Camping mit Hund: Wie der Urlaub mit eurem Vierbeiner gelingt

Der Urlaub ist die angenehmste Zeit des Jahres. Klar, dass da der Hund dabei sein und die Ferien noch ein Stück weit schöner machen soll. Mittlerweile sind in zahlreichen europäischen Destinationen Vierbeiner gestattet. Die Auswahl des Campingplatzes, die Anreise und das Verhalten vor Ort – wir verraten, auf welche Dinge ihr während des Campings mit Hund unbedingt achten solltet.


Inhaltsverzeichnis


Hund im Wohnwagen beim Campingurlaub

Hunde auf dem Campingplatz: Der Unterschied zwischen „erlaubt“ und „willkommen“

Nicht selten werben Betreiber von Campingplätzen damit, dass Hunde bei ihnen erlaubt sind. Insbesondere unerfahrene Urlauber, die gerade ihre allerersten Ferien mit Hund buchen und einen geeigneten Platz ausfindig machen möchten, verlassen sich gutgläubig auf diese Auskunft. Die Wahrheit vor Ort sieht dann aber des Öfteren ganz anders aus.

Damit zwischen Werbung und Realität nicht tatsächlich ein riesengroßes Loch klafft, führt im Vorfeld kein Weg an einer ausführlichen Recherche vorbei. Im Rahmen jener solltet ihr herausfinden, ob euer Vierbeiner wirklich willkommen oder lediglich geduldet ist. Diesen Unterschied zwischen „erlaubt“ und „willkommen“ erkennt ihr am ehesten daran, ob die Infrastruktur auf die Anwesenheit von Hunden ausgelegt ist. Denkbar sind Dinge wie:

  • Wiesen zum Tollen
  • Hundestrand
  • Hundeduschen
  • Kotbeutel

Außerdem sollten gesonderte Bereiche für Urlauber mit Hunden vorhanden sein. Achtet unbedingt darauf, dass es sich bei diesen speziellen Arealen, die euch von den Gästen ohne Vierbeiner trennen, um keine lieblosen Ecken des Campingplatzes handelt. Stattdessen sind diese Bereiche genauso gepflegt wie der restliche Platz, sodass ihr euch mit eurem Hund guten Gewissens dort aufhalten könnt. Grundsätzlich ist es positiv zu bewerten, wenn Camper mit und ohne Hund voneinander getrennt urlauben. Dies schont die Nerven aller und beugt Streitigkeiten vor. All dies erfahrt ihr nur, indem ihr euch die Webseite der Campingplatz-Betreiber in Ruhe anseht.

Bezieht auch die Bewertungen anderer Urlauber in eure Entscheidung ein. Achtet darauf, dass nicht irgendwo heimlich versteckt gewisse Einschränkungen einen erholsamen Urlaub mit Hund unmöglich machen. So könnten zum Beispiel Vierbeiner nur in der Nebensaison oder in besonderen Unterkünften auf dem Campingplatz erlaubt sein. Individuelle Ferien nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen rücken dabei ganz schnell in weite Ferne.

Hundefreundliche Campingplätze dürfen gerne mehr kosten

Sicher, euren bevorstehenden Campingurlaub mit Hund möchtet ihr so günstig wie möglich gestalten. Dennoch solltet ihr immer auch einige zusätzliche Kosten einplanen. Bringt in Erfahrung, ob zusätzliche Gebühren oder grundsätzlich kostspieligere Angebote die Mehrausgaben wert sind. Woran ihr dies merkt? Im Grunde sind alle Posten ein positives Signal, die eurem Hund zuträglich sind. Da Vierbeiner natürlich auch im Urlaub täglich Gassi gehen müssen, ist das ebenso tägliche Desinfizieren des dafür gedachten Areals (zum Beispiel eine spezielle Wiese) ein Mehrwert, für den ihr gerne etwas tiefer in die Tasche greifen könnt.

Auch das Bereitstellen eines Tierarztes sollte euch einige Euro wert sein. Annehmlichkeiten wie Schwimmbecken für euren Hund könnten hinzukommen und dafür sorgen, dass euer Vierbeiner den Urlaubsort recht schnell annimmt. Verlangt der Betreiber hingegen Gebühren, ohne einen ersichtlichen Vorteil für Hunde zu bieten, solltet ihr von diesem Campingplatz Abstand nehmen.

