César Manrique: Seine Spuren auf Lanzarote

Wer auf Lanzarote Urlaub macht, kann sich dem Einfluss des Architekten, Künstlers und Umweltschützers César Manrique kaum entziehen. Dabei geht es nicht nur um seine sichtbaren Werke, sondern auch um seine Bedeutung und seinen Einfluss hinsichtlich der Gestaltung der Insel. Unser sonnenklar.TV Urlauberin erklärt euch hier die Person und das Schaffen von César Manrique.

Wer war César Manrique?

Manrique hat verhindert, dass Hochhäuser und Bettenburgen auf Lanzarote gebaut wurden. Stattdessen gibt es traditionelle Häuser, die in Form und Farbe mit ihrer Umgebung harmonisieren. Sein ästhetisches Konzept mit dem Streben nach Harmonie zwischen Architektur, Natur, Kunst und Mensch begegnet uns überall auf der Insel.

Lanzarote besticht durch den Kontrast von erstarrter Lava und felsiger Umgebung auf der einen und Wohn- und Lebensräumen mit sanften Formen auf der anderen Seite. Manrique ist es zu verdanken, dass die Kanareninsel im Jahre 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Die Inselregierung adelte ihn als Anerkennung mit dem Titel „bevorzugter Sohn der Insel“.

Cesár Manrique lebte von 1919 bis 1992. Er wuchs im alten Hafen von Arrecife auf, nicht weit von der Lagune San Ginés entfernt. Mit 23 Jahren hatte er seine erste Ausstellung als Künstler. Er studierte an der Kunstakademie in Madrid, später auch Bauingenieurwesen an der Universität von La Laguna.

Er lebte einige Jahre in New York, wo er dreimal in der Galerie Catherine Viviano ausstellte. 1968 kehrte er nach Lanzarote zurück, wo er im September 1992 bei einem Verkehrsunfall verstarb.

Das Monumento del Campesino und die Casa Museo

Ich kenne Lanzarote seit 1983 und mag die Insel sehr. Mein Wohnort ist aber seit einigen Jahren auf Gran Canaria, wo ich mein Rentnerleben genieße. Ab und zu unternehme ich einen Kurztrip nach Lanzarote.

Es gibt sogar für mich nach zahlreichen Inselbesuchen noch Neues zu entdecken. Gerne besichtige ich aber auch bekannte und vertraute Orte zum wiederholten Mal. Im vorigen Jahr habe ich die César Manrique-Tour als organisierten Ausflug mit MeetingPoint unternommen. Der Ausflug heißt „César total“ und kostet 89 Euro (Stand 2019).

Ich wurde in der Nähe meiner Unterkunft in Puerto del Carmen am Shoppingcenter Biosfera abgeholt. Mit den anderen Teilnehmern fuhr ich in Richtung der Inselmitte, wo wir in der Gemeinde San Bartolomé das Monumento del Campesino bestaunen konnten.

Cesár Manrique hat das Bauerndenkmal im Jahre 1968 zu Ehren der schwer arbeitenden Landbevölkerung erschaffen. Es besteht aus weißen Steinen und ist mit einer Höhe von 15 Metern schon von Weitem sichtbar. Von Nahem konnte ich drei Figuren erkennen: Sie stellen einen Bauern dar, der von einem Kamel und einem Esel begleitet wird.

Das Monumento del Campesino von César Manrique

Daneben befindet sich ein Museum mit ländlichen Häusern im traditionellen Stil. Hier könnt ihr Schreiner-, Keramik- und Töpferwerkstätten sowie einige Ausstellungen sehen.

Jardín de Cactus: Ein besonderer Ort von César Manrique auf Lanzarote

Den Jardín de Cactus in Guatiza kannte ich bis zu der Tour noch nicht. Der Kaktusgarten war das nächste Ziel. Er ist das letzte Werk von Manrique und liegt eingebettet in Plantagen von Feigenkakteen.

Eine Sehenswürdigkeiten von Cesar Manrique auf Lanzarote: Jardin de Cactus

Sie haben eine besondere Bedeutung für die Insel. Auf den Pflanzen lebt die Cochenille-Laus. Daraus wird seit Langem der Farbstoff Karmesin gewonnen, den man unter anderem zur Herstellung von Lippenstiften verwendet.

César Manrique hat den Kaktusgarten 1970 entworfen. Die Fertigstellung auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs dauerte rund 20 Jahre.

Am Eingang fiel mir ein acht Meter hoher Kaktus aus Metall auf. Ich fotografiere gerne und fand ein schönes Motiv nach dem anderen. Auf einer 5.000 qm großen Fläche sind hier über 7.200 Pflanzen und ca. 1.100 verschiedene Arten zu sehen. Das Zentrum der Anlage bildet ein Teich mit verschiedenen Wasserpflanzen.

Ich fand den Garten mit seinen Steinwegen gut angelegt. Sie führen bequem um die Wüstenpflanzen herum. Die alte Windmühle oberhalb des Kaktusgartens war für mich ein weiteres Highlight. Der Balkon bietet einen herrlichen Blick über die prächtige Pflanzenwelt. In der Mühle wurde früher Mais für das traditionelle Getreidegericht Gofio gemahlen.

