Kurzurlaub in Berlin: Sehenswürdigkeiten, Stadtviertel & Co.

Was gibt es Spannenderes als einen Städtetrip nach Berlin? Kaum ein Reiseziel ist für einen Kurzurlaub so beliebt wie die Metropole an der Spree. Kein Wunder: In der deutschen Landeshauptstadt gibt es jeden Tag etwas Neues zu erleben. Prachtbauten, Künstlerkiez, heiße Party-Nächte oder coole Designerläden – Berlin hat für jeden genau das Richtige.

Inhaltsverzeichnis

Top 15 Sehenswürdigkeiten in Berlin

Es ist unmöglich, bei einem Kurztrip in Berlin sämtliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Sie sind einfach zu zahlreich. Aber hier seht ihr nicht nur, was es mit den Berliner Top-Attraktionen auf sich hat. Ihr erfahrt auch, wo sie liegen und wie ihr am einfachsten dort hinkommt. Wenn ihr dann auf eurem Kurzurlaub in Berlin irgendwo etwas Interessantes zu tun habt, könnt ihr noch schnell bei einem der nahe gelegenen Highlights vorbei schauen.

 

1) Symbol der deutschen Einheit – das Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Vier wild dahinstürmende Pferde auf einem Torbogen. „Quadriga“ nennt man die Plastik von Johann Gottfried Schadow, die 1793 auf das Brandenburger Tor aufgesetzt wurde. Napoleon fand die Pferde so gut, dass er sie nach der Niederlage der Preußen im Jahre 1806 für eine Weile nach Paris entführte. Das klassizistische Sandstein-Tor wurde nach den Entwürfen von Carl Gotthard Langhans gebaut. Ihr erreicht das Brandenburger Tor am Ende der Prachtstraße „Unter den Linden“ mit der S1, S2 oder S 25.

2) Nur einen Katzensprung entfernt: der Reichstag 

Reichstag in Berlin

Berlin ist nicht erst seit 1990 Regierungssitz. 1871 benötigte das neu entstandene Parlament des Deutschen Kaiserreichs eine repräsentative Bleibe. Der Architekt Paul Wallot entwarf daraufhin einen monumentalen Prachtbau aus einem Cocktail von Renaissance, Barock und Klassizismus. Was damals noch fehlte: die 800 Tonnen schwere Kuppel aus Glas und Stahl mit 40 Metern Durchmesser, die heute den Sitz des deutschen Bundestags überspannt. Zur Besichtigung der Kuppel mit Aussichtsplattform und Dachterrasse bitte unter www.bundestag.de anmelden. Das Reichtagsgebäude erreicht ihr per U-Bahn 55, Haltestelle „Bundestag“.

3) Bundeskanzleramt am Spreebogen

Noch mehr Politik: Wer Lust hat, kann vom Reichstag aus gleich weiter wandern. Nördlich des Reichstagsgebäudes liegt das sogenannte „Band des Bundes“ am Ufer der Spree. Das Ensemble von Regierungsgebäuden umfasst das Bundeskanzleramt, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus mit der Parlamentsbibliothek und das Paul-Löbe-Haus mit den Büros der Parlamentarier. Bei einer Bootsfahrt auf der Spree wirken die Gebäude besonders interessant. 

4) Noch mehr Geschichte: Checkpoint Charlie

Im Oktober 1961 wäre dort fast der dritte Weltkrieg ausgebrochen. Nach dem Bau der Mauer standen sich damals alliierte und sowjetische Panzer mit scharfer Munition gegenüber. Bei der Wiedervereinigung fiel auch hier die Mauer. Heute gibt es rund um den ehemaligen Kontrollpunkt verschiedene Einrichtungen wie das Mauermuseum, in denen die damalige Situation veranschaulicht wird. Zum Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße 43-45 kommt ihr per U6.

5) Schlechtwetter-Tipp: die Museumsinsel

Die Museumsinsel gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und besteht aus fünf Museen mit einzigartigen Sammlungen. Im Alten Museum erwartet euch griechische Kunst aus der Antike. Das Neue Museum beherbergt neben anderen ägyptischen Kulturschätzen die Büste der Nofretete. Im Pergamonmuseum sind der Pergamonaltar und das Ischtar-Tor aus Babylon die Hauptattraktionen. Das Bode-Museum bietet euch Skulpturen aus Europa von der Renaissance bis zum Barock und sakrale Kunstwerke aus Byzanz. Und in der Alten Nationalgalerie gibt es Kunstwerke von Impressionisten wie Monet und Renoir sowie von Romantikern wie Caspar David Friedrich und Karl-Friedrich Schinkel zu sehen. Die Busse 100, 200 und N2 fahren die Museumsinsel an, Haltestelle Lustgarten.

