ihr dann auf der linken Seite durch den dichten Wald, also quasi wieder zurück Richtung Dubrovnik. Am äußersten Zipfel der Insel genießt ihr am schönen und vor allem oftmals sehr einsamen Felsstrand einen spektakulären Sonnenuntergang mit der Festung und dem Altstadthafen im Vordergrund. Besser kann ein Tag in Kroatien kaum enden.

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