Wo die Kühe Gämse spielen – ein Ausflug in die bayerischen Voralpen.

München im Herbst: Das ist der berühmte bayerische weiß-blaue Himmel, das ist natürlich das Oktoberfest, das ist ein lohnendes Reiseziel. Wer sich aber im Herbst aufmacht, München und sein weltberühmtes Volksfest zu besuchen, der sollte sich auch Zeit nehmen, einmal herauszufahren aus der Stadt. Am besten solltet ihr nach Süden hinausfahren, denn dort finden sich kurz hinter der Stadtgrenze schon die ersten Hügel des Voralpenlandes – und noch etwas südlicher liegen dann einige sehr hübsche, zwischen den Gipfeln der Voralpen versteckte Seen: Der Tegernsee, der Schliersee und, als kleinster der drei, der Spitzingsee.

Wunderbare Aussichten im bayerischen Voralpenland

Noch fast im Tal sind nur die benachbarten Berge zu sehen, doch …

Wenn ihr dann dort seid, solltet ihr auch unbedingt den ein oder anderen der Gipfel erklimmen. Aber Vorsicht, manche der Berge sind für Unerfahrene gar nicht so leicht zu bezwingen und für alle braucht ihr festes Schuhwerk. Wirklich! Man geht nicht ohne festes Schuhwerk auf einen Berg! Egal, wie leicht sich die Tourbeschreibung liest. Doch es gibt auch leichte Touren, zum Beispiel die Rotwandbesteigung – kein Geheimtipp, sondern ein Klassiker, der sich für Berg-Neulinge ebenso eignet, wie für Familien und die etwas ältere Generation. Denkt aber auch hier daran: Festes Schuhwerk an die Füße!

Aussicht auf die Bergketten im bayerischen Voralpenland

… je höher es geht, umso mehr Bergketten geraten in den Blick, bis…

So, die Wanderschuhe sind angezogen, und ihr seid startklar. Von der Kirche in Spitzingsee, wo auch die Bushaltestelle und der Parkplatz sind, lauft ihr kurz durch das Dorf, wo auch ein wenig Proviant gekauft werden kann, dann biegt ihr links in die Straße nach Valepp ein. Dann geht es eine Forststraße hinauf, kein gerade spannender Weg – aber dafür einfach und auch für Anfänger geeignet. Und mag der Weg als solcher auch etwas eintönig sein, ihr werdet ganz sicher entschädigt durch die großartige Aussicht, die sich alle paar Minuten ein bisschen anders präsentiert und dabei immer fantastischer wird (eine ausführliche Routenbeschreibung gibt es übrigens hier!

Blick auf die Gipfel des Karwendels

… sich sogar die weit entfernten Gipfel des Karwendels präsentieren.

Jenseits der Baumgrenze wird es dann etwas voll auf dem Berg, denn, wie gesagt, die Rotwand ist ein Klassiker, beliebt bei alt und jung – und dann hat es da oben auch noch ziemlich viele Kühe, die mal abseits der Wege, mal auch einfach auf den Wegen stehen. Dass so eine ausgewachsene Kuh locker ihre 600 Kilo auf den Rippen hat, scheint sie nicht zu wissen oder aber sie ignoriert es – zumindest verhalten sich die Tiere da oben so, als seien sie Gämsen, so leichtfüßig klettern sie zu den schwierigsten Weideplätzen hinauf.

Kuh im bayerischen Voralpenland

Eine Kuh im unwegsamen Gelände – aber das stört diese Tiere erstaunlich wenig.

Da kann es dann schon passieren, dass ihr auf einem schmalen Pfad um eine Ecke biegt und plötzlich steht euch ein Rindvieh gegenüber, das den ganzen Pfad blockiert und keine Anstalten macht sich wegzubewegen. Dann heißt es, mal eben kurz ein paar Meter höher kraxeln und die Kuh umrunden. Kleine Abenteuer, die einem die Bergwelt bereithält. Und große Befriedigung, wenn so ein Problem dann bewältigt ist und ihr am Rotwandhaus in der Sonne sitzt, den Ausblick genießt, vor euch einen Kaiserschmarrn oder eine Russ‘n-Halbe.

Einkehr im Rotwandhaus mit Gipfelblick

Zum Kaiserschmarrn am Rotwandhaus gibt es ringsum kaiserliche Aussicht zu genießen.

München im Herbst, das ist eben nicht nur das Oktoberfest, das auch ist die beste Zeit, um den Alpen einen kurzen Besuch abzustatten. Und glaubt uns, das lohnt sich!

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.