Grundsätzlich erwartet ihr aber idealerweise keine seitenlangen Listen an Campingplätzen, die Hunde herzlich willkommen heißen beziehungsweise ihren Fokus komplett auf diese Zielgruppe legen. Tatsächlich ist die Anzahl reiner Campingplätze für den besten Freund des Menschen vergleichsweise klein. Mit Kompromissen und gewissen Einschränkungen werdet ihr also zumeist rechnen und dann auch umgehen müssen. Die Leinenpflicht ist solch ein Beispiel, das eurem Hund vielleicht nicht immer gefällt, dafür aber die Harmonie im Camp wahrt.

Camping mit Hund

5 Tipps fürs Camping mit Hund: Eine gute Planung ist die halbe Miete

Ist der Campingplatz für den Urlaub mit Hund gefunden, geht es an die konkrete Reisevorbereitung. Wie eigentlich immer im Leben kommt es jetzt auf eine Sache ganz besonders an: die Planung. Gerade im Urlaub dürften euch im Vorfeld begangene „Fehler“ teuer zu stehen kommen, da ihr möglicherweise nicht mal schnell etwas Vergessenes besorgen könnt. Investiert also genügend Zeit in die Planung und macht euch eine Checkliste, damit ihr nichts Wichtiges ungewollt daheim lasst.

1. Keine Experimente in Sachen Hundefutter

Jeder Hundebesitzer weiß: Wenn es ums Futter geht, ist mit Vierbeinern nicht zu spaßen. Nicht nur, dass bereits das Finden eines dem Hund genehmen Futters zu einer Lebensaufgabe werden kann. Jenes dann wieder abzusetzen, ist mindestens eine ebenso große Herausforderung. Euer Hund weiß nicht, dass er lediglich für die Dauer des Urlaubs auf sein gewohntes Fressen verzichten soll.

Für ihn ist dies ein bedeutender Eingriff und daher nicht zu unterschätzen. Nehmt daher genügend Dosen Hundefutter mit, von dem ihr wisst, dass euer Hund jenes auch frisst. Manch einer hat bereits gedacht, er kann schnell noch im Urlaub Futter besorgen und musste sich dann entweder über fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder seinen störrischen, weil das Essen verweigernden Vierbeiner wundern.

2. Habt einen Reisewassernapf dabei

Wie für die Urlaubszeit an sich gilt natürlich auch während der Anreise: Gebt dem Hund genügend Wasser. Das geht am einfachsten und praktischsten mit einem Reisewassernapf, den ihr einfach vor Fahrtantritt auffüllt. Dann könnt ihr eurem Vierbeiner bei jedem Zwischenstopp einen Schluck anbieten. So ein Reisewassernapf ist übrigens auch am Campingplatz Gold wert, da er schlicht irgendwo im Fahrzeug oder Zelt verstaut werden kann ohne Platz wegzunehmen oder eine Stolperfalle darzustellen.

3. Erspart euch Ärger mit den Hundehaaren

Hunde verlieren Haare. Dies ist normal, kann aber zu einer echten Belastung werden. Insbesondere in für Vierbeiner ungewohnten und strapaziösen Situationen verstärkt sich der Haarausfall, was eine typische Reaktion auf Stress ist. Deswegen könnt ihr eurem Hund nicht böse sein und das Haaren ebenso wenig verhindern wie das Ausschütteln im Wohnmobil. Letzteres wird euch hingegen stressen und zwar besonders dann, wenn euch das Fahrzeug nicht gehört.

Nach Ablauf der Mietzeit möchte der Besitzer den Van wieder gereinigt zurück, weshalb ihr aus eigenem Interesse an der Verteilung so weniger Haare wie möglich interessiert sein solltet. Bürstet euren Liebling daher während des Urlaubs intensiv und liebevoll. Kalkuliert zudem Niederschläge ein, denen ihr nicht immer aus dem Weg gehen könnt. Nehmt daher unbedingt ein Regencape für euren Vierbeiner mit, um feuchtfröhliches Ausschütteln inklusive Hundehaar-Explosion im Wohnmobil zu vermeiden. Übrigens verhindert häufiges Bürsten auch, dass übermäßig viel Sand in euren Camper oder ins Zelt gelangt. Und das erspart euch im Nachhinein eine Menge Putzarbeit.