6) Nicht zu übersehen: der Berliner Dom

Berliner Dom

Im Zentrum Berlins seht ihr schon von Weitem die charakteristische Kuppel des Berliner Doms. Das unter Kaiser Wilhelm II neu entstandene Bauwerk zeigt Einflüsse der italienischen Hochrenaissance und des Barocks. Wenn ihr Interesse an Architektur habt, lohnt sich besonders der Besuch des Kaiserlichen Treppenhauses und der Predigtkirche mit ihrer beeindruckenden Kuppel. Auch die Hohenzollerngruft, die Trau- und Taufkirche und das Dommuseum sind absolut sehenswert. Ihr erreicht den Dom in der Karl-Liebknecht-Straße 1 mit den Trambahnen M2, M4, M5 und M6.

7) Der Fernsehturm – Wahrzeichen Berlins

Fernsehturm in Berlin

Seit 1969 steht auf dem Alexanderplatz das höchste Bauwerk Deutschlands. Der Fernsehturm wurde auf Geheiß des damaligen SED-Chefs Walter Ulbricht gebaut. Die leistungsstarke Sendeanlage deckte die gesamte Fläche der damaligen DDR ab. Auf 203 Metern befindet sich eine Aussichtsetage, die jährlich von einer Million Reisenden besucht wird. Von dort aus seht ihr bei gutem Wetter bis zu 80 Kilometer weit. Mit S3, S5 oder S7 seid ihr blitzschnell am Alexanderplatz.

8) Potsdamer Platz oder Daimler-City?

Nach der Wiedervereinigung entstand rund um den Potsdamer Platz ein komplett neues Stadtviertel – bis ins Letzte von Architekten geplant. Eine illustre Einkaufspassage, futuristische Hochhäuser, Kinos, Ladengeschäfte, Cafés und spannende moderne Architektur: eine nette Abwechslung zu den vielen historischen Bauten. Wer weite Horizonte liebt, fährt mit dem schnellsten Aufzug Europas am Panoramapunkt Potsdamer Platz in 20 Sekunden bis auf 100 Meter Höhe. Die S1, S2 oder die S25 bringen euch hin.

9) Das Rote Rathaus – völlig unpolitisch 

Rote Rathaus in Berlin

Ganz gleich, zu welcher Partei der jeweils amtierende Bürgermeister in Berlin gehört: Er hat seinen Sitz im Roten Rathaus. Seit der Wiedervereinigung ist das Gebäude aus rotem Backstein im Stil der italienischen Hochrenaissance das Rathaus von ganz Berlin. Auf der ersten Etage findet ihr auf 36 Tafeln von sechs Meter Länge die Geschichte Berlins dargestellt. Wenn ihr schon am Alexanderplatz seid, lohnt sich ein Abstecher zum Roten Rathaus in der Rathausstraße 15 auf jeden Fall. 

10) Boulevard der Stars

Die deutsche Version des Walk of Fame in Hollywood liegt direkt beim Potsdamer Platz. Seit 2010 werden hier Stars und Filmschaffende aus dem deutschsprachigen Raum mit einem Stern geehrt. Auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße sind Messingsterne sind mit eingravierten Daten und dem Autogramm der Künstler eingelassen. Bis heute sind es schon mehr als 100 Sterne, die den Boulevard der Stars schmücken. 

11) Altstadtambiente in der Spandauer Vorstadt

Rund um den S-Bahnhof „Hackescher Markt“ liegt eines der charmantesten Stadtviertel Berlins. Wenn ihr schon einmal in Prag wart, wird euch die Atmosphäre dort an die Gassen von Prag erinnern. Besonders viel Ambiente bietet die Sophienstraße mit der Sophienkirche. Ihr 69 Meter hoher barocker Kirchturm aus dem 18. Jahrhundert ist einzigartig in Berlin. Auch der S-Bahnhof Hackescher Markt nördlich vom Alexanderplatz ist sehenswert: Der Terracotta-verzierte Klinkerbau aus dem 19. Jahrhundert und die Viaductbögen beherbergen gemütliche Bistros und kleine Läden. Mit der S3, S5 oder der S7 seid ihr im Handumdrehen am Hackeschen Markt.

