Eden im Atlantik – die Azoren

Moderator Dirk Löbling am Aussichstpunkt Lagoa das Furnas.

Moderator Dirk Löbling am Aussichstpunkt Lagoa das Furnas.

Was erwartet einen, wenn er in die Karibik fährt, in die Berge, ans Mittelmeer, nach Afrika? Das, was er von so vielen, die vor ihm dort waren, gehört hat oder selbst aus so oft schon gesehenen Bildern weiß.
Aber wie und wo sind die Azoren? Bevor ich auf dieses Archipel reiste, waren die Antworten von Freunden und Bekannten immer gleich: “Ich weiß nicht genau, wo die liegen.“ Und: „Ich habe noch nie jemanden getroffen, der dort war!“ Punkt. Keine Erfahrungen, keine Bilder, die meine Erwartungen hätten formen können.
Wenn ich nun nach meinem Besuch die Azoren durch Bekanntes beschreiben sollte, dann sieht es dort aus wie in der Karibik, Schottland, der Schweiz, Brasilien, Patagonien und Kuba zusammen – hört sich komisch an, ist aber so.

 

Inseln der Kontraste

 

Urlaub auf den Azoren

Die Küste bei Água de Pau lädt zum Genießen ein.

Ich war noch von keiner Insel so überrascht und begeistert, wie von diesen neun mit ihrer Hauptinsel São Miguel. Was macht den Zauber der Azoren aus? Es ist die Summe aus beeindruckenden Vulkanlandschaften und Seen, aus Urwald gepaart mit immergrünen Almen, auf denen Kühe grasen. Es sind auch die Farben! Leuchtende Blumenmeere am Straßenrand, das Blau des Ozeans und der Hortensien, unterbrochen vom Rot der Weihnachtsbäume aus Neuseeland (für die Botaniker: Metrosideros excelsa), die hier natürlich viel größer und schöner sind in ihrer Blütenpracht. Denn auf den Azoren ist alles bunter, größer, schöner als im Original.
Man muss wissen, dass auf den Inseln fast alles durch die Briten angepflanzt worden ist. Nicht nur die neuseeländischen Zierbäume, auch der Tee, der hier auf Plantagen angebaut wird. Sogar die japanischen Kiefern zur Holzgewinnung. Die spinnen, die Briten dachte ich…

Besuch auf einer Teeplantage.

Whale Watching der besten Art

Wie sagte unser Reisebegleiter: „Das Einzige, was echt ist auf unseren Inseln, sind die Delfine und Wale.“ Es gibt keinen Ort auf unserer Erde, wo es so viele Delfine und Wale zu sehen gibt. Und auch noch so viele Arten! Finnwale, Pottwale, Streifendelphine, Tümmler und Grindwale! Eine Tour mit dem Boot hinaus reicht und die großen Meersäuger sind garantiert zum Greifen nah – und mit ihnen der Traum von Freiheit.

Whale Watching Azoren

Fast könnte man die Wale streicheln, so nah kommen sie.

Nur das Essen ist ein wenig komisch. Käse und Wurst auf süßem Toastbrot? Gewöhnungsbedürftig! Dafür ist der Käse umso besser, das Obst auf den Märkten frisch und so lecker. Auch die Weine sind zum Niederknien und alles gibt es für ein spektakulär kleines Geld: Ein Bier von 0,33 Litern zum Beispiel gibt es für 50 Cent.

 

Fazit: Es ist der Garten Eden! Und der ist nur circa vier Stunden entfernt… 

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