Hinter der Komfortzone wartet das wahre Leben. Oder: Meine ganz persönliche Liebeserklärung an die Hotellerie.

Wenn der Mensch in ein gewisses Alter kommt, so ab Mitte 20, dann wird er bequemer, viel bequemer als in seiner Jugend. Dann wird Komfort wichtig. Doch dann und wann treibt es einen zurück in die wild-romantischen Jugendzeiten. Wild-romantisch, weil sie so erinnert werden, nicht etwa, weil sie wirklich so waren. Unserer Gästebetreuung Annette Jung ging es im letzten Jahr auch so:

Meine hoch geschätzte Komfortzone habe ich im Frühjahr 2013 verlassen, als ich mich alleine mit einem übergroßen Rucksack auf den Weg machte, um Nordeuropa zu erkunden. Gemäß der Tradition von Rucksacktouristen (oder heutzutage auch Backpacker genannt) buchte ich mir Betten in sogenannten Hostels.

wilder Norden

Wild-romantisch wie die Landschaft sollte meine ganze Reise werden.

Das letzte Mal war ich als Schulkind in solchen Herbergen untergebracht. Damals hatte ich mir mit meinen langjährigen Freundinnen das Zimmer geteilt, wir brachten uns mit stundenlangen Geschichten über Jungs um den Schlaf und am nächsten Morgen durften wir gemeinsam die pappigen Billig-Cornflakes und den O-Saft aus dem 3 Liter großen Tetra Pak genießen. Ja, wir konnten das alles genießen – es waren sehr schöne Reisen! Das wollte ich nun wiederholen.

Und dann stößt die Vorstellung mit der Realität zusammen
Doch kaum war ich in Irland angekommen, wich meine verklärte Sicht auf diese Art von Unterkünften schnell einer ernüchternden Realität. Erwartet hatte ich interessante Gespräche mit sympathischen Menschen aus aller Welt – ich bekam schnarchende Mittvierziger, die in den jeweiligen Städten „gewisse Geschäfte tätigen“ mussten und deren Budget scheinbar nur für die günstigsten Schlafmöglichkeiten reichte. Dass eine ruhige Nacht und ein erholsamer Schlaf durchaus nützlich sein können, wenn man am nächsten Tag auf Sightseeing Tour gehen möchte, ist eine der harten Lehren, die ich aus meinem Hostel Hopping gezogen habe.

 

Anette auf Reisen

Nach einer unruhigen Nacht ist selbst der Gang zum Briefkasten anstrengend.

Eine beruhigende Erkenntnis war, dass mein Immunsystem widerstandsfähiger ist, als ich es jemals zu hoffen gewagt habe. Schmutziges Geschirr in den Gemeinschaftsküchen oder die antiken Sitzgelegenheiten, bei denen ich froh war, wenn ich mich, ohne festgeklebt zu sein, wieder erheben konnte, waren tägliche Begleiter. Wie oft habe ich mich da nach einer komfortablen Suite in einem Hotel mit All-inclusive-Verpflegung gesehnt!

 

Urlaub im Hostel

Ein typisches Hostelzimmer in seinem charakteristischen Zustand.

Merke: Urlaub ist nicht das wahre Leben

Allerdings merke ich, dass sich auch hier mit der Zeit der verklärte Blick zurück einstellt. Doch obwohl ich mittlerweile fast schon liebevoll an die lärmenden und dauerhaft betrunkenen Hostelgefährten und die aber auch immer kalte Dusche in der Früh zurückblicke, hat sich ein Fazit (hoffentlich) für den Rest meines Lebens in mein Gedächtnis gebrannt: Man sollte durchaus neue Herausforderungen wagen – aber im Urlaub darf man die Komfortzone ruhig ein wenig ausdehnen und ein gepflegtes Hotel einem Mehrbettzimmer vorziehen.

Urlaub im Hotel

Gepflegtes Ambiente, geräumiges Bett: Auch so kann Urlaub sein.

Wenn ich das nächste Mal einen Urlaub buche, dann werde ich ganz fest versuchen daran zu denken. Ohne schlechtes Gewissen, ohne mich von meiner Erinnerung zum Narren halten zu lassen. Denn zwar mag das wahre Leben am Ende der Komfortzone beginnen, aber richtiger Urlaub ist ja nicht das wahre Leben.

Wenn auch ihr Urlaub in der Komfortzone machen wollt, findet ihr hier die richtigen Angebote!

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