12) Bebelplatz – Zeitgeschichte hautnah

Bebelplatz in Berlin

In der Nazizeit wurden Heinrich Heine´s Bücher zusammen mit unzähligen anderen auf dem Bebelplatz verbrannt. In einem der Bücher schrieb Heine: „ Dort, wo man Bücher verbrennt, wird man auch Menschen verbrennen“. Heute erinnert ein acht Meter unter der Erde liegende Mahnmal an die Bücherverbrennung während des Nazi-Regimes. Der Bebelplatz ist einzige Platz in der City, wo die Häuserfassaden noch aussehen wie vor dem letzten Krieg. Er liegt zwischen dem Boulevard „Unter den Linden“ und der Friedrichstraße. Ihr erreicht ihn mit den Bussen 100, 200, TXL und N2 – Haltestelle „Staatsoper“.

13) Hackesche Höfe: neues Leben in altem Gewand

Von der Sophienstraße aus erreicht ihr die verwinkelten Hackeschen Höfe. Das historische Gebäudeensemble wurde 1905 bis 1907 erbaut. 1993 investierten die Berliner Städteplaner 80 Millionen D-Mark, um die acht miteinander verbundenen Höfe zwischen Sophienstraße und Rosenthaler Straße einer zeitgemäßen Nutzung zuzuführen. Heute erwarten euch dort in historischem Rahmen stilvolle Boutiquen, Restaurants, Galerien und Clubs.

14) Architektur-Ausstellung im Tiergartenviertel 

Als Berlin zur Landeshauptstadt wurde, haben viele Bundesländer und Staaten südlich des Tiergartenviertels ihre Vertretungen gebaut. Dabei wetteiferten sie um die beeindruckendste architektonische Gestaltung. Wenn ihr Interesse an moderner Architektur habt, ist ein Spaziergang durch das Viertel absolut lohnend. Die Busse 100, 106, 187, 200 und N26 bringen euch bis zur Haltestelle „Nordische Botschaften/Adenauer Stiftung“.

15) Schloss Bellevue – Bundespräsidialamt

Schloss Bellevue in Berlin

Ganz in der Nähe liegt das Schloss Bellevue. Es ist die offizielle Residenz des amtierenden Bundespräsidenten. Das strahlend weiße neoklassizistische Gebäude wurde 1786 nach den Plänen von Philipp Daniel Boumann gebaut. Es liegt im nördlichen Bereich des Tiergartens am Ufer der Spree. Wer das Schloss auch von innen besichtigen möchte, sollte schon Monate im Voraus bei besucherdienst@bpra.bund.de eine Führung beantragen. Die Busse 100 und 187 halten direkt am Schloss.

Welcher Bezirk passt zu euch?

Karte Bezirke in Berlin

Die Stadtviertel Berlins sind so unterschiedlich wie seine Besucher. Wer auf seinem Kurzurlaub in Berlin den vibrierenden Puls der Metropole genießen möchte, quartiert sich am besten in Berlin Mitte ein. Der In-Bezirk bietet euch unzählige Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten.

Vor der Wende hatte Charlottenburg den Rang von Berlin Mitte inne. Auch wenn die reiche Vorstadt heute nicht mehr das kulturelle Zentrum Berlins ist: Ku´damm, Bahnhof Zoo und das Messegelände liegen nach wie vor in Charlottenburg. Wenn ihr nicht auf euer Budget achten müsst, ist ein Wochenende in der ehemaligen königlichen Residenzstadt ein tolles Erlebnis.

Wer sich einen kleinen Luxus erlauben möchte, sollte sich ein Quartier in Zehlendorf aussuchen. Fast 50 % des Viertels bestehen aus Wasserflächen und Wald. Zwischen prächtigen Villen am Schlachtensee und am Wannsee findet ihr mitten in Berlin eine grüne Insel, um die Seele baumeln zu lassen.

In puncto Natur übertrifft Treptow-Köpenick sogar Zehlendorf: das dünn besiedelte Viertel besteht zu 70 % aus Wald und Wasser. Es liegt zwar eine ganze Ecke vom Zentrum entfernt, aber Ruhe und die bezaubernde Altstadt entschädigen für die längere Anfahrt. Und die Preise liegen hier ganz eindeutig unter dem Niveau der City.

Ein guter Kompromiss ist das frühere Szene-Viertel Schöneberg. Zentral gelegen, mit guter Infrastruktur und vielen Grünflächen. Schöneberg ist unglaublich vielseitig. Es hat ruhige und belebte Ecken, alternative oder konventionelle Läden und ein multikulturelles Publikum.

