Athen, meine Liebe! Αθήνα, η αγάπη μου!

Jede Reise nach Griechenland ist etwas ganz Besonderes. Es hat mich bereits zahlreiche Male in dieses wunderbare Land gezogen und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Jeder Besuch ist anders und jede Region einzigartig. Doch überall finden sich traumhafte Strände, glasklares Wasser, beeindruckende Landschaften, leckeres Essen in kleinen, urigen Tavernen und vor allem unfassbar große Gastfreundschaft.

Meine letzte Griechenlandreise führte mich jedoch an einen ganz anderen wundervollen Ort, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft verkannt wird, Griechenlands größte Stadt und ein absolutes Juwel – Athen. Wer Athen nicht kennt, der lässt sich von veralteten Vorurteilen leicht in die Irre führen. „Athen ist schmutzig“, „Athen ist zu laut“, „Athen ist gefährlich“ oder „In Athen herrscht vollkommenes Verkehrschaos“ sind nur einige der Vorurteile, mit denen Griechenlands Hauptstadt zu kämpfen hat. Aber die Realität sieht ganz anders aus. „Mein“ Athen ist nicht schmutzig, gefährlich, laut oder überfüllt. Athen, wie ich es kennengelernt habe, hat so viel mehr zu bieten.

Wer auf dieses Häusermeer blickt, dem scheint Athen unfassbar groß

Wer auf dieses Häusermeer blickt, dem scheint Athen unfassbar groß

Auf den ersten Blick erscheint die Stadt riesengroß und undurchschaubar, immerhin leben dort knapp fünf Millionen Menschen (was fast die Hälfte der griechischen Bevölkerung ausmacht). Taucht man dann aber in sie ein, merkt man, dass es eigentlich nicht eine einzige riesige Stadt ist, sondern ein Zusammenschluss vieler kleinerer Städte. Mit dieser Erkenntnis wächst auch das Verständnis für Athen und seine einzelnen Gegenden, die so unterschiedlich und vielfältig sind, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Schicke Stadtteile werden dort von ursprünglicheren abgelöst, pulsierende Zonen von entspannten, dem Shoppingparadies folgt eine wunderschöne, überschaubare und gemäßigte Altstadt. Bei einem Spaziergang kann man die Innenstadt Athens am besten entdecken…und wenn die Füße doch wehtun, dann nimmt man ganz einfach die Metro, übrigens die modernste in Europa (und sauber ist sie!).

Doch wendet man den Blick ein wenig, dann wird’s gleich idyllisch.

Doch wendet man den Blick ein wenig, dann wird’s gleich idyllisch.

Egal wo man sich gerade befindet, es eröffnen sich immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das berühmte Heiligtum Griechenlands, das erhaben und malerisch über Athen thront – die Akropolis. Nicht nur für Geschichtsfans ist ein Besuch lohnenswert, denn nirgends hat man einen derart schönen Blick über die Stadt und sogar das Meer und kann gleichzeitig ein Meisterwerk der Baukunst bestaunen, ein Weltkulturerbe, das es so nur einmal gibt. Auch hier sucht man vergebens diesen „Schmutz“, der in Athen ja angeblich omnipräsent ist. Kinder, Jugendliche und Studierende können die Akropolis sogar kostenlos bewundern. Bevor es aber rauf zur Akropolis geht, macht es meiner Meinung nach Sinn, sich im dazugehörigen Museum, das modern, interessant und architektonisch spannend gestaltet ist, zu informieren.

Weit über den Dächern erhebt sich die „höchste Stadt“, die Akropolis.

Weit über den Dächern erhebt sich die „höchste Stadt“, die Akropolis.

Jetzt verrate ich aber auch etwas über mich. Ich liebe Orte, die mich absorbieren, an denen ich mich unter die Leute mischen und vollkommen mit einer Stadt verschmelzen kann. Genau so ist Athen, denn an kaum einem Ort kann man sich so wunderbar aufgenommen und wohl fühlen wie dort. Mein persönlicher Lieblings-Zeitvertreib in Athen ist also folgender: Ich setze mich einfach gemütlich in ein schönes Café in der Innenstadt, mit Blick auf die Akropolis, genieße einen typisch griechischen Eiskaffee und beobachte die Athener. Dabei fliegt die Zeit geradezu vorbei und für mich ist nichts so spannend wie die Gewohnheiten, das Aussehen, das Auftreten und das Verhalten der Einheimischen – hier erlebe ich Griechenland pur! Einer der schönsten Orte dafür ist für mich Agia Irini, ein Platz, an dem sich alle Altersgruppen, Familien und einfach alle, die das Leben genießen, treffen, um gemeinsam ihren Kaffee zu trinken. Überhaupt hat man in Athen das Gefühl, sich nicht nur unter Touristen wiederzufinden, diese Stadt ist einfach authentisch und echt.

In den Straßencafés lassen sich bequem ethnologischen Studien betreiben.

In den Straßencafés lassen sich bequem ethnologischen Studien betreiben.

Möchtet ihr Trubel, mischt euch unter die Leute. Wollt ihr euch etwas erholen, zieht euch in die Parkanlagen Athens zurück. Geht es darum, das Stadtleben aufzusaugen, dann könnt ihr einkaufen gehen wie in Italien (mein Shoppingtipp: Rococo!), exquisit essen (und zwar nicht nur griechisch) und das pulsierende Nachtleben erkunden. Habt ihr davon genug, fahrt ihr mit der Metro in 30 Minuten nach Piräus ans Meer und lasst die große Stadt hinter euch. Interessiert ihr euch für Geschichte, dann seid ihr in Athen auch richtig, denn natürlich gibt es viel mehr Überbleibsel der frühen griechischen Zivilisation in Athen als nur die Akropolis. In Athen stehen einem alle Türen offen und die Stadt liegt einem mit all ihrer Schönheit, Vielfalt und ihren Möglichkeiten zu Füßen.

Athen, das ist ein vielseitiger Ort, an dem sich jeder wohlfühlen kann. Lasst euch nicht von den Vorurteilen täuschen und gebt dieser wunderbaren Stadt eine Chance. Lasst euch auf die Stadt ein und von ihr tragen und ich bin mir sicher, ihr werdet Athen genauso ins Herz schließen wie ich:

Athen, meine Liebe! Oder auf Griechisch: Αθήνα, η αγάπη μου!

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