4. Anleinen bitte

Möglicherweise stellt ihr euch vor, wie ihr im Liegestuhl vor dem Wohnmobil thront, euch von der Sonne bräunen lasst und euren Hund beim gemütlichen Schläfchen beobachtet. Die Realität wird allerdings eher so aussehen, dass euer Vierbeiner auf der hoffentlich vorhandenen Spielwiese tollt, falls erlaubt im Wasser badet und noch die ein oder andere Sache mehr macht. Um die Harmonie zu wahren und andere Urlauber nicht zu stören, solltet ihr euren Hund auf jeden Fall anleinen.

Selbst wenn er nur spielen möchte und Klein oder Groß hinterherrennt: Jene wissen euren vierbeinigen Freund nicht einzuschätzen und ängstigen sich vielleicht. Und ganz nebenbei ermöglicht euch das Anleinen eine ruhige Zeit, da ihr euch nicht ständig umblicken müsst, wo euer Hund nun schon wieder herumtollt. Zumindest für eine gewisse Zeit, schließlich soll er ja seinen Bewegungsdrang ausleben können. Dazu gehört auch das Gassigehen. Diese Routine solltet ihr wie andere auch (Futter) nicht brechen und Tag für Tag auch im Urlaub die morgendliche, mittägliche oder auch abendliche Runde gehen.

5. Tipps für die Anreise

Die Anreise ist für Urlauber oftmals bereits extrem anstrengend, stressig und Nerven zerreißend. Ihr könnt euch daher sicherlich gut vorstellen, wie es eurem Vierbeiner ergeht, wenn er für lange Zeit auf wenig Raum ausharren muss. Deshalb gilt grundsätzlich, dass die Anreise für euren Hund umso besser ist, je kürzer sie ausfällt. Achtet zudem darauf, regelmäßig Pausen einzulegen und eurem Vierbeiner, falls möglich, genug Auslauf zu geben.

 Sicherheit steht immer, verstärkt aber auch auf der Fahrt zum Campingplatz an erster Stelle. Sichert euren Vierbeiner deshalb vorschriftsgemäß, um im Fall der Fälle das Schlimmste zu verhindern. Vorschriften spielen übrigens auf Reisen innerhalb der Europäischen Union eine wichtige Rolle. Sorgt dafür, dass ihr für euren Hund einen Mikrochip, Heimtierpass sowie eine Schutzimpfung gegen Tollwut vorweisen könnt.

Infografik Tipps Camping mit Hund

Das richtige Verhalten auf dem Campingplatz

Auf einem Campingplatz ist Rücksichtnahme grundsätzlich sehr wichtig. Während es eurem Hund ziemlich egal ist, wo er seine Notdurft verrichtet, sollte euch dieses Thema sehr interessieren. Im Idealfall nutzt euer Vierbeiner das Hundeklo oder er erledigt sein Geschäft außerhalb der Anlage. Strand, Wiese und Co. sind hingegen tabu. Doch wo auch immer: Entfernen solltet ihr den Kot eures Hundes vom Boden auf jeden Fall.

Das Liegenlassen ist ebenso ein echtes No-Go wie das freie Toben auf dem Campingplatz. Ihr wisst, dass euer Hund Beschäftigung braucht und bloß ein bisschen spielen möchte. Aber wissen dies auch die anderen Urlauber, vor allem Kinder? Achtet also darauf, um Ängste und Streit gar nicht erst entstehen zu lassen. Ganz generell fahrt ihr beim Camping mit Hund gut, wenn ihr euch an die allgemeinen, anerkannten Benimmregeln haltet.

Wandern mit Hund im Campingurlaub

Wo gibt es Campingplätze für Mensch und Hund?

Grundsätzlich gibt es weder die eine Region in Deutschland noch das eine Land in Europa, wo ihr mit eurem Hund in Perfektion campen könnt. In vielen Ländern findet ihr Campingplätze, deren Betreiber Hundebesitzer als Zielgruppe ausgemacht haben. Hundefreundliche Plätze stehen verstärkt in Küstenregionen zur Auswahl, was allerdings keine Überraschung ist. Schließlich urlauben besonders viele Menschen an Ost- und Nordsee sowie anderen Meeren, weswegen dort per se mehr Campingplätze zu finden sind. Campen und urlauben lässt sich aber natürlich nicht nur an der See. Mit eurem Hund könnt ihr auch wunderbar die Natur entdecken, wenn ihr beispielsweise im Gebirge wandert. Die Alpen bieten sich hier besonders an.

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