Auch Spandau mit seiner riesigen Fußgängerzone und der charmanten Altstadt ist ein Standort, der ein guter Gegenpol zum Getümmel in Berlin Mitte ist. 25 % Grünflächen, direkt an der Havel gelegen: ein schönes Viertel zum Relaxen.

Wer Lust auf Party und Szene-Leben hat, ist in Friedrichsdorf oder Kreuzberg an der richtigen Adresse. Wenn ihr gleich in der Nähe der Clubs übernachtet, ist der Heimweg nach dem Feiern nicht so weit. Und tagsüber gibt es interessante Läden und stylische Cafés zu entdecken.

Berlin bei Nacht

Von hippen Clubs in Kreuzberg über Konzerte, Theater und Musicals bis hin zur lässig abgeranzten Kneipe in Kreuzkölln: in Berlin gibt es Abendunterhaltung für jeden Geschmack. Wenn ihr euch die Nacht um die Ohren schlagen möchtet, seid ihr in Friedrichshain an der richtigen Adresse. Vom U- und S-Bahnhof Warschauer Straße kommt ihr im Handumdrehen zu den Clubs am Ostkreuz und auf dem RAW-Gelände. Und in der Simon-Dach-Straße liegt eine Bar neben der anderen. Insider-Tipp für Nachtschwärmer: das „Cassiopeia“ bei der Warschauer Straße in einem ehemaligen Zugdepot. Hier findet ihr gleich zwei Clubs mit Live-Musik und einen Biergarten. Für Filmefans gibt es in Friedrichshain das Freiluftkino „Insel“.

Feiern in Berlin

Wenn ihr von Friedrichshain aus über die Oberbaumbrücke geht, seid ihr in Kreuzberg. Der Clubbing-Hotspot ist dort die Oranienstraße. Besonders beliebt ist der „103 Club“ in der Falckensteinstraße 47. Wer Lust auf Panorama und gediegenes Ambiente hat, nimmt in der Stresemannstraße 76 den verglasten Außenaufzug bis zum „Solar“ im 16. Stock. Nach dem Adrenalinstoß gibt es dort Cocktails und mediterrane Küche hoch über den Dächern Berlins.

Das früher verrufene Neukölln hat sich mittlerweile zum Szene- und Partyviertel gemausert. Zentrum der Clubszene ist hier der Reuterkiez. In den Nebenstraßen erwarten euch gemütliche Kneipen und kleine Galerien. In „Kreuzkölln“ zwischen Kreuzberg und Neukölln ist die Weserstraße mit ihren Kneipen Treffpunkt für Studenten, Backpacker und junge Städtereisende. Nachtschwärmer, die in einem gepflegten Rahmen feiern möchten, treffen sich abends in den Hackeschen Höfen in Berlin Mitte.

Hättet ihr es gewusst?

☼ Berlin hat mehr Brücken als Venedig

☼ Berlin hat 3 Opernhäuser

☼ Berlin ist neunmal so groß wie Paris

Sopping-Tour durch Berlin

Die Einkaufsstraßen Berlins verlocken zu einem ausgedehnten Schaufensterbummel. Besonders bekannt ist die 3,5 km lange Flaniermeile Kurfürstendamm in Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier trefft ihr auf Reisende aus der ganzen Welt. An den breiten Gehwegen laden Geschäfte und Kaufhäuser zum Shopping ein. Und nach Ladenschluss beginnt das Programm in Theatern wie dem Zoo-Palast oder der Schaubühne. 

Eine weitere wichtige Shopping-Mile ist die Schloßstraße in Steglitz-Zehlendorf. Zwischen Rathaus Steglitz und Walther-Schreiber-Platz liegen vier große Einkaufszentren und unzählige Ladengeschäfte mit insgesamt über 200.000 m² Verkaufsfläche. Hier sind sämtliche Branchen vertreten und auch die Kultur kommt nicht zu kurz: Neben Restaurants, Geschäften und Cafés findet ihr zahlreiche kulturelle Einrichtungen. 

Wenn ihr Lust auf ein Shopping-Erlebnis der besonderen Art habt, könnt ihr den Super Concept Store im Bikini Berlin beim Bahnhof Zoo besuchen. Oder den Voo-Store in der Oranienstraße in Kreuzberg. Die Concept-Stores sind eine Fusion aus Galerie, Musikkneipe, Designer-Shop und Bühne für Veranstaltungen. 

 

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