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Jameos del Agua: Wo der weiße Krebs wohnt

Nun will ich euch in die Höhle Jameos del Agua entführen. Sie liegt im Norden zwischen den Orten Orzola und Arieta.

Ich hatte sie bereits 1983 besucht und finde, sie ist etwas ganz Besonderes. Darauf weist auch am Eingang die riesige Stahlskulptur eines Krebses hin. Der Lavatunnel entstand vor rund 5.000 Jahren und wurde von César Manrique zu einer imposanten Sehenswürdigkeit gestaltet.

Hinter dem Eingang geht es eine Treppe hinunter zum Jameo Chico, der ein Restaurant beherbergt. Dahinter wölbt sich ein rund 20 Meter breiter mit Meerwasser gefüllter Tunnel. In diesem See lebt eine weiße Krebsart, die ansonsten nur in einer Meerestiefe ab 1.000 Metern vorkommt.

Jameos del Agua, Lanzarote

Hinweis: Beachtet bitte die Hinweisschilder, auf denen die Besucher gebeten werden, keine Münzen in den See zu werfen. Das Metall zerstört die Lebensgrundlage der Krebse.

Am Ende des kurzen Tunnels gelangt ihr über einen Weg nach oben und erreicht den Pool, der von Manrique mit üppig wachsenden tropischen Pflanzen gerahmt wurde. Dahinter befindet sich eine weitere Höhle, die zu einem Konzertsaal gestaltet wurde.

Mirador del Río: Fantastische Ausblicke

Den Aussichtspunkt Mirador del Río kannte ich ebenfalls, er ist aber immer wieder ein Erlebnis. Er liegt in der Nähe von Guinate und ist eines der ersten Werke César Manriques.

Ich hatte Glück mit dem Wetter an diesem Tag. Die klare Sicht ermöglichte herrliche Blicke auf die vorgelagerte Insel La Graciosa. Der Aussichtspunkt liegt im Norden von Lanzarote auf den Klippen des Famara-Massivs hoch über dem Atlantik.

Manrique hat den Mirador del Río 1973 entworfen und gekonnt in die Landschaft integriert. Alle Räume sind rund, es gibt ein Café mit riesigen Glasscheiben. Die Ausblicke sind grandios! Die Anlage ist mit den für Manrique typischen Skulpturen dekoriert.

Aussichtsplattform und Kunstwerk in einem: Das Mirador del Río von César Manrique

Vor dem Fenster lädt eine Terrasse zum Verweilen ein. Den kleinen Hafenort Caleta de Sebo auf La Granciosa konnte ich von dort gut erkennen. Als Hobbyfotografin kam ich mal wieder voll auf meine Kosten bei diesem Ausflug.

Das Obergeschoss mit dem Souvenirladen eröffnet weitere tolle Blicke auf die Steilküste und La Graciosa. Der Mirador del Río ist ein Ort, der mich immer wieder begeistert.

Die Fundacion César Manrique: Das Haus, mein Highlight

Es näherte sich der Abschluss der Tour mit dem für mich absoluten Höhepunkt. Die Fundacion César Manrique in Tahiche hatte ich noch nie besucht. Die Fahrt ging durch den malerischen Ort Haria und das Tal der Tausend Palmen.

Das Museum befindet sich in Tahiche im ehemaligen Wohnhaus Manriques. Er hatte bei einem Ausflug im Jahre 1970 nach Tahiche einen Feigenbaum entdeckt, dessen Spitze aus dem erstarrten Lavastrom ragte. Daraufhin entschied er, an dieser Stelle sein Haus zu errichten. Es gilt als das bedeutendste seiner Werke und zeigt sich mit den weiß getünchten Gebäuden und den grünen Holzteilen im typischen César-Manrique-Stil.

Fundacion César Manrique

Er hat es im Jahre 1968 erbaut, die Stiftung gründete er 1982. Er überließ ihr das Haus und zog 1988 nach Haria. Das Haus wurde umgestaltet und ist seit 1992 Sitz der Stiftung.

Schon den Außenbereich mit den vielen Pflanzen fand ich beeindruckend. Am Eingang konnte ich eines der für Manrique typischen Windspiele bewundern. Insbesondere das Untergeschoss ist außergewöhnlich gestaltet: Es besteht aus fünf Grotten, die im 18. Jahrhundert durch Vulkaneruptionen entstanden. Manrique ließ sie durch Gänge verbinden.

Den Mittelpunkt von César Manriques Haus bildet der eindrucksvoll bepflanzte Innenhof mit Swimmingpool. In den Grotten gibt es Ruheräume und sogar eine kleine Tanzfläche. Das Atelier des Künstlers vermittelt spannende Einblicke in sein Schaffen. Die obere Etage ist der traditionellen Architektur Lanzarotes gewidmet.

Neben den unzähligen Gemälden und anderen Kunstwerken hat mich besonders die Weite der rund 30.000 qm großen Anlage beeindruckt. Im Garten in der Nähe des Ausgangs bestaunte ich ein riesiges abstraktes Wandbild.

Wollt ihr den Zauber der Insel Lanzarote verspüren? Dann folgt den Spuren Cesár Manriques und besichtigt seine bedeutendsten Werke. Ich kann es euch solch einen Ausflug jedenfalls nur empfehlen. Die besten sonnenklar.TV Angebote für einen gelungenen Lanzarote-Urlaub findet ihr übrigens hier.

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